In der Zeit der Digitalisierung müssen auch Branchen wie der Tourismus umdenken und sich den Zielgruppen in den sozialen Medien anpassen. GRhome wurde lanciert, um das Gespür der Einheimischen für den Tourismus zu fördern. Wie sieht es zwei Jahre und über 10’000 Hashtags später aus?

Kennen sie GRHome? Diese Frage stellten sich die Entwickler der Online Plattform, die von der Interessensgemeinschaft Tourismus Graubünden und Pluskom 2017 gegründet wurde. Mehr als zwei Jahre sind seither vergangen – Zeit, Bilanz zu ziehen. Hat GRhome seine Ziele erreicht? Konnten wirklich Einheimische für den Tourismus sensibilisiert werden? Von Juni bis August 2019 wurden rund 1200 verschiedene Einwohner sowie Zweitheimische aus verschiedenen Zielgruppen mittels einer anonymen Online-Umfrage befragt, wie Yvonne Brigger, Generalsekretärin der ITG, und Reto Küng von Pluskom am Donnerstag im GKB-Auditorium in Chur vor den Medien darlegten. Fast zwei Drittel davon waren keine Nutzer der Plattform. Zusätzlich wurden Vergleiche gemacht mit einer Umfrage der FHGR aus dem Jahr 2015 und einer von Demoscope von 1986.

10’500 «GRhome»-Hashtags später

Einiges ist in diesen zwei Jahren seit dem Launch passiert. So entstand eine Community, die noch nicht gleich explodierte, aber doch schon eine Präsenz im Internet erreichen konnte. Knapp 9000 registrierte Nutzer haben sich bei GRhome angemeldet. Insgesamt wurden innerhalb der registrierten Nutzer über 4000 Posts und über 3000 Events geteilt. Zudem teilten professionelle sowie Hobby-Fotografen ihre Schnappschüsse auf Instagram mit dem Hashtag #GRhome, was für die internationale Vermarktung positiv ist. Ebenfalls positiv ist die hohe Interaktionsrate der Abonnenten auf den Sozialen Medien, die sie sich dank der emotionalen Beiträge erklären.

Über 83 Prozent kennen GRhome

Oder haben zumindest einmal davon gehört. «Eine Zahl, die sehr erfreulich ist nach nur zwei Jahren», sagte Yvonne Brigger. Bei den Zweitheimischen war GRhome sogar bei 93 Prozent ein Begriff. Die über 83 PRozent nehmen GRhome als Informationsplattform für Freizeitaktivitäten wahr, was auch das Ziel der Entwickler ist. 

Was hat sich verändert?

Verglichen mit den vergangenen Befragungen konnte auch das Bewusstsein und die Bedeutung des Tourismus für den Kanton gesteigert werden. Während früher die Differenz zwischen persönllicher und allgemeinen Bedeutung des Tourismus für den Kanton bei rund 50 Prozent lag, ist er jetzt auf etwa 20 Proozent geschrumpft. Zu den weiteren Erkenntnissen gehört die Angst vor Overtourism, die deutlich gesenkt wurde.

Wieviel hat GRhome dazu beigetragen?

«Wir sind uns bewusst, dass nicht nur GRhome allein für die Veränderung der Ergebnisse beigetragen hat», sagte Yvonne Brigger. Das sei eine Veränderung die allgemein in der Gesellschaft entstanden sei. Sie sei aber zuversichtlich, dass GRhome auch künftig einen Beitrag zur Sensibilisierung des Tourismus in Graubünden beitragen werde.

Wohin geht die Reise noch?

In Zukunft will GRhome noch mehr mit ihrer Community interagieren. Natürlich ist dies eine Daueraufgabe, doch man arbeiten bereits an neuen Ideen wie zum Beispiel «GRhome zu Gast bei…». Dazu wollen sie Veranstaltungen für ihre Nutzer organisieren, um den Dialog zu fördern. «Es ist schön zu sehen, welche Eigendynamik entstanden ist innerhalb der Gemeinschaft. Die Nutzer tauschen sich über die Aktivitäten aus und geben einander Tipps», sagte die Geschäftsführerin der ITG.

(Bilder: GRHeute)