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Der Trainerwechsel beim HC Davos hat erste Erfolge gebracht: Nach dem 3:2-Sieg vom Samstag in Fribourg gewann der Rekordmeister auch am Sonntag nach einer verrückten Aufholjagd in den letzten drei Minuten gegen Ambri mit 3:2 nach Penaltyschiessen. Die Ausgangslage der Bündner im Kampf um einen Playoff-Platz bleibt aber nach der besten Davoser Woche der laufenden Hockey-Saison aussichtslos. Die zehn Fakten vom Wochenende. 

1. Witolinschs Traum-Einstand

24 Stunden nach dem 3:2-Sieg in Fribourg setzte sich der HCD am Sonntag vor eigenem Publikum auch gegen Ambri-Piotta durch, ebenfalls mit 3:2, diesmal allerdings nach Penaltyschiessen. Und dieser Sieg hatte es wahrlich in sich… Aber first things first: Der HCD feierte am Samstag in Freiburg seinen ersten Sieg seit dem 3:1-Auswärtserfolg am 25. November gegen die ZSC Lions und natürlich den ersten unter Witolinsch.

Für den Letten bedeutete das Wochenende ein Traum-Einstand als HCD-Coach. Auch wenn er selbst das Team vor der Wochenend-Runde nur ein Training leiten konnte: Die Bündner waren offenbar motiviert, bis zum Umfallen zu kämpfen und ihrem neuen Trainer eine gute Visitenkarte abzugeben.

2. «Das tut dem Vertrauen gut»

Witolisch lobte nach dem Spiel gegen Ambri die kämpferische Leistung seiner Schützlinge und auch ihre grossartige Moral. «Schon in Freiburg gewannen wir nach einem 0:1-Rückstand, und jetzt besiegten wir Ambri nach einem 0:2. Das tut dem Vertrauen der Spieler sehr gut», meinte Witolinsch gegenüber www.hcd.ch.

 

3. Der erste Heimsieg seit September

Dass der HCD diese Saison vor eigenem Publikum eine Negativserie hinlegte wie nie zuvor seit Beginn der Playoffs, ist bekannt und mehr als einmal besprochen worden. Nun endlich ist der Bann gebrochen: Nach zehn Heimspielen ohne Sieg – das letzte Mal siegte der HCD Ende September vor eigenem Publikum – durften die Fans in der Vaillant Arena endlich wieder mal jubeln. Es war übrigens auch das erste Mal in dieser Saison, dass der HC Davos an einem Wochenende beide Spiele für sich entscheiden konnte.  

4. Das Glück erzwungen

Lange, sehr lange, sah es am Sonntag danach aus, als ob der HCD einmal mehr als Verlierer vom eigenen Eis gehen müsse. Im ersten Drittel wurde der HCD richtiggehend überfahren, ging aber dank einem überragenden Gilles Senn im HCD-Kasten mit einem 0:0 in die Pause. Im zweiten Durchgang steigerten sich die Bündner etwas, das einzige Tor erzielte aber Ambri durch Marco Müller in der 24. Minute. Und als die Leventiner in Schlussdrittel zum 2:0 erhöhten und den Davoser Angriff bis dahin immer im Griff hatten, schien der Mist geführt.

Doch so stark die Bianco-Blu derzeit in Form sind, ein Spitzenteam in der National League sind sie nicht. Sie zogen sich zurück, beschränkten sich aufs Verwalten des Vorsprungs und wurden prompt dafür bestraft. Chris Egli traf nach 57:07 Minuten zum 1:2-Anschlusstreffer, und sofort ging nicht nur ein Ruck durch die Mannschaft, sondern durch das ganze Stadion: Nur 53 Sekunden später sorgte Luca Hischier für den vielumjubelten Ausgleich. Und das war noch nicht das Ende.

