Die Abstimmung zum revidierten Waffengesetz, das schweizweit mit rund 66% Ja-Stimmen angenommen wurde, hat in Graubünden zwar weniger Anhänger gefunden, aber dennoch eine Mehrheit erzielt. Die Gegner der Vorlage sind enttäuscht. 

«Der mutlose Entscheid zur EU-Waffenrichtlinie wiegt besonders schwer, weil sich die Schweiz dadurch erpressbar macht», schreibt die Junge SVP in einer Medienmitteilung vom Sonntagabend. «Dieser Entscheid, herbeigeführt durch eine unsachliche und völlig übertriebene Angstmacher-Kampagne der Befürworter, hat schwerwiegende Folgen für die Schweiz. Einerseits werden mit diesem Entscheid sowohl das bewährte Schweizer Waffenrecht als auch die Freiheitsrechte der Schweizerinnen und Schweizer in Frage gestellt und andererseits macht sich die Schweiz erpressbar, wenn es um das Schengen/Dublin-Abkommen geht.» Für Nicola Stocker, Präsident der Jungen SVP Graubünden ist die Erpressbarkeit gegenüber der EU besonders tragisch. «Abstimmungen, bei denen man aus Angst vor den knebelhaften supranationalen Verträgen nur Ja stimmen kann, sind einer Demokratie absolut unwürdig.»

Auch Bernhard Lampert, Bündner Kampagnenleiter gegen das neue Waffengesetz, ist unglücklich: «Es war ein Kampf wie David gegen Goliath – nur mit anderem Ausgang. Die Schützen und ihre Unterstützer standen einer grossen Übermacht der politischen Parteien, den Wirtschaftsverbänden sowie der Tourismusbrache, mit fast unbegrenzten finanziellen Ressourcen, gegenüber. Die aus der Luft gegriffene Drohgebärde eines Ausschlusses von Schengen/Dublin, hat leider mehr verfangen als das uralte schweizerische Recht auf Waffenbesitz.»

Damit werde der einhergehenden Erosion der Schützenkultur in der Schweiz Tür und Tor geöffnet. Mit dem Verdikt seien die Befürworter und die Behörden in der Pflicht, den von ihnen proklamierten Gewinn an Sicherheit zu beweisen und gleichzeitig die Wahrung der Schweizer Schützentradition zu garantieren.  

 

(Symbolbild: Pixabay)