Einverstanden, das entscheidende Kriterium ist es wohl nicht. Für Eltern aber vielleicht ein nicht unwichtiger Faktor. Welche Kandidatinnen und Kandidaten haben Familie?

Es wird wirklich langsam Zeit, dass die Wahlen kommen: Nachdem die KandidatInnen der Nationalratswahlen von A-Z und von oben bis unten durchleuchtet, ihre Wahlunterlagen und Webseiten bewertet, ihre Standpunkte und Haltungen hinterfragt, ja, selbst das Lächeln der KandidatInnen auseinandergenommen und in eines der unzähligen Rankings verpackt wurden, gehen den Journalisten langsam die Ideen aus.

Nicht aber GRHeute!

Wir haben tief in den Biographien der Kandidatinnen und Kandidaten geschürft und sind auf ein neues statistisches Detail gestossen, das wir unseren Leserinnen und Lesern nicht vorenthalten wollen.

Sind Mamis und Papis die besseren Politiker?

Wer Mami oder Papi ist, weiss es. Das Leben verändert sich von einem Tag auf den andern. Plötzlich ist man sich nicht mehr selbst der Nächste. Die Zukunft der Kleinen rückt in Zentrum. Viele denken nicht mehr wie rebellische Teenager von heute auf morgen, sondern machen sich Gedanken, welche Welt man den Kids mal hinterlassen wird. Nicht, dass dies kinderlose Menschen vielleicht nicht auch täten. Aber alle Eltern würden wohl bestätigen, dass sich dieses Denken erst radikal einstellt, wenn man sich selbst Tag für Tag, Monat für Monat und Jahr für Jahr um Windeln, Schuhbändel, Gute-Nacht-Geschichten und Hausaufgaben vom eigenen Fleisch und Blut gekümmert hat.

Darum haben wir die Bündner KandidatInnen genauer unter die Lupe genommen. Wer gebärt am besten? Und wer ist ein Baby-Muffel?

Die FDP ist so frei

Die Antworten sind durchaus überraschend. Wer gedacht hat, dass die ‚Familienpartei‘ CVP am gebärfreudigsten sein müsse, täuscht sich. Es sind die Liberalen der FDP, die sich die Freiheit nehmen, überproportional zum Bevölkerungswachstum beizutragen: Satte 3,4 Kinder hat die FDP-Liste 8 im Durchschnitt schon produziert. Das Spitzenresultat kommt dabei von Karin Niederberger, die gleich sechs Kinder hat und knapp vor Parteikollege Hanspeter Michel liegt (5). Auch die drei weiteren Listenvertreter der FDP erlebten schon 1-3-mal Vater-, bzw. Mutterfreuden.

Die SVP lässt sich ebenfalls nicht lumpen und belegt die Plätze 2 und 3 mit 2,6, bzw. 2,2 Kindern. Ebenfalls auf durchschnittlich 2,2 Kinder kommen die CVP und die BDP. Gerade noch über dem Schweizerischen Schnitt (1,54 Kinder) liegt die Wirtschaftsliste der FDP (1,6), knapp darunter die Grünliberalen (1,4).

SP Graubünden hat wenig Lust

Natologie-Schlusslichter sind die SP (1,0) und die internationale SVP-Liste (0,6), auf der Paul Accola als Einziger Kinder hat, dafür gleich drei. Der ehemalige Skirennfahrer nutzt dabei den Vorteil, mit seiner Gattin Valerie Favre Accola mit einem Streich doppelte statistische Ausbeute zu machen. Auf der SP-Liste hingegen sind nur Beatrice Baselgia und Andreas Thöny auf den letzten Listenplätze mit Kindern gesegnet.

Bei den Jungparteien sind noch keine Mamis und Papis zu finden. Betrachtet man die acht Listen der sechs «Eltern-Parteien», dann haben von den 40 KandidatInnen 32 Nachwuchs. Von den 8 Kinderlosen stehen 5 auf der SP/GLP-Liste – was auch immer das bedeuten möge.

Und damit wäre ein weiterer unwichtig wichtiger Aspekt zu den Wahlen 2015 abgehandelt. Hauptsache, die Kleinen schlafen nachts. Gepudert und verschissen.

 

Und weil irgendjemand ja auch mal unsere AHV bezahlen muss, bieten wir Supermami Karin Niederberger hier ausnahmsweise mal eine Wahl-Plattform.

 

(Bild: www.pixabay.com)