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Die italienischen Teams von Trek Selle San Marco haben zum Auftakt des Swiss Epic 2019 in Graubünden einen Doppelsieg gefeiert, während bei den Frauen die beiden Schweizerinnen Corina Gantenbein und Kathrin Stirnemann triumphieren. 

Zum Start des ersten Swiss Epic in Graubünden führte das Rennen von Davos nach St. Moritz und die erste Etappe bot sogleich einen furiosen Auftakt ins fünftägige Etappenrennen. Bei den Männern musste das italienische Team Trek Selle San Marco mit Michele Casagrande und Fabian Rabensteiner ihr ganzes Repertoire für den Etappensieg abrufen und überquerte die Ziellinie 0.3 Sekunden vor ihren Teamkollegen Samuele Porro & Damiano Ferraro. Nicht minder interessant gestaltete sich das Rennen bei den Frauen, wo die Schweizerinnen Corina Gantenbein und Kathrin Stirnemann vom Team S-Phyre trotz mehrmaligen Führungswechseln auf der 86 Kilometer langen Etappe als Erste in St. Moritz einfuhren.  

Strecke bei der ersten Swiss Epic-Etappe angepasst

Aufgrund von starken Regenfällen in der Nacht musste die Strecke der ersten Etappe leicht angepasst werden, was in Anbetracht der Bedingungen jedoch niemandem im Feld ein Dorn im Auge war. Nach wenigen Kilometern waren alle Fahrer voller Schlamm, die Brillen dienten ihrem Zweck nicht mehr und die Trikots wiederspiegelten die Bedingungen auf der Strecke eins zu eins. Das Wetter und das schwierige Terrain taten den hervorragenden Leistungen der Trek Selle San Marco Teams jedoch keinen Abbruch. 

Auf den ersten 50 Kilometern führte eine Favoritengruppe um die beiden Trek Selle San Marco Teams, dem BiXS Pro Team sowie jb BRUNEX / FISCHER BMC, Devonbosch Stellenbosch, Texpa Simplon, Centurion Vaude und Buff SCOTT das Feld an und trieb sich gegenseitig zu Höchstleistungen. «Wir wollten von Beginn weg an der Spitze fahren um das Tempo zu kontrollieren, was zu Beginn hervorragend funktionierte, doch beim langen Aufstieg zum Albula Pass hinauf konnten wir nicht mehr mit den Trek Teams mithalten», so Konny Looser vom BiXS Pro Team. 

«Waren stärker bei den Anstiegen»

Als die Anstiege immer steiler wurden, reduzierte sich die ehemals grosse Führungsgruppe und einige Teams mussten aufgrund des horrenden Tempos des italienischen Quartetts von Trek Selle San Marco von der Spitze abreissen lassen. «Wir haben das Rennen heute voll und ganz genossen», meinte ein sichtlich vom Schlamm gezeichneter Samuele Porro an der Ziellinie. «Wir waren stärker bei den Anstiegen, doch wir wollten bei den Abfahrten aufgrund der schwierigen Bedingungen nicht zu viel Risiko eingehen. Dies war jedoch erst der Auftakt und uns steht noch eine lange Woche bevor – doch heute sind wir überaus zufrieden», so Porro weiter.

Für das Management vom Team Trek Selle San Marco entwickelte sich die erste Etappe trotz der Unklarheit eines klaren Leaderteams ideal. Porro und Ferraro sowie Casagrande und Rabensteiner trieben sich gegenseitig an und überquerten die Ziellinie gemeinsam. Der weitere Verlauf des Rennens wird zeigen, wie sich diese Dynamik entwickeln wird. Sicher ist, dass das Quartett in dieser Zusammensetzung nur schwer zu schlagen sein wird, doch bei Unstimmigkeiten steht nicht zuletzt das Teams jb BRUNEX / Fischer BMC bereit, um das gelbe Leadertrikot anzugreifen. Mit rund 6 Minuten Rückstand nach der ersten Etappe auf Casagrande und Rabensteiner müssen Casey South und Noah Blöchlinger auf den restlichen 261 Kilometern jedoch alles in die Waagschale werfen. 

Bei den Frauen bot das Rennen an der Spitze weniger Dynamik als bei den Männern, womit die Etappensieger Gantenbein und Stirnemann zwar einen komfortableren Vorsprung auf die Zweitplatzierten herausfahren konnten als bei den Männern, doch die Spitze ist weitaus enger beisammen. 

«Das war ein richtiger anstrengender Tag mit dem Schlamm und dem Regen», meinte Gantenbein an der Ziellinie in St. Moritz. «Es war super, dass wir uns auf der Abfahrt neu sammeln konnten und dann nochmals Zeit gut machen konnten», so Gantenbein weiter. Auf die Frage, wie sie Alice Pirard und Stefanie Dohrn vom Team Centurion Vaude – welche bis über den Albulapass die Führung verteidigen konnten – ein- und überholen konnte, meinte Gantenbein: «Die letzten Kilometer waren richtig hart und ich hatte ein wenig mit Krämpfen zu kämpfen – vermutlich aufgrund des Wetters und der Kälte. Zum Glück erwische Kathrin Stirnemann einen hervorragenden Tag und konnte mich auf den letzten Kilometern anführen.» Trotz Krämpfen zeigte sich Gantenbein wenig später bereits wieder bestens gelaunt und unterstrich damit, dass mit den Beiden auch weiterhin zu rechnen sein wird.  

Auf der Abfahrt überholt

Pirard und Dohrn konnten trotz starkem Start am Ende nicht triumphieren. Als Führende auf dem Albulapass angekommen, wurden sie auf der sieben Kilometer langen Abfahrt von Gantenbein und Stirnemann überholt. Auf den letzten Metern musste das Centurion Vaude Team auch noch Ariane Lüthi und Samara Sheppard passieren lassen, welche beim Schlussspurt auf der Finish Line die besseren Sprintfähigkeiten besassen und sich eine Sekunde vor Pirard und Dorhn klassierten. Damit zeichnet sich bei den Frauen ein Kopf-an-Kopf Rennen im weiteren Verlauf der Woche ab, mit drei Teams klassiert innerhalb von 38 Sekunden.   

Die zweite Etappe vom Swiss Epic in Graubünden führt die Fahrer 69 Kilometer rund um St. Moritz und beim Naturspeichersee Lej Alv zum höchsten Punkt der diesjährigen Etappe. Mit einigen kniffligen Anstiegen in den letzten 25 Kilometern ist ein spannendes Finale der Etappe vorprogrammiert. Aufgrund des heutigen Rennverlaufs dürfen speziell die Leistungen der Trek Selle San Marco Teams bei den Männern sowie dem Centurion Vaude Team bei den Frauen mit Spannung erwartet werden. Die Etappe startet um 08:00 Uhr im Race Village auf dem Plazza Rosatsch in St. Moritz.

 

 

(Bilder: zVg.)