Heidi Happy geht auf grosse Christmas Tour und beehrt mit wunderschönen amerikanischen Weihnachtsklassikern und Heidi Happy-Songs am 18. Dezember 2016 auch die Churer Werkstatt. Heidi Happy ist so ein Name, an dem seit Jahren in der Schweizer Musikszene niemand mehr vorbei kommt.

Allerspätestens seit Bliggs Hit «Musigg i dä Schwiiz» ist er auch noch dem letzten Spätzünder ein Begriff. Wie viel Serotonin ihre Musik über die Bündner Hauptstadt aussenden wird und wie es weiter geht mit der Karriere der Luzernerin, haben wir mal nachgefragt.

Weihnachten wird dieses Jahr so richtig zärtlich zelebriert: Heidi Happy versüsst unsere Adventszeit mit einer herzerwärmenden Weihnachtskompiliation. Amerikanische Weihnachtsklassiker verzaubern mit vollkommener Schönheit, denn Heidis warme Stimme entfaltet dank der verspielten Klavierbegleitung ihres Lieblingspianisten Ephrem Lüchinger ihre ganze Wirkung. Die Romantik der allseits bekannten Melodien wird voll ausgeschöpft, indem grossartig orchestrierte Interpretationen wie Dean Martins «Let It Snow» oder Frank Sinatras «Walking In A Winter Wonderland» auf das Wesentliche reduziert werden: Heidis sanfte Stimme und ein virtuoses Piano. Dieses beindruckende Zusammenspiel bietet ein innig berührendes Erlebnis und verwandelt Weihnachtsverschmäher in Schwärmer. Zum Geniessen, Zurücklehnen und in schönen Erinnerungen schwelgen.

So heisst es im Pressetext zum Konzert am 18. Dezember in der Werkstatt Chur. Doch was bedeutet Graubünden der Luzernerin überhaupt? Wir haben mal nachgefragt.

 

Vier von deinen bisherigen fünf Alben haben den Sprung in die Hitparade geschafft. Kannst du dich an den ersten Charteinstieg erinnern? Wie war es damals für dich?


Mein damaliges Label (Little Jig Records) hat mich angerufen, um mir die Neuigkeit zu überbringen und wir waren beide völlig aus dem Häuschen. Ich hatte mir nie zuvor Gedanken über die Charts gemacht und hätte auch nie gedacht, dass ein solch massenuntaugliches Album überhaupt eine Chance hätte. Für mich war es, als ob ich ein Ticket für die Freiheit gewonnen hätte, meine Musik nie irgend einer potentieller Hörerschaft anpassen zu müssen.

Was ist dein Rezept für den anhaltenden Erfolg?


Ich mache Musik, die aus meinem Herzen kommt, mir selber gefällt und die mir gut tut. Das klingt zwar ein bisschen selbstverliebt, ist aber anscheinend ansteckend.

Was rätst du jungen Künstlerinnen für eine erfolgreiche Karriere?


Eifert nicht irgendwelchen Idolen nach, zieht euch besser zurück und hört, was in euch drinnen ist.

Du hast drei Jahre in Amsterdam studiert und gelebt. Wie beeinflusst dich deine zweite Heimat heute noch?

An der Kunstschule in Amsterdam habe ich gelernt, meine Ziele so hoch zu stecken, dass ich nicht sicher bin, ob ich sie überhaupt schaffe. Das gibt ein ganz anderes Lebensgefühl. Auf dem Weg zum Ziel ist man top motiviert, weil es einfach unfassbar wäre, wenn man es tatsächlich schaffen würde, und wenn man dann ein solches Ziel erreicht, ist man überglücklich, erleichtert… und sogar ein wenig stolz. In der Schweiz werden solch hochgesteckten Ziele meistens als grössenwahnsinnig oder unrealistisch abgetan und gar nicht erst angestrebt.

 

Du bewegst dich mit deinen Songs zwischen Jazz, Folk und kleiner Kammermusik. Erfreut es dich, dass in den letzten Jahren immer mehr Künstler aus diesen Bereichen im Mainstream ankommen?

