Andri Perl, in Chur aufgewachsen, ist einer der Gründungsväter von Breitbild und hat bisher zwei vielbeachtete Bücher veröffentlicht. Seit 2014 ist Perl, der sich zuvor als Rapper oftmals Phlegma nannte, ebenfalls als SP-Politiker im Bündner Kantonsparlament engagiert. Wir haben den Dramaturgiestudenten getroffen und ihm zum neuen Breitbild-Album auf den Zahn gefühlt.

Wie fühlt es sich an, nach der langen Pause wieder zurück zu sein?

Super! Wir haben zwar für uns kontinuierlich Musik gemacht und waren nicht einfach weg vom Fenster. Diese Musik nach doch langer Zeit aber wieder allen unseren Supportern zeigen zu können, ist wie ein gutes Geschenk. Da freut sich der Schenker fast mehr als der Beschenkte.

Kommt es überraschend für euch, dass euch eine solch grosse Empathie und Vorfreude der Szene entgegen schlägt?

Es freut uns einfach sehr. Solche Resonanz ist nicht selbstverständlich.

Wie habt ihr den neuen Aufschwung der Rapszene Schweiz der letzten Jahre miterlebt?

Mit viel Wohlwollen und Interesse. Rap ist definitiv keine Modeerscheinung. Und das technische Niveau der Jungen ist ein grosser Ansporn für uns. Man will ja nicht als altes Eisen daherholpern.

Die Liricas und Gimma bringen ebenfalls im Frühling neue Tonträger auf den Markt. Hat dieser Austausch in der Szene zusätzlich motiviert?

Natürlich sind da ein paar Sprüche gefallen, als wir bemerkten, dass die Releases zusammenfallen. Es ist jedenfalls ein gutes Gefühl, alte Weggefährten mit frischem Material zu hören.

Was ist aus der Bauersvereinigung geworden? Pflegt ihr noch aktiven Kontakt?

Wir tauschen uns immer mal wieder aus und feiern die Feste, wie sie fallen. Auf Tour gibts da zum Glück wieder ein paar Gelegenheiten… Ich will aber noch nicht zu viel verraten.

Das neue Album mixt Bandsound mit klassischen Beats. Werdet ihr für die Tour mit DJ auftreten oder Toshman and Rabbit reaktivieren?

DJ Jäger wird uns auf der Tour vor allem mit der Kamera begleiten, er hat ja auch «30 isch ds neua 50» gedreht. Musikalisch setzen wir alles mit unseren Instrumentalisten um Sam Senn und Dario Sisera um. Sie sind zusammen mit Lou Geniuz auch hauptverantwortlich für den Sound des Albums.

Wie viele Songs habt ihr insgesamt geschrieben für die Albumsession?

Mehr als elf. 🙂 Im Ernst: Wir waren so kritisch wie nie zuvor mit unserem Songmaterial. Da musste einiges über Bord gehen.

Was hat sich allgemein verändert seit eurem letzten Album?

Das letzte Album war konzeptioneller. Für «Breitbild» haben wir wieder mehr nach Lust und Laune geschrieben, ohne Leitfaden. Kombiniert aber mit viel detaillierterer Überarbeitung. Das gibt einen spannenden Mix.

Wie wird es weiter gehen mit Breitbild? Habt ihr konkrete Pläne für die nächsten Jahre oder lässt ihr es einfach auf euch zu kommen?

Wie immer: Der Plan ist, keinen Plan zu haben.

Zuerst wurde der Downloadlink publik gemacht. War ursprünglich keine physische Veröffentlichung vorgesehen?

Doch, doch. Wir wollten immer, dass unsere Leute ihre CD-Sammlung ausbauen können. Über die digitalen Kanäle konnten wir aber schon ein paar Appetithäppchen auftischen.

Mehr Informationen zu Breitbild unter www.breitbild.com
Die Webseite von Andri Perl finden Sie unter www.andriperl.ch