Die Bündner Regierung hat sich für die Jahre 2021 bis 2024 eine ambitionierte To-Do-Liste zusammengestellt. Ziel des Regierungsprogramms ist ein «innovativer und digitaler Kanton», beliebt als Arbeits- und Lebensort, in dem Klimaschutz wichtig ist.

Graubünden sei vom Klimawandel und dessen Auswirkungen stärker betroffen als andere Gebiete der Schweiz. Die erneuerbaren Energiequellen, insbesondere die Wasserkraft, böten ein grosses Potenzial, das Graubünden für eine Vorreiterrolle im Klimaschutz prädestiniere. Die Ausschöpfung der vorhandenen Ressourcen an erneuerbaren Energien und die Verbesserungen bei der Energieeffizienz beabsichtige die Regierung deshalb voranzutreiben, heisst es im Programm.

Die Risiken im Energiebereich lägen darin, dass die Energie und die Mobilität im weitläufigen Kantonsgebiet teurer werden könnten. Der Klimawandel bringe aber nicht nur Gefahren, insbesondere im Bereich der Naturgefahren, sondern auch wirtschaftliche Chancen im Bereich der Klimaanpassungen und des Klimaschutzes. Die Regierung möchte durch verstärkte Investitionen Graubünden klimafreundlicher und vor Naturgefahren sicherer machen sowie das wirtschaftliche Potenzial des Klimaschutzes besser ausnutzen.

Vorreiterrolle in der Landwirtschaft

In der Landwirtschaft soll der Kanton eine Vorreiterrolle übernehmen. Dank einem Wissens- und Umsetzungsvorsprung solle sich die Bündner Landwirtschaft einen Wettbewerbsvorteil verschaffen und sich frühzeitig im Markt für klimaschonend produzierte Nahrungsmittel erfolgreich positionieren. Da die Bündner Energieproduktion bereits sehr klimafreundlich sei und der Kanton bereits über viel Erfahrungen im Umgang mit Naturgefahren verfüge, sei der Kanton Graubünden prädestiniert, mit dem „Green Deal“ eine Vorreiterrolle in diesem Bereich einzunehmen.

Mit erhöhten Förderbeiträgen solle die Sanierungsrate bei Bestandsbauten im Kanton gesteigert werden, um den Gebäudepark auf erneuerbare Energien umzustellen und langfristig CO2-neutral zu werden. Um die Energiepotenziale auszuschöpfen und lokale, erneuerbare Energien besser zu nutzen, soll eine kantonale Energieplanung geschaffen werden. Dabei sollten auch die Raumentwicklung sowie die regionale und kommunale Energieversorgung aufeinander abgestimmt werden. Im ÖV solle mit Investitionsbeiträgen zur Anschubfinanzierung ein verstärkter Einsatz von Bussen erreicht werden, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden.

Förderung von PV-Anlagen

„In Graubünden liessen die guten bis sehr guten klimatischen Verhältnisse beziehungsweise das Strahlungsangebot („viel Sonne, wenig Nebel‘) insbesondere im Winterhalbjahr überdurchschnittliche Erträge aus vertikalen Photovoltaikanlagen erwarten. Um die Errichtung solcher Anlagen zu fördern, soll der Kanton neben den Bundesbeiträgen kantonale Beiträge ausrichten“, so die Regierung. Der Umstieg von fossiler zu erneuerbarer Energie führe zu einem wesentlichen Teil über die Elektrifizierung der Energieträger. Da die elektrische Energie hauptsächlich dann anfalle, wenn der Stromverbrauch kleiner sei, komme der Speicherung eine entscheidende Rolle zu. „Die diesbezüglichen Vorteile der Wasserkraft sind auch für die Zukunft zu erhalten und zu steigern. Dabei sollen auch neue Technologien, wie die Produktion von Wasserstoff mittels Elektrolyse, gefördert werden“, schreibt die Regierung.

(Bild: zVg.)