Die vier Gesundheitsorganisationen Spital Thusis, Evangelisches Alters- und Pflegeheim Thusis, Pflegezentrum Glienda Andeer und die Spitex Viamala sollen fusionieren. Dies schlägt eine gemeinsame Projektgruppe den zuständigen Trägerschaften vor. Damit das Vorhaben gelingt, müssen die Trägerschaften der vier Organisationen zustimmen.

Das Gesundheitswesen in der Schweiz ist geprägt von einem anhaltend hohen Kostendruck und einer grossen Dynamik. Namentlich kleine und mittlere Unternehmen sind gefordert, sich rechtzeitig auf sich abzeichnende Entwicklungen einzustellen und ihre Strukturen und Angebote anzupassen. In strukturschwächeren Regionen zeichnet sich zudem ab, dass die Zahl der Hausärzte auch künftig weiter zurückgehen wird. Damit die medizinische Grundversorgung auch in der Zukunft aufrechterhalten und weiter entwickelt werden kann, sind eine verstärkte Kooperation zwischen den bestehenden Institutionen und die Bildung von sogenannten Gesundheitszentren unerlässlich.

Das Spital Thusis, das Evangelisches Alters- und Pflegeheim Thusis, das Pflegezentrum Glienda Andeer und die Spitex Viamala setzten deshalb im letzten Herbst eine gemeinsame Projektgruppe ein. Die Gruppe mit Vertretern der strategischen und der operativen Führung von allen vier Organisationen hatte den Auftrag, unter dem Projekttitel «Traversina» verschiedene Formen einer engen Kooperation zu prüfen. An einer gemeinsamen Medienkonferenz in Thusis stellten Repräsentanten der vier Organisationen heute das Resultat dieser Arbeit vor.

Fusion bringt den grössten Nutzen für alle
Nach eingehender Prüfung der Möglichkeiten und Bedürfnisse kommt die Projektgruppe zum Schluss, dass sich für alle Beteiligten der beste Nutzen erzielen lässt, wenn sich die vier bisherigen Organisationen in eine gemeinsame neue Organisation einbringen. Die Projektverantwortlichen schlagen daher den zuständigen Trägerschaften die Fusion der bisherigen vier Institutionen zu einem umfassenden Gesundheitszentrum vor. Dafür soll eine neue Stiftung gegründet werden.

«Gemeinsam in die Zukunft» – so der wesentliche Befund der Projektgruppe – diene «der Stärkung unserer ganzen Region». Mit der Fusion könnten das Potenzial der beteiligten Organisationen deutlich gestärkt und die Effizienz erhöht werden. Die so freigespielten Mittel könnten eingesetzt werden für die nachhaltige Weiterentwicklung eines qualitativ hochwertigen und effizienten Gesundheitsangebots für die Region. Rund um die Uhr. Gleichzeitig würde mit dem Schritt der regionale Werkplatz gestärkt.

Besitzstandswahrung für Mitarbeitende
Sämtliche Angebote und Leistungen, welche die beteiligten Institutionen heute erbringen, würden gemäss dem Projekt in der neuen funktionalen Organisation unter zentraler Leitung auch künftig dezentral erbracht werden.
Alle Mitarbeitenden der beteiligten vier Institutionen würden in der neuen Stiftung weiter beschäftigt. Grundsätzlich würde eine dreijährige Besitzstandswahrung gelten. Falls mittel- und langfristig aufgrund künftiger Entwicklungen Stellen eingespart werden müssten, soll dies mittels der natürlichen Fluktuation geschehen.

Hingegen würden mit der Zusammenlegung von Führungsfunktionen einige Kaderstellen wegfallen. Den betroffenen Mitarbeitenden soll gemäss Vorschlag der Projektgruppe in der neuen Organisation eine andere Aufgabe angeboten werden.

Attraktiver Arbeitgeber auch für auswärtige Fachleute
Innovationen und die stetige Weiterentwicklung der Leistungen und Angebote sind nach Ansicht der beteiligten Organisationen auch deshalb wichtig, weil so die Wettbewerbsposition auf dem Arbeitsmarkt gestärkt werden kann. Damit die hochwertige medizinische Versorgung der Bevölkerung in der Region auch langfristig gesichert ist, muss es auch künftig gelingen, bestens ausgebildete Fachleute in die Region Thusis/Viamala/Albula zu holen. Auch deshalb – so die Projektgruppe – sei die Fusion wichtig. Die neue Stiftung soll in der Region verankert und breit abgestützt sein. Gleichzeitig soll sie offen sein für Kooperationen mit weiteren Partnern.

Entscheid liegt bei den zuständigen Trägerschaften
Damit das Vorhaben umgesetzt werden kann, müssen die zuständigen Gremien der beteiligten Institutionen grünes Licht geben. Das entsprechende Prozedere ist je nach der bisherigen Rechtform von Organisation zu Organisation verschieden. Nach dem vorliegenden Vorgehensvorschlag sollen die Trägerschaften im Verlauf dieses Jahres über entsprechende Anträge befinden. Die Aufnahme des operativen Betriebs der neuen Stiftung wäre im positiven Fall für 2019 geplant.

 

(Bild: GRHeute)