Rund 4000 Menschen haben in einem ergreifenden Trauermarsch durch Chur dem verunglückten David gedacht.

Was tun, wenn die Welt still steht? Man setzt sich in Bewegung. So, wie es am Sonntagabend um 17 Uhr gut 4000 Menschen taten. Für David. Für den 14-Jährigen, der am Donnerstagnachmittag nicht von der Maiensässfahrt zurück kehrte. Er war bei der Rückkehr von Juchs auf der Oberen Val Parghera zu Tode gestürzt.

Es war ein stiller Trauerzug, der am Sonntagnachmittag durch Chur zog. Nach dem Start bei der Stadthalle ging es durch die Gassen bis zum Obertor, von dort durch die Altstadt bis zur Quaderwiese. Der Zug wurde von einem Freund der Familie angeführt, der ein Plakat mit dem Bild von David in die Höhe hob. Mittendrin lief der Stadtrat in corpore; Stadtpräsident Urs Marti, Patrik Degiacomi, Tom Leibundgut und mit ihnen Bürgermeister Andreas Brunold.

Viele tragen Kerzen, einige Rosen. Immer wieder stossen Menschen dazu. Beim Obertor müssen die Biker, die aus Richtung Lenzerheide kommen, warten. In einigen Häusern der Altstadt schauen die Leute aus ihren Fenstern. Die Szenerie erinnert an so viele fröhliche Umzüge, an lachende Kinder, an jauchzende Menschen.

Nur David wird nie mehr ein Teil davon sein. «Es gibt keine Worte, die euren Schmerzen beschreiben können», sagt eine Freundin der Familie auf der Quaderwiese. Es geht lange, bis alle angekommen sind. Stunden zuvor war es auch auf der Quaderwiese an einem Sportevent fröhlich zu und her gegangen. Vier Mal weniger Menschen waren dort gewesen. Am Abend waren die Spuren weg. Mit dem Trauermarsch war Traurigkeit auf die Quaderwiese gezogen. «Die Tragödie, die sich an dem Nachmittag ereignet hat, hat uns einen Stich ins Herz versetzt», sagt die Freundin der Familie. «Deshalb haben wir David zurück gebracht, wo er hingehört.»

«Du warst ein wundervoller Mensch»

«Wir haben David heute heimgeholt», sagt Stadtpräsident Urs Marti, nachdem er der ebenfalls anwesenden Trauerfamilie kondoliert hat. «Er gehört zu uns, er ist bei uns. Wir glauben, dass er bei uns ist und dass er uns sieht und bei uns ist.» Urs Marti, selbst sehr bewegt, appelliert an die Trauergemeinde, auch in Zukunft für die Familie da zu sein.

«David war der liebste Mensch der Erde», sagt eine Mitschülerin. «Er brachte uns zum Lachen und hielt unsere Klasse zusammen.» «David, du warst ein wundervoller Mensch, ich danke für jede Sekunde, die wir zusammen verbracht haben», sagt eine andere. «Er soll wissen, dass wir ihn alle sehr lieb haben und ihn nie vergessen werden.»

Nach diesen ergreifenden Worten löst sich die Trauergemeinde langsam auf. Viele kondolieren Davids Eltern persönlich. Die meisten gehen wieder ihres Weges. Davids Bild wurde auf Stühle gelegt. Hinter ihm liegt irgendwo Juchs. Der Kreis ist geschlossen.

 

(Bilder: GRHeute)

 

Open Popup