Kenntnisse in der Zweitsprache Deutsch sind für fremdsprachige Kinder eine wichtige Voraussetzung für den gelingenden Start in den Kindergarten. Ab Schuljahr 2020/2021 wird die Teilnahme zur frühen Deutschförderung im Jahr vor dem Kindergarten verpflichtend sein, falls ein Kind über keine oder zu geringe Deutschkenntnisse verfügt. Die Stadt Chur beteiligt sich an den Kosten der Sprachförderung und bietet ein Elternbildungsangebot an.

303 Familien mit Kindern des Jahrganges 2016 erhalten in diesen Tagen Post von den Sozialen Diensten. Erstmals im Verteiler sind auch Familien aus Maladers. Die Familien werden über die bestehenden Angebote im Frühbereich informiert und auf die Informationsplattform des Familienzentrums Planaterra aufmerksam gemacht: Dort sind alle Angebote in den Bereichen Bildung, Betreuung, Soziales oder Kultur zu finden.

Speziell hingewiesen wird auf das sprachliche Frühförderprogramm „Deutsch für die Schule“, das ab Schuljahr 2020/2021 neu als selektives Obligatorium funktionieren wird. Familien mit mutmasslich fremdsprachigem Hintergrund erhalten einen Fragebogen zugesandt, in welchem sie Auskunft über den Sprachstand der deutschen Sprache ihres Kindes mit Jahrgang 2016 erteilen. Der Fragebogen ist in 13 Sprachen verfügbar.

Zeigt die Auswertung des Fragebogens, dass ein Kind ungenügende Deutschkenntnisse hat, wird die Teilnahme am Programm „Deutsch für die Schule“ verpflichtend und die Familie erhält ein Anmeldeformular. Eine Informationsveranstaltung für interessierte Eltern findet am Samstag, 25. Januar 2020, von 14:00 bis 16:00 Uhr, in der Aula des Schulhauses Daleu in Chur statt.

Das Programm „Deutsch für die Schule“ gibt es in Chur seit 2015. Es beinhaltet den Besuch einer Spielgruppe, Kinderkrippe, Tagesfamilie oder des Frühkindergartens. Dort sind die Kinder mit deutschsprechenden Kindern in Kontakt und werden von geschultem Personal betreut. Zusätzlich nehmen die Eltern an Elternveranstaltungen teil und unterstützen ihre Kinder in der Sprachentwicklung der Erstsprache, wie auch der Zweitsprache Deutsch, der zukünftigen Bildungssprache der Kinder. Die Eltern erhalten Informationen über die Angebote im Frühbereich der Stadt Chur, das Schulsystem in der Schweiz, die Themen Gesundheit und Freizeitgestaltung.

Dass das sprachliche Frühförderprogramm bereits grosse Akzeptanz erfährt, zeigt die Tatsache, dass im laufenden Programmjahr 2019/2020 rund 85 % der Kinder mit Teilnahmeempfehlungen freiwillig teilnehmen. Nach dem gemeinderätlichen Entscheid vom April 2019 sollen ab Schuljahr 2020/2021 nun alle Familien mit Empfehlung in das Programm eingebunden werden.

(Bild: Pixabay)

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