Nach dem Flimser Bergsturz hat sich der Vorderrhein einen Weg durch die Gesteinsmassen gesucht und über Jahrtausende eine einzigartige Naturlandschaft geschaffen. Kein Wunder zieren Bilder dieses Landschaftsspektakels häufig unsere Kommunikationsmittel. Was dabei für viele nicht offensichtlich ist; der Vorderrhein ist ein ideales mittelschweres Wildwasser-Eldorado!

Der Vorderrhein wurde bereits circa 1930 von Kanuten zum Paddeln entdeckt. Einen grossen Aufschwung fand das Wildwasserfahren in den 1960iger Jahren, als immer mehr und mehr Wassersportler den Weg in die Rheinschlucht fanden. Ab 1983 gab es in der Rheinschlucht bei Versam die ersten professionellen Kanuschulen, welche Kurse und begleitete Fahrten anboten. Denn der Vorderrhein ist ein ideales mittelschweres Wildwasser, welches sich zudem auf verschieden langen Strecken befahren lässt. Ein weiterer Trumpf ist, dass man mit der RhB bequem zurück an den Ausgangspunkt reisen kann.

Anfangs der 1990iger Jahre schwappte das Riverrafting von Amerika in die Schweiz. Ein regelrechter Boom setzte ein. Zu Höchstzeiten wurden vier Fahrten pro Tag angeboten. Die starke Frequentierung der Rheinschlucht mit ihren sensiblen Ökosystemen hatte gesetzliche Einschränkungen für das Rafting zur Folge. Heute bewegen sich die Fahrten in einem guten Mass für die Landschaft aber auch für den Gast, welcher mit einer Riverrafting-Fahrt durch die Rheinschlucht ein unvergessliches Naturerlebnis bekommt.

Ein solch herausragender Wildwasserspot in unserer Destination zu haben, spricht wortwörtlich für sich. Denn es ist primär Mund zu Mund-Werbung, welche Paddler aus der Schweiz und ganz Europa auf den Vorderrhein bringt. Paddler sind nämlich eine ausgesprochen gut vernetzte Community, welche sich ständig über Spots austauscht.

Für uns im Safiental sind diese Gäste besonders wertvoll. Sie schätzen die eher einfache Infrastruktur vor Ort und den naturnahen ruhigen Tourismus. Und es sind Gäste, welche immer wieder zurückkommen, um unsere Flusslandschaft für ihren Sport zu geniessen. Weiter dürfte uns der vermehrte Wunsch nach Tätigkeiten in einer natürlichen Umgebung und Abenteuern in die Karten oder besser in den Fluss spielen. Selbstverständlich spielt die Kanuschule Versam in diesem Paddler-Kosmos die zentrale Rolle. Sie verfügt über das lokale Knowhow, steht für Professionalität und vermittelt (Neu-)Paddlern den Fluss und die Landschaft in einem umfassenden Kursangebot. Damit werden Neueinsteiger an unsere Region – oder zumindest an unser ideales und einmaliges Wildwasser Revier – gebunden und kehren für Wassersport-Ausflüge immer wieder zu uns zurück.

Seit vielen Jahren ja schon Jahrzehnten kann das Safiental und die Region von der Paddler-Nische profitieren. Wichtig dabei dürfte nun für die Zukunft sein, dass das gesuchte Angebot der Paddler-Community ihren Bedürfnissen angepasst bleibt…

Die Tourismus-Total-Expertenrunde von GRHeute berichtet einmal wöchentlich über aktuelle Tourismusthemen für Graubünden.

Heute für Sie unverblümt und direkt von der Front: Jolanda Rechsteiner, Geschäftsführerin Safiental Tourismus.

(Bild: Sandro Spreiter/ GRHeute)