Ob wildromantische Seitentäler und Gletscherlandschaften oder die höchsten Berge Graubündens. Ob nordseitiger Ausgangspunkt zur alpenüberquerenden Berninalinie (UNESCO-Welterbe Rhätische Bahn) oder das Zuhause der grössten Steinbockkolonie der Alpen. Dank solcher Highlights darf das hochalpine Pontresina mitunter auf seine lange Tourismushistorie zurückblicken. Sie sind ebenso dafür mitverantwortlich, dass sich die Übernachtungszahlen im Winter- und Sommerhalbjahr die Waage halten. Und es sind im Grunde ganzjährige Südbündner Standortvorteile. Vorzüge, die punkto Erlebnisgestaltung auch in Zukunft attraktive Chancen eröffnen. Sowohl fürs Engadin, für die Valposchiavo und für den gesamten Tourismuskanton Graubünden.

 

Als neuer Kolumnist von Tourismus.Total freue ich mich fortan einige Einblicke zu unserer lokalen Tourismusorganisation gewähren zu dürfen. Zum Auftakt erscheint es mir daher wichtig, Ihnen zunächst unsere Rolle als «touristische Standortentwickler» der Gemeinde Pontresina etwas näher zu bringen. Denn, im Zusammenspiel mit unseren Anspruchsgruppen und den regionalen sowie überregionalen Vermarktungspartnern, steht bei Pontresina Tourismus folgendes klar im Fokus: das Erlebnis vor Ort.

 

Diese bewusste Angebots- und Erlebnisorientierung widerspiegelt sich auch in den vom Tourismusrat und Gemeindevorstand verabschiedeten strategischen Stossrichtungen 2019 bis 2023. So sehen diese beispielsweise eine konsequente und infrastrukturnahe (Weiter-)Entwicklung unserer lokalen «Erlebniszonen» vor. Samt klaren thematischen Schwerpunkten und mit gebündelten Kräften. Veranschaulichende Exempel sind etwa das «Steinbockparadies Pontresina» oder die örtliche «Flaniermeile». Ebenso der gemeinsam mit der Valposchiavo verantwortete «Erlebnisraum Bernina Glaciers».

 

Zugegeben, es sind bewusst eher evolutionäre denn revolutionäre Pfade die Pontresina Tourismus beschreitet. Strenggenommen ist es in unserem von KMU geprägten Umfeld quasi eine Rückbesinnung auf eine zentrale Idee einstiger «Kur-, Verkehrs- und Verschönerungsvereine». Es ist gleichzeitig das dezidierte Bekenntnis zu kommunalen Investitionen in die Infrastruktur und Erlebnisgestaltung. Im heutigen Kommunikationszeitalter aus unserer Sicht letztlich eine der nachhaltigsten Investitionen ins Marketing. Anders gesagt: als Tourismusabteilung der Gemeinde besteht unsere Kernaufgabe nicht in der Neuakquise («Gäste holen»), sondern vielmehr in einer proaktiven Mitgestaltung unseres touristischen Angebots und des öffentlichen Raums. Mit der Zielsetzung, die Pontresiner Gäste vor Ort fürs «Entdecken und Geniessen» zu begeistern. Damit sie sich weiterhin zum «Wiederkehren und Weiterempfehlen» entscheiden.

Die Tourismus-Total-Expertenrunde von GRHeute berichtet einmal wöchentlich über aktuelle Tourismusthemen für Graubünden.Heute für Sie unverblümt und direkt von der Front: Ursin Maissen, Pontresina Tourismus.