Was braucht es, um bis ins hohe Alter zu Hause leben zu können?
Dieser Frage ging das Gesundheitszentrum Unterengadin (CSEB) im Auftrag der Gemeinden Samnaun, Valsot, Scuol und Zernez nach und lancierte im Jahre 2017 zusammen mit dem Gesundheitsamt Graubünden und der Pro Senectute das kantonale Pilotprojekt «Agir cumünaivelmaing in Engiadina Bassa / Gemeinsam handeln im Unterengadin».

Nun haben das CSEB und ihre Trägergemeinden mit diesem Projekt den nationalen Preis «Gesunde Gemeinde 2020» gewonnen.

Das Gesundheitszentrum Unterengadin (CSEB) nimmt im Auftrag der Trägergemeinden Samnaun, Valsot, Scuol und Zernez die Aufgaben „Gesundheitsförderung“ und „Prävention“ wahr. Dank der Erhaltung der Selbstbestimmung, der Optimierung des Lebensumfelds und der Sicherung von sozialen Kontakten sollen die älteren Menschen in der Region möglichst lange zu Hause leben können. Welche Rahmenbedingungen sind dafür notwendig? Um dies zu erfahren, lancierte die Beratungsstelle «Chüra – Pflege und Betreuung» des CSEB in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Graubünden und der Pro Senectute das Projekt «Agir cumünaivelmaing in Engiadina Bassa / Gemeinsam handeln im Unterengadin».

Im Rahmen eines Beteiligungsprozesses wurden Seniorinnen und Senioren, ehrenamtlich Tätige und weitere Interessierte eingeladen, neue, innovative Ideen für ein attraktiveres Lebensumfeld für ältere Menschen im Unterengadin zu entwickeln, um so mit neuen Impulsen positiv auf die Lebensgestaltung und die Lebensqualität im Alter Einfluss zu nehmen. In verschiedenen Zukunftswerkstätten und Arbeitsgruppen haben die zahlreichen Beteiligten ihre Bedürfnisse, Ideen und Visionen zu einer attraktiven Wohnortgestaltung in den Bereichen Selbständigkeit, Mobilität sowie Gesundheitsförderung im Alter zusammengetragen und erörtert. Aus den zahlreichen kreativen und innovativen Ideen sind vielfältige zukunfts- und bedürfnisorientierte Projekte hervorgegangen. Diese wurden und werden in Zusammenarbeit mit den Seniorinnen und Senioren in den einzelnen Gemeinden umgesetzt. Das CSEB wid- met diesen Preis daher primär jenen Menschen, welche sich an diesem Prozess beteiligen und damit eine noch höhere Lebensqualität älteren Menschen in der wunderbaren Region Unterengadin bewirken.

Auch die Gemeindebehörden wurden in das Projekt miteinbezogen und auf das Thema „Gesundheitsförderung und Prävention im Alter“ sensibilisiert – 1/3 der Bevölkerung im Unteren- gadin ist über 65 Jahre alt. Unter anderem wurden bisher bereits folgende Projekte umge- setzt:

  • Erarbeitung einer Altersbroschüre mit wertvollen Tipps und Hinweisen rund um das Leben im Alter im Unterengadin,
  • Angebotsbroschüre mit einer Darstellung der Angebote für Seniorinnen und Senioren im Unterengadin,
  • Neuorganisation der Freiwilligenarbeit und Rekrutierung von zusätzlichen Freiwilligen,
  • gemeinsame Ausflüge von Senioreninnen und Senioren, wodurch neue Freundschaf-ten und wertvolle Sozialkontakte entstanden sind,
  • Überprüfung der Standorte der Sitzbänke im Unterengadin bezüglich ihrer Zweckmäs-sigkeit – in der Folge sind neue Standorte hinzugekommen,
  • Entwicklung neuer Angebote – so zum Beispiel gemeinsames Kochen und Essen,Malkurse, Kurse für neue Medien u.a.m.Am gemeinsamen Schlussforum wurden die Ergebnisse und Erkenntnisse der Arbeitsgrup- pen aus allen Gemeinden präsentiert. Mit dem Projektabschluss wurden die Aktivitäten im Rahmen eines Verankerungskonzepts in die künftige Umsetzungsplanung und deren Orga- nisation überführt. So wird beispielsweise jährlich allen Seniorinnen und Senioren im Un- terengadin eine Angebotsbroschüre zugestellt und jedes Jahr wird ein lokales oder regiona- les Altersforum organisiert. Ziel ist es, die älteren Menschen im Unterengadin aktiv an der Gestaltung ihres Lebensumfeldes mit einzubinden. Gemeinsam will man sich immer wieder mit der Frage zu befassen, mit welchen Massnahmen auf die alltäglichen Lebenssituationen von Seniorinnen und Senioren eingewirkt werden kann, um ihnen ein Leben zu Hause bis ins hohe Alter zu ermöglichen. Das Unterengadin wird auch künftig mit allen Betroffenen und beteiligten Partnern gemeinsam handeln.

    (Quelle: Gesundheitszentrum Unterengadin)

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