Der Verwaltungsrat der Chur-Bergbahnen (BCD) ist erfreut, dass der Gemeinderat die Botschaft für eine Direktverbindung nach Brambrüesch gutgeheissen hat. Damit ist nun der Weg frei für die Volksabstimmung am 19. Mai 2019.

Der Churer Stadtrat hatte in der Botschaft an den Gemeinderat zuhanden der Sitzung vom 7. März 2019 beantragt, den BCD einen Investitionsbeitrag von 24,4 Mio. für eine Direktverbindung zu sprechen, dafür aber auf den bisherigen jährlichen Betriebsbeitrag von Fr. 370’000 zu verzichten. Die Diskussion im Gemeinderat hat gezeigt, dass sich die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte für die Brambrüesch-Bahn interessieren. So wurden viele Gedanken, Fragen und Anregungen ausgetauscht. Der VR wird sich Ende März an seiner nächsten Verwaltungsratssitzung mit diesen beschäftigen und wo angebracht mit dem Stadtrat besprechen. Die Churer Stimmbürger werden nun an der Urne darüber befinden können, ob sie in das Service Public-Angebot und eine zukunftsgerichtete Erschliessung nach Brambrüesch investieren wollen.

Direktverbindung ist günstiger und besser

Der Gemeinderat ist dem Argumentarium von Stadtrat und Verwaltungsrat gefolgt. Im Variantenvergleich schneidet die vermeintlich teurere Direktverbindung nämlich besser ab. Bereits nach acht Jahren Betrieb sind die Kosten für den blossen Ersatz der Gondelbahn höher. Einerseits muss dann die Pendelbahn ersetzt werden und andererseits bleiben die jährlichen Betriebsbeiträge ohne Direktverbindung bestehen. Wenn man die Investitionskosten der neuen Direktverbindung gemäss dem Harmonisierten Rechnungslegungsmodell HRM 2 auf 33 Jahre verteilt, kostet die neue Brambrüeschbahn die Stadt gleichviel wie bis anhin. Die Konzessionsdauer für die Direktverbindung beträgt 40 Jahre und stellt ein mutiges Generationenprojekt für Chur dar. Es kann ein grosses Wertschöpfungspotential für Chur erschlossen werden. Zum einen mit einer touristischen Nutzung auf dem Areal der Stadthalle, zum andern mit privaten Investoren für die Attraktivierung der Mittelstation und von Brambrüesch. Die BCD rechnet, mit der neuen Bahn in den ersten fünf Jahren jeweils über 7 Prozent zu wachsen. Die Gäste stammen aus den bisherigen Bereichen Familie, Geniesser und sportlich Aktive. Neu dazu kommen sollen die Segmente Businessgäste, Heididorf-Märkte (arabische Länder, China, Japan und Indien) sowie weitere Gäste von Churer Stadtführungen.

Mehrwert für Chur

Die Direktverbindung bietet laut Mitteilung grosses Potential für die Stadt Chur aber auch private Investoren auf dem Stadthallenareal bzw. der Mittelstation und auf Brambrüesch. Zudem ist die Convenience für die Bahngäste sehr hoch: keine Wartezeiten und eine Bergfahrt von lediglich 7 bis 8 Minuten. Allerdings gibt es einen zeitlichen Unsicherheitsfaktor, weil die Arealplanung bei der Talstation von der BCD nicht beeinflussbar ist und es Einsprachemöglichkeiten gibt. Falls die Churer Bevölkerung der Vorlage am 19. Mai 2019 zustimmt, wird der VR der BCD versuchen, bereits auf den Winter 2023/24 die neue Bahn in Betrieb nehmen zu können. Dies bedingt eine schnelle Lösung bei der Talstation, die Integration diverser Interessensgruppen, eine zügige Eingabe des Bahnprojektes beim Bundesamt für Verkehr und erfolgreiche Verhandlungen mit privaten Investoren.
(Bild: GRHeute)
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