Die Anzahl Personen, die sich neu mit dem Coronavirus infiziert haben, ist angestiegen – auch in Graubünden. In den letzten Tagen wurden weitere Neuinfektionen in einem Hotel in Pontresina, in einem Tagesferienlager in Zuoz sowie in einer Churer Bar registriert. Auch die WHO zeigt sich über die internationale Lage sehr besorgt.

«Das Virus ist in den meisten Teilen der Welt nicht unter Kontrolle», äusserte sich WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus gestern gegenüber den Medien. «Tatsächlich wird es sich verschlimmern». Die Pandemie nehme weiterhin an Fahrt auf, so Ghebreyesus. Die  Fallzahlen haben sich in den letzten sechs Wochen weltweit verdoppelt. Auch in Graubünden werden die Sorgen um eine zweite Welle grösser. 

So wurde das Gesundheitsamt Graubünden am Donnerstag über eine Neuinfektion in einem Hotel in Pontresina informiert. Vier Personen wurden in Isolation (davon eine Person in ihrem Wohnkanton) gesetzt, 16 Personen in Quarantäne sowie eine Person in Spitalpflege. Die Contact Tracer nahmen die Arbeit zur Unterbindung der Infektionsketten unverzüglich auf, eruierten mögliche Kontaktpersonen und ordneten die entsprechenden Quarantänemassnahmen an. Zudem überprüfte die Gemeinde Pontresina in Begleitung der Gemeindepolizei das Schutzkonzept des Leistungsträgers und ordnete Nachbesserungen an. Nach bereits erfolgten Stichproben während der letzten Monate werden die Schutzkonzepte der touristischen Leistungsträger in den kommenden Tagen nochmals überprüft.

Positiver Fall in Tagesferienlager

Weiter wurde ein Kind in einem Tagesferienlager in Zuoz positiv auf das Coronavirus getestet. Das Gesundheitsamt hat sofort Massnahmen zur Eindämmung der Infektionsketten eingeleitet. Aktuell sind eine Person in Isolation, zwei Familienangehörige sowie 18 teilnehmende Kinder befinden sich in Quarantäne. Sie werden durch die Contact Tracer betreut.

Positiver Fall in Churer Bar

Bereits am Mittwoch kam es in einem Churer Klub zu Kontakt zwischen einem Bar-Mitarbeiter und Gästen, worauf rund 120 Kontaktpersonen eruiert wurden. Davon befinden sich aktuell rund 80 Personen in Quarantäne und werden durch die Contact Tracer betreut. Das Gesundheitsamt und deren Contact Tracer betreuten – Stand gestern Freitag – 7 Personen in Isolation und 125 Personen in Quarantäne.

Jetzt nicht sorglos werden

Oberstes Ziel der Bestrebungen der Bündner Gesundheitsbehörden ist es, weitere einschneidende gesetzliche Massnahmen zu verhindern. Besonders auch im Hinblick auf die Ferienzeit empfiehlt das Gesundheitsamt weiterhin dringend, die Abstandsregel von 1,5 Meter, die allgemeinen Hygienemassnahmen und die Pflicht zum Tragen von Schutzmasken im öffentlichen Verkehr strikte einzuhalten. Menschenansammlungen sind zu meiden, insbesondere in geschlossenen Räumen.

Um die Bevölkerung zu schützen und von zusätzlichen gesetzlichen Massnahmen absehen zu können, sind Infektionsketten möglichst rasch zu unterbrechen. Das Gesundheitsamt ruft zur Eigenverantwortung auf und empfiehlt bei Besuchen von Veranstaltungen, Restaurants und Clubs die Kontaktdaten korrekt zu hinterlegen.

Insgesamt wurden in Graubünden seit Ausbruch der Pandemie 844 bestätigte Corona-Fälle bekannt, 50 Personen sind im Kanton an Covid-19 verstorben. Der letzte Todefall ist allerdings bereits über einen Monat her, datiert vom 8. Juni. 

 

(Symbolbild: Pixabay)