Brüssel, Chicago, Athen, Kalkutta – um nur einige der Orte zu nennen, an denen sich der „little moutain boy“ aus dem Unterengadin derzeit herumtreibt. Die Figur mit der wir aufgewachsen sind trägt Graubünden in die Welt hinaus, und räumt Preis um Preis an Filmfestivals ab – aber was macht die Anziehungskraft des Filmes aus?

Die wunderschöne Bündner Bergwelt, die herzerwärmenden Schauspieler, die traumhafte Filmmusik – all das trägt sicher dazu bei die Zuschauer an den Filmfestivals in den USA, in allen Ecken und Enden Europas und in Asien zu verzaubern. Aber während sich die Kinder in Indien wohl kaum ein Schweizer Bergdorf im Winter vorstellen können, so können sie sich doch mit den Figuren des Films identifizieren. Der Zusammenhalt in der Familie, für einen Freund einstehen – das sind Dinge, die uns Menschen, gross und klein, einen. Wir alle erkennen uns in der Geschichte wieder, unsere Sehnsüchte und Träume, aber auch unsere Ängste und Unsicherheiten. Freundschaft, Liebe, Natur und Abenteuer, das sind die 4 Werte auf denen die Verfilmung des Kinderbuchklassikers „Schellen Ursli“ basiert, und diese universellen Werte sind es, die die Zuschauer auf der ganzen Welt abholen.

So verwundert es nicht, dass die Kinder am 19. Olympia Kinder- und Jugendfilmfestival in Griechenland die gleichen Fragen zum Film haben wie die Schweizer Kinder.

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Wie heisst der Wolf? Und kann Uorsin wirklich mit den Tieren sprechen? Die Augen der Schulkinder leuchten, sie können kaum stillsitzen vor Aufregung, weil welches Kind wünscht sich nicht, mit Tieren sprechen zu können.

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Wo wir Erwachsenen die Traumwelt eines Films brauchen um der Realität mal für einen Moment entfliehen zu können, so IST die Welt im Film für die Kinder Realität. Sie haben Angst um Uorsin dass er bei den Dreharbeiten von der Brücke gestürzt ist und sich weh getan hat! Und wie hat er es so lange in der Lawine aushalten können? Uorsin ist in den 100 Minuten die der Film dauert ihr Freund geworden, sie möchten ihm beistehen und ihm helfen, mit der Ungerechtigkeit fertig zu werden. Vielleicht hätten sie nicht so viel Mut gehabt wie er – aber seine Taten wiederum machen ihnen Mut, ihre eigenen Ziele zu verfolgen und ihre Träume zu verwirklichen. Selbst die begleitenden Lehrer aus der Nähe von Athen sind gerührt  – „Schellen Ursli“ sei wie ein Walt Disney Film, nur viel schöner, nicht zuletzt wegen der fantastischen Bilder und Kameraführung.

14 Monate nach der Premiere in Chur ist der Held unserer Kindheit immer noch auf Tour um die Welt. Nach USA, Belgien, Griechenland und Indien läuft „Little mountain boy“ Ende Januar 2107 am International Children’s Filmfestival in Bangladesh und wird hoffentlich auch dort die Zuschauer in seinen Bann ziehen – auf Bengali.

(Bilder: zVg.)