Seit nun mehreren Monaten arbeiten und leben wir alle mit den Auflagen und Einschränkungen durch COVID 19. Wurden wir anfänglich vom Bundesrat die einzelnen Massnahmen bestimmt, liegt nun die Verantwortung bei den Kantonen, aber die grosse Verantwortung muss jede und jeder von uns selber übernehmen.

Die Neuansteckungszahlen variieren in der Schweiz seit einiger Zeit täglich um die hunderter Marke. Dies sollte für uns alle eine Warnung, aber auch ein Zeichen sein, dass wir unsere eigene Verantwortung wahrnehmen und durch das eigene Handeln mithelfen, die Verbreitung der Krankheit einzuschränken.

Seit nunmehr drei Wochen besteht die Maskenpflicht in den öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in geschlossenen Bergbahnen. Erste Erfahrungen zeigen deutlich auf, dass die Bevölkerung diesen Entscheid mitträgt und sich sehr gut an diese Vorschrift hält. Leider verhalten sich sehr viele, ausserhalb der vorgeschriebenen Massnahmen, nicht so vorbildlich, was sich auf Strassen, Plätzen, an Stränden und auch in Baren leider negativ wiederspiegelt.

Ich frage mich immer wieder, warum wir so naiv sind und die wiedergewonnenen Freiheiten leichtsinnig aufs Spiel setzen. Es ist noch nicht lange her, da durften wir in keine Restaurants besuchen, nicht in die Badi oder auf die Bergbahnen. Kaum wurden die einzelnen Lockerungen eingeführt, war bei vielen Leuten alles wieder vergessen und man drängte sich auf die Wiesen an den Seen oder tanzte ausgiebig in den offenen Baren. Leider hatte dies aber kurz darauf die ersten, negativen Auswirkungen, sprich grössere Ansteckungsraten mit den daraus resultierten, neuen Restriktionen, mit sich gebracht. Bereits haben wieder einige Kantone die Versammlungsgrössen reduziert oder zusätzliche Massnahmen für Mitarbeitende in Restaurationsbetrieben angeordnet.

Warum nur können wir mit der wiedergewonnenen Freiheit so schlecht umgehen? Sind wir in der heutigen Zeit wirklich so schnelllebig und vergessen heute, was erst gestern war. Mit einem gesunden Mass von Menschenverstand oder Eigenverantwortung wäre doch die Verhinderung einer weiteren Ausbreitung der gefährlichen Krankheit so einfach.

«Alleine mit gesundem Menschenverstand erreichen wir das Ziel sehr gut und verhindern weitere Restriktionen von Seiten der Behörden. »

Viele von uns sind wohl der irrsinnigen Meinung, dass es egal ist, was links oder rechts geschieht. Hauptsache das eigene Vergnügen leidet nicht unter Einschränkungen. Wie gross waren die gegenseitigen Hilfeleistungen während der gesamten Lockdown-Zeit, da halfen alle allen, jede und jeder nahm auf sein Gegenüber Rücksicht, um die Ausbreitung des Virus so gut wie möglich zu stoppen. Was geschehen kann, sah man ja sehr gut an den Bildern aus Mallorca oder die unsägliche Partynacht eines Tennisprofis.

So bleibt nur der Aufruf, dass wir uns wieder zusammenraufen, übernehmen wir Verantwortung für uns alle und versuchen mit einer guten Portion gesunden Menschenverstandes die Situation wiederum zu beherrschen, nicht, dass die Krankheit die Herrschaft über uns wieder übernimmt.

Im Politforum von GRHeute kommentieren Bündner Politikerinnen und Politiker aller Parteien über aktuelle Themen. Heute: Peter Engler,  CEO der Lenzerheide Bergbahnen AG, Präsident der ITG und Mitglied des Grossen Rates.

(Bild: GRHeute)