Drei Wolfsrudel leben momentan in der Gegend von Lumnezia. Die Wölfe machen die die Nutztiere unruhig, was zu Übergriffe auf Touristen führen könne. Eine Arbeitsgruppe vom Bund arbeitet an Lösungen.

Die Gemeinde Lumnezia kündigte letzte Woche die Erwägung einer temporären Sperrungen der Wander- und Bikewegen an. Momentan bewegen sich mehrere Wolfsrudel in der Region. «Die Wölfe versetzen die Nutztierherden in grosse Aufruhr. In der Folge kommt es vor, dass die Herden auch bei Begegnungen mit Wanderern und Bikern sehr aggressiv reagieren, panisch fliehen oder sogar Personen angreifen», heisst es in der Mitteilung. Und weiter: «Bei Anwesenheit von Wölfen reagieren auch die Herdenschutzhunde in den Schafherden aufgebracht und zeigen ein verstärktes Abwehrverhalten.»

Betroffen von den temporären Sperrungen sind Wanderwege in Gebieten, in denen die Wölfe aktiv sind und Rinder- und Kuhherden in Panik versetzen. Dazu gehören auch bekannte Routen wie die Greinaebene. «Leider ist auch eine Sperrung der Greinaroute nicht ausgeschlossen. Die Sicherheit der Wanderer und Biker geht vor», sagt Duri Blumenthal, Gemeindepräsident. Einheimische und Touristen werden gebeten, die spezielle Signalisation zu beachten.

Die Alpen sind für alle da

Eine Arbeitsgruppe vom Bund arbeitet an Lösungen für das Zusammenleben von Wolf und Mensch. Das Ziel sei, dass alle die Alpen brauchen können; die Bauern zum Weiden, Touristen zum Wandern und die Wildtiere als Lebensraum. Heinz Feldmann leitet die Gruppe und sagt gegenüber SRF: «Die gemeinsame Nutzung muss auch zukünftig garantiert werden können. Es müssen Parameter geschaffen werden, dass das für alle einigermassen stimmt.» Die Analyse der Arbeitsgruppe zeigt: Der Wolf könnte zu einem Problem werden. Was auffalle sei, dass die Störfaktoren für die Nutztiere auf den Alpen allgemein zugenommen haben: Drohnen, Gleitschirmflieger und auch Wanderer mit Hund. «Man kann nicht abschliessend sagen, dass etwas alleine Einfluss hat. Faktoren von verschiedensten Arten können möglicherweise in der Summe zu einem grossen Problem werden», so Feldmann.

Zur konkreten Planung gibt die Arbeitsgruppe keine Auskunft. Erst Massnahmen können laut SRF allerdings schon bald umgesetzt werden.

(Bild: zVg)