Ich bewege mich, wo immer es mich hinzieht. Manchmal ist es auch Pop oder Elektro, vielleicht ist es mal Schlager, wer weiss. Ich musste bei der Anmeldung meines Weihnachtalbums schmunzeln, weil ich zum ersten Mal eindeutig eine Stilrichtung angeben konnte: Jazz. Normalerweise sind es sechs und ich muss mich auf drei beschränken.

Ist es nicht sogar ein klein wenig der Verdienst von Sophie Hunger und dir?

Da gab es ja noch einige vor uns (Joni Mitchell etc.)… Wir hatten Glück, dass es bei uns gerade an der Zeit war, eine alte Musikrichtung wieder aufleben zu lassen.

Was war dein bisheriges Karrierehighlight?


Persönlich: Das Album Hiding With The Wolves, das ich selber für Band und Sinfonieorchester schrieb und arrangierte.

Öffentlich: Die CD Aufnahmen mit Yello und die Live-Auftritte mit Stephan Eicher.

 

Wie wichtig ist dir die Tradition Weihnachten?


Mir ist wichtig, dass ich regelmässig mit meinen Liebsten zusammenkomme. Das Musizieren mit der Familie geniesse ich auch. Die Weihnachtsgeschichte ist für mich nicht im Zentrum und die Geschenke schon gar nicht.

Welcher ist dein Lieblingsweihnachtssong?


Have Yourself A Merry Little Christmas.

Schreibst du auch selbst Weihnachts-Songs?


Wir haben einen eigenen Weihnachtssong geschrieben (Snow Falls On The Patio), der auch auf dem Album ist.

Was hörst du eigentlich privat für Musik?


Im Moment höre ich eine Kinderliederplatte, die meine Mutter in den 70ern aufgenommen hat, weil mein 15 Monate alter Sohn immer wieder mit «Oh! Oh!»-Rufen darauf deutet.

Magst du auch andere Genres wie Hardrock oder Rap?


Beim Wort Hardrock fallen mir sofort die Mix Tapes ein, die mir meine älteren Brüder zusammengestellt haben, als ich noch in der Primarschule war. Dort waren viele Lieder drauf, die mir heute noch gefallen.

Mit Rap habe ich vor allem bei Kollaborationen zu tun, zum Beispiel mit GeilerAsDu oder Knackeboul.

Du bist auch im Ausland recht erfolgreich. Ist es allein in der Schweiz unrealistisch von der Musik zu leben?


Im Gegenteil! Die Auslandtourneen sind oft mit einem hohen finanziellen Aufwand (Reise, Kost & Logie, Musiker- und Technikergagen, Promo) verbunden und wären, da die Konzertgagen im Ausland meistens tiefer sind, nicht ohne Quersubventionierung und finanzielle Unterstützung möglich.

In Luzern gibt es eine pulsierende Rapszene. Verfolgst du diese mit oder ist dies nicht so deine Welt?

Ich kriege vor allem mit, was bei GeilerAsDu passiert, weil ich diese seit unserer Zusammenarbeit auch kenne und schätze.

Wie gefällt es dir in Graubünden?


Sehr gut! Ich war schon als Kind oft bei euch, hatte in Savognin meinen ersten Skiunterricht. Mir gefallen aber auch die Berge im Sommer. Und die vielen schönen Festivals (Songbird, Zauberwald, Da Jazz, Openair Hohen Rätien, …). Die Werkstatt ist eines meiner Lieblingslokale, gemütlich und herzlich!

Welche Vertreter der Bündner Musikszene kennst du, respektive hörst du?


Mir fällt gleich Sektion Kuchikäschtli ein. Und Gimma. Da ist aber kennen schon fast übertrieben.

Wann wird es wieder eine neue CD von dir geben?

Vielleicht nächstes Jahr. Oder jenes danach. Es stauen sich langsam wieder Ideen an!

Hast du bereits gute Vorsätze für nächste Jahr gemacht? Wenn ja, wie sehen diese aus?


Ich hab vor der letzten Frage noch gar nicht daran gedacht, dass das Jahr bald zu Ende geht!

Das Weihnachtsalbum «Merry Christmas with Heidi Happy» ist am 18. November 2016 erschienen. Live in der Region spielt sie am 18. Dezember 2016 in der Werkstatt. Tickets sind im Vorverkauf erhältlich.

Mehr Infos zu Heidi Happy gibt’s unter www.heidihappy.ch

 

 

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