Der schweizerische Eishockey-Verband hat turbulente Zeiten hinter und vor sich: CEO Florian Kohler sucht dringend einen Nati-Trainer für die WM im nächsten Jahr. HCD-Coach Arno del Curto ist gemäss Blick von heute keine Option mehr.

Mitte Oktober hatte Verbands-CEO Florian Kohler in Richtung von HCD-Trainer Arno del Curto Avancen gemacht und ihn ohne Wissen des Klubs kontaktiert. «Warum versuchen wir es 2016 nicht einmal mit einem Trainer im Doppelamt?», hatte Kohler zuvor in diversen Medien die Stimmung ausgelotet. Der HCD und AdC reagierten fünf Tage später auf ihre Weise und verlängerten den Vertrag miteinander um ein weiteres Jahr. Gestern nun äusserte sich der Engadiner Nati-Direktor Raeto Raffainer zum Thema: «Wir haben uns mit der Frage, ob der Nati-Trainer-Posten im Voll- oder Nebenamt besetzt werden soll, eingehend beschäftigt. Jetzt sind wir so weit, dass wir sagen: Wir suchen grundsätzlich einen im Vollamt.»

AdC hätte es nur im Doppelamt gegeben

Damit ist Arno del Curto vorerst kein Thema mehr für den Job an der Nati-Bande. Für den Engadiner wäre dies nur im Doppelamt ein Thema gewesen. Dies hätte auch HCD-Präsident Gaudenz Domenig befürwortet. Allerdings hatten sich bereits verschiedene grosse Klubs wie die ZSC Lions oder der SC Bern in Stellung gebracht, gegen eine solche Lösung anzukämpfen. «Auch aus Furcht, dass der charismatische Coach in der Nati Spieler nach Davos abwerben könnte», spekuliert der Blick.

Doch eine Zukunft mit Hollenstein?

So wird dieses Wochenende am Deutschland-Cup (Freitag bis Sonntag) U20-Nati-Coach John Fust und U18-Trainer Thierry Paterlini die Mannschaft coachen. Danach soll Interimscoach Felix Hollenstein, der dieses Wochenende aus privaten Gründen fehlt, übernehmen und die Nati bis zur Arosa Challenge vor Weihnachten betreuen. Wenn der Wunschtrainer nicht gefunden wird, dann bekäme wohl Hollenstein seine Chance.

EHC Chur lässt Prättigau-Herrschaft keine Chance

In der 1. Vorrunde des Swiss Hockey Cups für die Saison 2016/17 kam es gestern Abend zu einem brisanten Duell in der Eishalle Grüsch: Das 2. Liga-Spitzenteam Prättigau-Herrschaft empfing den nach drei Niederlagen in Serie etwas schwächelnden 1. Ligisten EHC Chur zum Bündner Derby. Aus der Überraschung wurde aber nichts: Die Hauptstädter liessen den Prättigauern keine Chance und siegten klar mit 7:1.

 

(Bild: Daniel Teuscher/EQ Images)