Die führenden Teams des zweiten Swiss Epic in Graubünden gehen mit grossen Vorsprüngen in die Schlussetappe vom Samstag. Nach der Königsetappe von Arosa nach Davos führen Nino Schurter und Lars Forster mit fast zehn Minuten, Annika Langvad und Haley Batten gar mit mehr als 32 Minuten vor ihren direkten Verfolgern.

9 Minuten und 48 Sekunden liegen nach vier von fünf Etappen des Swiss Epic in Graubünden zwischen Nino Schurter/Lars Forster (SCOTT-SRAM) und den Italienern Fabian Rabensteiner/Samuele Porro (TREK-Pirelli). Während die Schweizer fast nur noch durch einen Defekt oder einen Sturz am Sieg zu hindern sind, bleibt das Rennen um die Podestplätze sehr spannend.

Auf dem 74 Kilometer langen Weg von Arosa nach Davos beklagten die zweitplatzierten Italiener in der langen Abfahrt nach Klosters einen Platten und verloren dadurch wertvolle Zeit. Die tschechischen Etappensieger vom Dienstag, Kristian Hynek/Martin Stosek (Future Cycling Northwave) liessen sich nicht zweimal bitten und übernahmen die Verfolgerposition hinter den einmal mehr unwiderstehlich auftretenden Schweizer Leadern. Sie wurden Etappenzweite und konnten den Rückstand auf die Italiener im Gesamtklassement von fünf auf eineinhalb Minuten verkleinern.

Kristian Hynek war mit der Etappe denn auch rundum zufrieden: «Unsere Stärke ist zwar der Aufstieg, aber unsere Abfahrten waren heute schon viel besser als in den Vortagen; wir verloren nach Klosters hinunter nur eine halbe Minute. Morgen geht es um den zweiten Gesamtrang, aber auch ein dritter Platz würde uns glücklich machen.»

Trotz des Defektes haderte Samuele Porro im Ziel nicht mit dem Schicksal. Ihm hatten die hohen Temperaturen zu schaffen gemacht. «Vor einem Jahr war es hier sicher 20 Grad kühler», sagte er in Davos. Auf einen Gesamtsieg haben er und Fabian Rabensteiner zwar kaum mehr Hoffnung, den zweiten Rang wollen die Italiener aber auf jeden Fall verteidigen. Ihr Motto für den letzten Tag fassten sie einfach zusammen: «Attacco, attacco, attacco!»

«Die Italiener müssten die Hitze eigentlich besser ertragen als wir», stichelte ein glücklicher Nino Schurter nach seinem dritten Etappensieg. Den letzten Tag nehme er mit Lars Forster zwar mit einen schönen Vorsprung in Angriff, aber gewonnen hätten sie noch nicht: «Wir müssen alles gut einteilen, fokussiert bleiben und auch gut auf unser Material achten. Ein Defekt oder ein Sturz ist schnell passiert.»

Drei Kandidatinnen für Platz drei bei den Frauen

Bei den Frauen ist die Dominanz des führenden Teams noch grösser als bei den Männern: Annika Langvad (DEN) / Haley Batten (USA) (Team Specialized) gewannen ihre vierte Etappe und legten noch einmal fast sieben Minuten zwischen sich und ihre deutschen Verfolgerinnen Stefanie Dohrn / Elisabeth Brandau (Centurion-Vaude Radon). Ihr Vorsprung beträgt nun 32:32 Minuten.

Knapp elf Minuten hinter den zweitplatzierten Deutschen liegen die Schweizerin Ariane Lüthi und die Belgierin Alice Pirard (Andermatt Spur) auf Platz drei, gefolgt von Linda Indergand (SUI) / Karla Stepanova (CZE) (Maloja Pushbikers MTB) und die Deutschen Nina Benz / Kim Ames (GER) (jb Brunex Felt). Zwischen dem Rang drei und dem Rang fünf liegen nur knapp sieben Minuten; der dritte Podestplatz in der Endwertung ist also noch nicht vergeben.

Trotz der spannenden Ausgangslage vor dem letzten Tag gibt sich Kim Ames, die mit Nina Benz Etappen-Dritte wurde, grundentspannt: «Dies ist das schönste Rennen, das ich je gefahren bin!»

 

(Bilder: Marius Holler/Michael Chiarretta/zVg.)