Erst kürzlich hatte ich einen Herrn am Telefon, welcher eine Nacht unter freiem Himmel buchen wollte. Auf meine Antwort, dass das nur im Sommer 2016 möglich war, reagierte er irritiert und enttäuscht. Er wollte es eigentlich gar nicht glauben, dass das Angebot nicht mehr besteht. Es sei doch so eine tolle Sache und würde doch ein unvergessliches Erlebnis ermöglichen. Da hätte man doch bestimmt genügend Buchungen. Da musste ich ihm natürlich recht geben. Es war eine tolle und verrückte Saison im Sommer 2016, als im Rahmen der Landartausstellung «Art Safiental» die Ostschweizer Künstler Frank und Patrik Riklin an einem wunderschönen Ort weit hinten im Safiental ein Doppelbett unter freiem Himmel installierten. Das Null Stern Hotel, wie das immobilienbefreite Bett genannt wurde, ging in Windeseile um die Welt und wir konnten uns vor Gästeanfragen, welche in eben diesem Null Stern Hotel übernachten wollten, kaum mehr retten. Ich habe in jener Sommersaison wohl mindestens dreimal pro Tag die Wetterprognosen studiert, damit die Gäste dann nicht mit nassen Güssen von oben aus ihrem himmlischen Schlaf geweckt würden. Und wohl täglich mit dem engagierten «Butler» telefoniert, um den Gästen den bestmöglichen Service zu garantieren. Diese begrüssten jeweils die meist weit angereisten Gäste und brachten am nächsten Tag den Frühstückskorb ans Bett. Ja, es war einmalig, auch für uns im Safiental, und hat viele Emotionen hervorgerufen. Und doch haben wir uns entschieden, das Doppelbett genauso wie alle anderen Kunstinterventionen am Ende der Saison zu beenden.

 

Beeindruckend, dass auch drei Jahre später das Doppelbett im Safiental offenbar immer noch nicht vergessen ist; wie die Anfrage gezeigt hat. Die Idee, das Angebot, das Einzigartige scheint sich in vielen Köpfen festgesetzt zu haben und unvergessen zu bleiben. Ebenso erscheinen immer noch Beiträge in unterschiedlichsten Medien, wo vom Null Stern Hotel im Safiental die Rede ist und das Foto vom Doppelbett vor der Safientaler Bergkulisse zeigt. Zugegeben; jedes Mal, wenn vom Null Stern Hotel die Rede ist, kommt etwas Wehmut auf. Aber auch Stolz, dass eine so unglaublich erfolgreiche Kunstintervention im Safiental ihren Ursprung hatte.

 

Mit dem Wegzug des Null Stern Hotels ist aber bei uns auch wieder Platz für etwas Neues an diesem aussergewöhnlichen – ja fast magischen – Ort entstanden die PopUp Bühne. Unter demselben Sternenhimmel in der prächtigen Bergkulisse geniessen wir jeweils anfangs August mit einer «immobilienbefreiten Bühne» einen unvergleichbaren Musikabend – akustisch und ohne grosses Drum und Dran. Ein Anlass, welcher wiederum zahlreiche Leute nach Thalkirch bringt und ein Ort, wo die Musik mit der Landschaft eine wunderbare Verbindung eingeht.

(Bild: zVg)

Die Tourismus-Total-Expertenrunde von GRHeute berichtet einmal wöchentlich über aktuelle Tourismusthemen für Graubünden.

Heute für Sie unverblümt und direkt von der Front:  Jolanda Rechsteiner, Geschäftsführerin Safiental Tourismus.