Die SP Graubünden hat gestern an einer Medienkonferenz in Chur vorgerechnet, dass sie fest mit einem zweiten Nationalratssitz für die Koalition der SP mit der Verda und den Grünliberalen rechnet.

 
Dank der Listenverbindungen macht sich die linke Allianz um SP, Verda und Grünliberale grosse Hoffnungen, dem politischen Gegner SVP einen Sitz abzujagen und einen der beiden bisherigen Nationalräte, Heinz Brand oder Magdalena Martullo Blocher, aus dem Bundeshaus zu verdrängen.

Basis der Überlegungen der SP ist das nationale Wahlbarometer, das letzte Woche publiziert wurde. Gemäss der Hochrechnung geht die SP Graubünden davon aus, dass die SVP 28,3% der Wählerstimmen holen wird und damit zwar klar stärkste Partei in Graubünden bleibt. Die SP selbst – die damit rechnet, dass sie mit 17,6% zweitstärkste Partei im Kanton bleibt – hofft auf den Schwung ihrer Klima-Allianz-Partner: Die Grünliberalen sollen national um 2,3% zulegen (allerdings mit einem knappen Minus in Graubünden), die Verda soll schweizweit gar um 3,4% (in Graubünden 3,5%) wachsen. Dies würde dem rot-grünen Parteien-Triumvirat insgesamt 28,9% einbringen – und damit einen zweiten Sitz, rechnen die Verantwortlichen vor: «Die SP wird in den kommenden Wochen alles geben und um einen zweiten Sitz kämpfen.» Als Kronfavorit auf den zweiten Sitz dürfte sich in diesem Fall der grünliberale, ehemalige Nationalrat Josias Gasser, der vor vier Jahren aus dem Parlament abgewählt wurde, auf ein Comeback in Bern freuen.

Die Listenverbindung der Mitte-Parteien soll nach der Hochrechnung ihre beiden Sitze verteidigen. Allerdings glaubt sie, dass die BDP Graubünden erneut massive Verluste einfahren und ihren Sitz von Duri Campell an eine Vertreterin oder einen Vertreter der FDP verlieren wird. Sicher scheint rund einen Monat vor den Wahlen nur, dass das Rennen in Graubünden sehr knapp werden wird. Die Hochrechnung der SP Graubünden im Überblick, in ihren eigenen Worten.
 
 
(Bild Jon Pult an der Nominationsversammlung: SP Graubünden)