5. Auch im Penaltyschiessen Willen gezeigt

Das grosse Momentum, das nun auf Seite der Davoser war, zeigte sich zuerst in der Verlängerung, als der HCD die gefährlichere Equipe war. Und im Penaltyschiessen zeigten die Gelb-Blauen erneut Moral, als sie einen Rückstand in den Sieg umdrehten: Mit Tino Kessler, Marc Aeschlimann und Marc Wieser skorten drei Davoser in Serie zum prächtigen Comeback-Sieg.

Man konnte angesichts des Jubels in der Vaillant Arena fast vergessen, wie der HCD in der National-League-Tabelle dasteht. Von einer tollen Choreographie der HCD-Fans vor Spielbeginn über die begeisternde Ambiance in den Schlussminuten – selbst auf den Friedhofsrängen der Sitzplätze gabs Emotionen – boten die 5547 Fans beste Werbung für die bevorstehende Davoser Festwoche. 

6. Hut ab vor dem Davoser Kampfgeist

Man hatte zwar über weite Strecken des Spiels vom Sonntag das Gefühl, dass Ambri stilsicherer war, routinierter und defensiv stabiler. Vorteile hatte der HCD eigentlich nur auf der Goalieposition und beim Kampfgeist. Schön, dass der leidenschaftliche Einsatz der Bündner für einmal belohnt wurde. Es war förmlich spürbar, wie das gewonnene Selbstvertrauen bei Spielern und Zuschauern wie Öl runterging. 

7. Nicht blenden lassen

Der HCD beendet das Meisterschaftsjahr 2018 somit mit zwei Siegen. Nun steht mit dem Spengler Cup das grosse Kräftemessen mit ein paar richtigen Schwergewichten an. Den jungen Davosern dürfte diese Challenge nur gut tun. Denn so sehr sich die HCD-Fans über das Weihnachtsgeschenk gegen Ambri freuen dürfen, muss man realistisch sein: Über weite Strecken des Spiels war Ambri am Sonntag die bessere Mannschaft.

Davos konnte offensiv wenig bis nichts ausrichten. Und in der Defensive hielt sich Davos zwar wacker, wenn es allerdings brenzlig wurde, dann liessen sich die Youngster immer wieder zu haarsträubenden Querschlägern und «Befreiungsversuchen» verleiten, die oft zu heiklen Szenen führten.

8. Die Zahlen sprechen für sich

Trotz des Doppelsiegs kommt der HC Davos in dieser Saison höchstwahrscheinlich nicht um die Playouts herum. Der Rückstand auf den rettenden achten Platz beträgt 23 Runden vor Schluss 17 Punkte. Um die wahrscheinlich nötigen 66 Zähler zu erreichen, müsste der HCD die restlichen Spiele durchschnittlich 1,78 Punkte pro Spiel erzielen. Diese Quote hat diese Saison bisher nur Zug, Bern und Biel erreicht.    

9. Die Skorer

Als Matchwinner in Fribourg konnte sich der vom SC Bern nach Davos gekommende Dario Meyer mit zwei Toren feiern lassen. Perttu Lindgren liess sich am Samstag zwei Assists gutschreiben, Captain Andres Ambühl ein Tor und einen Assist. Beim Heimspiel gegen Ambri skorte Chris Egli das wichtige 1:2, den Ausgleich kurze Zeit später schoss der ebenfalls von Bern zu Davos gewechselte Luca Hischier mit seinem vierten Saisontreffer.  

10. Wie weiter?

Für den HC Davos geht die Schweizer Meisterschaft am 2. Januar mit dem Heimspiel gegen Lugano weiter. Es ist der Auftakt einer englischen Woche mit vier Spielen innert sieben Tagen: Nach den Bianconeri wartet das Auswärtsspiel in Zug (5.1.), das Heimspiel gegen Servette (6.1.) und das Auswärtsspiel in Lausanne (8.1.) – und spätestens dann wird man mit Gewissheit sagen können, ob «Eishockey-Wunder» auch nach Weihnachten möglich sind. Zuerst einmal gehts nun aber an den Spengler Cup – die Vorschau auf das grosse Fest morgen auf www.GRHeute.ch. 

 

 

(Bilder: Screenshot SRF/GRHeute)