Die Bündner NLA-Unihockey-Teams haben sich zu Weihnachten selbst beschenkt: Alligator Malans besiegte auswärts Thun gleich mit 11:1, Chur Unihockey setzte sich bei Rychenberg Winterthur mit 5:4 nach Verlängerung durch. Bei den Frauen setzte sich Piranha Chur in Laupen mit 5:3 durch und hat seinen Vorsprung an der Tabellenspitze auf fünf Punkte ausgebaut. 

Im letzten Spiel vor der Weihnachtspause trat Chur Unihockey auswärts gegen den HC Rychenberg an. Mit Unterstützung des Fan-Projektes,  im Car mitgereiste Churer feuerten das NLA-Team lautstark an, konnte Chur in der Verlängerung das Spiel mit 4:5 für sich entscheiden. 

Vor beeindruckenden 1400 Zuschauern wartete ein direkter Konkurrent um die Play-Off Plätze auf das Kräftemessen. Der Start der Partie glückte Chur. So kam der Ball durch Sandro Cavelti in der dritten Spielminute in vor das Tor der Winterthurer. Mauro Stingelin nützte dies aus und schoss das erste Tor der Churer. Fünf Minuten später folgte durch Dennis Blomberg das 0:2. Die Churer wurden tatkräftig von ihren Fans unterstützt, welche eine Car Reise organisiert haben um ihrer Mannschafft beizustehen. Nichts destotrotz wussten sich auch die Winterthurer zu wehren. So kam es zu einem Penalty, nachdem ein Winterthurer nur Regelwidrig gestoppt werden konnte. Michel Wöcke trat an und liess Torhüter Christoph Reich keine Chance. Er versenkte diskussionslos zum Anschlusstreffer. Die Antwort der Churer liess nicht lange auf sich warten. Dennis Blomberg erhöhte die Führung kurz vor Drittelsende zum 1:3.

Das zweite Drittel war deutlich ruhiger. Beide Mannschaften waren darauf bedacht den Ball unter Kontrolle zu halten. Gegen Ende des Drittels bekam Winterthur die Oberhand und kam zu vielen Abschlüssen. So kam es, dass in 37. Spielminute das Heimteam auf 2:3 verkürzen konnte. Doch die Antwort der Churer liess wiederum nicht lange auf sich warten. So traf Sandro Cavelti eine Minute später und stellte den Zweitorevorsprung wieder her.

Mit einem Konter zum Sieg

Im letzten Drittel erfolgten zuerst Rückschläge für die Churer. Sie agierten nun vorsichtiger und mussten im Unterzhahlspiel das zunächst Tor zum 3:4 hinnehmen. In der 54. Minute dann bei  5-gegen-5  den Ausgleich der Winterthurer. Vorne kam man weiterhin zu Chancen, konnten diese jedoch nicht verwerten. Ruben Gruber zeigte einige gute Paraden. So kam es zur Verlängerung. Als die Winterthurer sich im Spielaufbau befanden, konnte Dennis Blomberg einen Pass abfangen. Dann folgte sogleich der Konter. Blomberg legt auf für Hyrkkönen auf. Dieser spielte den Ball per Direktpass an Miro Lehtinen, welcher mit einem satten Schuss den Sieg für die Churer klar machte.

So befindet sich Chur vor der Weihnachtspause auf dem siebten Tabellenplatz. Die Play Off -plätze sind weiterhin stark umkämpft Es trennen den 6. Platzierten und den 9. Tabellenrang nur gerade vier Punkte. Für Spannung ist also auch im neuen Jahr gesorgt.

Malanser Kantersieg in Thun

Alligator Malans fuhr im letzten Spiel des Jahres einen ungefährdeten 11:1 gegen den UHC Thun ein. Trotz vielen Verletzten geriet der Sieg gegen den Tabellenelften nie in Gefahr. Am Ende wurde gar der höchste Sieg der laufenden Saison.

Gleich sieben Spieler der Alligatoren mussten für das letzte Meisterschaftsspiel des Jahres 2019 forfait geben. Doch trotz der vielen Absenzen übernahmen die Alligatoren von Beginn an das Spieldiktat. Die Thuner konzentrierten sich vorderhand aufs kontern und standen bei Ballbesitz der Malanser stets tief in der eigenen Zone. Die Alligatoren leisteten sich zwar tatsächlich immer wieder den einen oder anderen Fehler, bügelten diesen aber meist relativ schnell wieder aus. Wenn tatsächlich einmal ein Ball den Weg Richtung Jonas Wittwer fand, parierte dieser souverän. Die Alligatoren auf der anderen Seite warteten jeweils geduldig, bis sich eine Lücke in der Thuner Abwehr auftat. Häufig war dies nach Fehlern der Thuner der Fall. So beispielsweise in der 19. Minute. Die Malanser eroberten sich in der Mittelzone den Ball und hatten dann in Person von Simon Nett keine Mühe zum zwischenzeitlichen 2:0 einzuschieben.

Im gleichen Stil ging es weiter. Nach 40 Minuten führten die Gäste bereits mit 5:1, wobei der erste Thuner Treffer erst in der 40. Minute fiel. Die Thuner waren im zweiten Drittel zwar etwas häufiger vor dem Malanser Tor aufgetaucht, aber zeigten sich in diesen Fällen zu wenig abgebrüht. Ganz anders die Malanser, die aber mit zunehmender Fortdauer des Spieles auch immer mehr Platz erhielten. Sinnbildlich dafür das 4:0 in der 31. Minute. Kevin Nylund schloss gleich zwei Mal ab. Beim zweiten Mal blieb der Ball im Slot liegen, wo Oscar Eriksson-Elfsberg bereitstand und ohne gross bedrängt zu werden einschieben konnte.

Alligator spielt sich in einen Rausch

Es sollte nicht das letzte Tor von Eriksson-Elfsberg bleiben. Denn im Schlussdrittel spielten sich die Alligatoren zwischenzeitlich richtiggehend in einen Rausch, während die Thuner bereits mit dem Spiel abgeschlossen zu haben schienen. So gewannen die Alligatoren den Schlussabschnitt gleich mit 6:0. Eriksson-Elfsberg konnte seine Torproduktion noch von zwei auf vier Tore verdoppeln und war bester Torschütze des Abends.

Wie gross der Klassenunterschied an diesem Samstagabend war, zeigte die einzige Strafe gegen die Alligatoren. Die gefährlichsten Chancen ergaben sich nicht etwa vor dem Malanser, sondern vor dem Thuner Tor. Dank diesem klaren 11:1-Sieg übernimmt Alligator Malans den dritten Platz und liegt nun zwei Punkte vor Zug und drei vor Köniz. Für die Alligatoren geht es am 5.1 auswärts bei Zug United weiter. Dann dürfte die Gegenwehr wieder deutlich grösser ausfallen.

 

(Bild Alligator Malans: Erwin Keller/zVg.)