In einer fünfteiligen Serie nimmt GRHeute die Haltungen der Spitzenkandidaten für die Nationalratswahlen 2015 unter die Lupe. Heute: Teil 2.

Ein interessanter Zeitvertrieb in Wahlkampfzeiten ist das Studium der Plattform smartvote.ch. Bürgerinnen und Bürger haben dort die Möglichkeit, 75 Fragen zu beantworten und dann festzustellen, welche Kandidaten am ehesten ihrem politischen Profil entsprechen. GRHeute hat je zwei Spitzenkandidaten pro Partei und die beiden Ständeräte genauer unter die Lupe genommen.

Das sind die Auserwählten, deren Haltungen wir genauer untersuchen:

SP

Silvia Semadeni, Nationalrätin und Präsidentin Pro Natura
Jon Pult, Präsident SP Graubünden

CVP

Martin Candinas, Nationalrat und Leiter Verkaufsstellen Chur, Samedan und Glarus bei Helsana Versicherungen AG
Franz Sepp Caluori, Geschäftsführer Café Confiserie Caluori, Präsident Gastro Graubünden

BDP

Duri Campell, Landwirt, Skischulleiter und Gemeindepräsident
Elisabeth Mani-Heldstab, Lehrerin und Vizepräsidentin BDP GR

Grünliberale

Josis Gasser, Nationalrat und Unternehmer
Aline Tannò, Leiterin Marketing und Kommunikation

FDP

Angela Casanova-Maron, selbständige Finanz- und Unternehmensberaterin, Mitglied der Verwaltungskommission der Pensionskasse Graubünden und Vorstands Ausgleichskasse Bündner Gewerbe
Hans Peter Michel, Chefexperte beim VBS

SVP

Heinz Brand, Nationalrat und Präsident santésuisse
Magdalena Martullo-Blocher, Unternehmerin und Vorsitzende scienceindustries, Schweizer Wirtschaftsverband, Chemie Pharma Biotech

Frageset 2

Fragekatalog 2

Die Analyse

Bürgerliche wollen Atomausstieg light

Die Volksinitiative für einen frühzeitigen Ausstieg aus der Atomenergie bis 2029 wird von der SP und der GLP befürwortet. Einzige Unterstützerin der Initiative im bürgerlichen Lager ist Elisabeth Mani von der BDP. Alle anderen Bürgerlichen lehnen die Initiative ab.

Der Wolf kommt dran

Ein echtes Bündner Thema ist die Lockerung der Schutzbestimmungen für Grossraubtiere (Luchs, Wolf, Bär). SP und GLP wollen da nicht mitmachen, ansonsten ist das bürgerliche Lager klar für eine Lockerung der Schutzbestimmungen. Einzig Angela Casanova tendiert zu einem «eher nein» und auch Elisabeth Mani kann sich «nur» ein «eher ja» abringen.

Mani marschiert erneut mit links

Auch beim Thema Mindestlohn von 4‘000 CHF vertritt Elisabeth Mani als Einzige keine bürgerliche Meinung. Während das bürgerliche Lager einen Mindestlohn von CHF 4‘000 geschlossen ablehnt, sagt sie «eher ja» dazu. Unterstützung erhält sie wenig überraschend von Silvia Semadeni und Jon Pult.

Strommarkt-Liberalisierung: SP uneins

Eine vollständige Liberalisierung des Strommarktes unterstützt die SVP, die FDP und die GLP, wobei letztere wohl unter «vollständig» nicht ganz das gleiche meint wie die Vertreter der SVP und FdP. «Eher ja» sagen Franz Sepp Caluori (CVP) und Duri Campell (BDP), während ihre Parteikollegen zu «eher nein» tendieren und Ständerat Stefan Engler eine vollständige Liberalisierung gar ablehnt. Uneinheitlich wiederum das Bild bei der SP: Silvia Semadeni sagt «eher ja», John Pult «eher nein».

 

Verpasst? Hier gehts zu Teil 1 der Wahl-Serie von gestern.


Im dritten Teil der Wahlserie 2015 geht es morgen Freitag auf GRHeute um konkrete Fragen der Aussenpolitik: Flüchtlinge, EU, Schengen – wofür stehen die Bündner Spitzenkandidaten?