Die Vorabklärungen für einen möglichen Zusammenschluss von Chur mit Maladers sind weitgehend abgeschlossen. Das Gesuch um Ausrichtung eines kantonalen Förderbeitrags ist eingereicht, die Botschaft an den Gemeinderat in Arbeit. Das Volk soll am 25. November 2018 über den Zusammenschluss befinden.

Bereits im Jahr 2009 veranlassten der Stadtrat von Chur und der Maladerser Gemeindevorstand eine Vorstudie für einen möglichen Zusammenschluss, der jedoch nicht weiterverfolgt wurde. Im Jahr 2016 beauftragte die Gemeindeversammlung Maladers den Gemeindevorstand, die Fusionsverhandlungen mit Chur wiederaufzunehmen. Im Jahr 2012 fusionierte das Schanfigg zur Gemeinde Arosa; Maladers blieb alleine.

Der Stadtrat zeigt sich gegenüber diesem Ansinnen offen, denn seit den ersten Fusionsabklärungen hat sich die Situation auf beiden Seiten verändert: Die Schwierigkeit, in Maladers öffentliche Ämter zu besetzen, hat den Fusionsdruck nochmals erhöht, und auch auf Seiten der Stadt Chur haben sich die Vorzeichen mit der in Kraft stehenden FA-Reform verändert, so dass eine Fusion auch nicht an finanziellen Fragen scheitern dürfte.

Mittlerweile sind die Projektarbeiten soweit fortgeschritten, dass beim Departement für Finanzen und Gemeinden das gemeinsame Gesuch um Ausrichtung eines kantonalen Förderbeitrags an den Zusammenschluss eingereicht wurde. Der Gemeinderat wird nach den Sommerferien detailliert über das Projekt orientiert. Der Stadtrat plant, dem Gemeinderat die entsprechende Botschaft an der Sitzung vom 6. September 2018 zu unterbreiten; das Stimmvolk soll am 25. November 2018 über den Zusammenschluss befinden. Sofern dieser eine Mehrheit findet, träte er per 1. Januar 2020 in Kraft.

In einem möglichen Zusammenschluss sieht der Stadtrat keine primären Vor- oder Nachteile. Vielmehr geht es um eine übergeordnete Sicht im Zusammenhang mit den überregulierten Strukturen von Kanton und Gemeinden. Maladers ist heute stark nach Chur orientiert und finanziell gesund. Im Zusammenschluss sieht der Stadtrat die Chance, im Bündner Rheintal ein Zeichen zu setzen, dass auch Chur bereit ist, Fusionen zu prüfen und Strukturen zu vereinfachen. Maladers hat Mühe, aus strukturellen Überlegungen, aber auch aus personellen Gründen, alleine zu bleiben und will sich an Chur anlehnen. Der Stadtrat erachtet diesen Umstand als Pflicht Chance, dass die Stadt offen und aufgeschlossen ist.

 

(Bild: GRHeute)