Die rätische Fussball-Nationalmannschaft, die FA Raetia, hat gestern an der Fussball-WM der nicht anerkannten Staaten in Abchasien die dritte Schlappe eingesteckt. Der Tagesbericht.

Die tapferen Raetier fuhren am Donnerstag gegen den aus einem Freundschaftsspiel bestens bekannten Gegner «Szeklerland» (ungarische Minderheit in Rumänien) eine bittere 0:7-Niederlage ein. Aus den ersten drei Partien resultiert damit eine ernüchternde Bilanz von null Punkten, null Toren und 20 Gegentreffern.

Die Frage stellt sich, ob der Trainer die Mannschaft überhaupt noch erreicht.

An der Pressekonferenz nach dem Spiel war den Verantwortlichen des FA Raetia die Enttäuschung und eine gewisse Ratlosigkeit anzusehen. Zumal mit Thomas Chet wegen einer dummen roten Karte wegen Schiedsrichterbeleidigung der auffälligste Feldspieler im Spiel der letzten Hoffnung gegen Chagos-Island wegen einer Sperre fehlen wird. Trainer Pascal Winkelriet konnte sich in der dreifach übersetzten Fragerunde (Russisch-Englisch-Deutsch) nur noch in Floskeln flüchten. Sollte sich der Frust der regelmässig nicht für 90 Minuten berücksichtigten Reservespieler auf die angeschlagene Moral der kickenden Kollegen übertragen, droht der Mannschaft gar die Zerreisprobe.

Wird Präsident Bernd Knoblauch reagieren und noch während des Turniers Umstellungen veranlassen? Mut geben darf der Mannschaft die Unterstützung eines ganz speziellen Fans: Der 5-jährige Vanja aus Moskau ist mit seiner Mutter in Abchasien auf Verwandtenbesuch. Als Team seines Herzens hat der junge Fussballfan ausgerechnet die bisher punktlosen Rätier ausgesucht und überraschte diese in einem selbst gemalten «FA Raetia»-Shirt. Raetiasw

Zum Dank unterschrieben ihm die Bündner nach dem Spiel das T-Shirt und schenkten ihm ein Original FA Raetia-Leibchen in rot-blau. Der kleine Fan gelobte daraufhin, ihnen auch in diesen schwierigen Zeiten weiterhin die Daumen zu drücken und beschenkte seine persönlichen Helden aus der fernen Schweiz sogar noch mit einem selbstgemachten Geschenk. Es sind solche Erfahrungen, welche die sportlichen Niederschläge aufwiegen und sogar vergessen machen.

 

Update: Die sportliche Krise hat nun doch auch die ersten Konsequenzen gefordert. Wie GRHeute in Erfahrung bringen konnte, wurden zwei Spieler aus unbekannten Gründen nach Hause geschickt und sind bereits wieder in Chur angekommen.

 

(Bilder: zVg.)