Tourismus.total: «Grazcha fich!»

Im Heimmarkt die Romandie nicht sträflich zu vergessen und uns doch möglichst auch mal innerhalb Graubündens gegenseitig zu besuchen, lauteten hier zwei zentrale Aufrufe der letzten Kolumnen-Beiträge aus Pontresina. Nun, nachdem sich der Sommer mehrheitlich so entwickelt, wie wir es während dem Lockdown noch kaum zu erträumen gewagt hätten, sollte man als Bündner Touristiker deshalb auch mal demütig innehalten und ein herzliches «grazcha fich» aussprechen.

Besonderer Dank gebührt allen, die Graubünden die Stange gehalten oder unsere Schweizer Ferienecke in den letzten Monaten als Gäste neu für sich entdeckt haben. Er gilt stellvertretend aber z.B. ebenso den auf unterschiedlichsten Ebenen involvierten touristischen Partnern, beziehungsweise ihren Mitarbeitenden, welche unter aussergewöhnlichen Bedingungen mitziehen und nicht selten bereit sind auch gemeinsame Parforceleistungen zu erbringen. Dass Tourismus letztlich immer noch People-Business ist und weiterhin Teamwork bleibt, manifestiert sich heuer erst recht und in beeindruckendster Weise. Dass trotz derzeit erfreulichem Sommergeschäft viel Ungewissheit besteht, was unsere Branche in den kommenden Monaten und gar Jahren erwartet, lässt sich jedoch nicht wegschreiben – zu fragil präsentiert sich die Situation nach wie vor. Mit der gewonnenen Zuversicht, dass wir auch als stark von KMU geprägte Branche weiterhin durchaus anpassungsfähig und Beachtliches zu leisten imstande sind, müssen wir dennoch versuchen die Tourismuszukunft proaktiv bei den Hörnern zu packen. Aus Sicht einer lokalen Tourismusorganisation heisst das bei uns in Pontresina beispielsweise, dass wir nicht nur die einleitend erwähnten Aufrufe starten, sondern insbesondere die strategisch verabschiedeten Versprechen einhalten wollen. Das essentielle Versprechen etwa, unseren Fokus noch gezielter auf die Weiterentwicklung der Gästeerlebnisse zu richten.

Dass es sich dabei lohnt partnerschaftlich Synergien zu nutzen und durchaus auch über den eigenen Gartenhag hinaus gemeinsame Sache zu machen, beweist etwa der Erlebnisraum Bernina Glaciers. Dieser von Pontresina Tourismus zusammen mit Valposchiavo Turismo geführte Verein, setzt sich über die Sprach- und Regionsgrenze hinweg für eine gebündelte touristische Entwicklung der Attraktionen rund ums Südbündner Gletschergebiet ein. Entlang der zum UNESCO-Welterbe gehörenden Berninalinie der Rhätischen Bahn können wir, dank dem initiativen Mitwirken kleinerer wie grösserer Tourismuspartner, mittlerweile in beachtlicher Kadenz mit faszinierenden Neuheiten aufwarten. Zuletzt etwa mit einer Camera Obscura auf Ospizio Bernina oder dem Wasserfallweg Cascada da Bernina in Morteratsch. Das hochalpine Berninagebiet verstehen wir für Pontresina und Südbünden als eines unserer zentralen ganzjährigen Standortvorteile. Damit Besucher das Angebot begeistert weiterempfehlen und möglichst wiederkehren, wollen wir deshalb auch in Zukunft mit vereinten Kräften an der Attraktivierung der vielfältigen Hop-on/Hop-off-Erlebnismöglichkeiten zwischen dem Engadin und der Valposchiavo arbeiten. Der Verein Bernina Glaciers hat jedenfalls auch für die kommenden Monate und Jahre wieder spannende neue Argumente für Besuche im Bündner Gletscher-Erlebnisraum in petto. Versprochen.

Die Tourismus-Total-Expertenrunde von GRHeute berichtet einmal wöchentlich über aktuelle Tourismusthemen für Graubünden. Heute für Sie unverblümt und direkt von der Front: Ursin Maissen, Pontresina Tourismus.

(Bild: GRHeute)

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