Im Frühling 2012 – also vor genau sieben Jahren – hat die Bundesversammlung den Verfassungsartikel zur musikalischen Bildung verabschiedet, welcher anschliessend vom Schweizer Stimmvolk mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 73% angenommen wurde. Auf Grundlage dessen wurde das Programm Jugend und Musik ins Leben gerufen, welches ähnlich wie Jugend und Sport funktioniert. Auf der entsprechenden Internetseite des Bundes heisst es, «das Programm Jugend und Musik (J+M) hat zum Ziel, Kinder und Jugendliche zur musikalischen Aktivität zu führen und damit ihre Entwicklung und Entfaltung […] ganzheitlich zu fördern. Es steht für die Breitenförderung von Kindern und Jugendlichen.» Seit Aufnahme der J+M-Ausbildungen gibt es heute 828 zertifizierte J+M-Leitende und es wurden mehr als 1’350 Beitragsgesuche für J+M-Kurse und -Lager eingereicht. Im Verhältnis betrachtet eine nicht allzu grosse Anzahl, aber immerhin ein Anfang.

 

Durch die «Breitenförderung» soll das Programm insbesondere auch den Dorfvereinen (Blasmusik, Chorwesen etc.) zugutekommen. Diese Vereine bieten Kinder und Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Nebenbei übernehmen Dorfvereine eine wichtige Funktion im (kulturellen) Leben: Sie bilden einen Ort, um sich zu treffen, die Dorfgemeinschaft zu stärken und einem gemeinsamen Hobby zu frönen. Obwohl gerade bei Grossanlässen wie Musik- oder Gesangfesten vonseiten der Politik immer wieder betont wird, wie wichtig die Pflege dieses Kulturgutes ist, schlägt sich dies bei der Unterstützung der Vereine selten nieder. Oftmals muss man um vermeintliche «Lappalien» kämpfen.

 

Um unserer Jugend eine Perspektive in einer Randregion bieten zu können, sind gute Rahmenbedingungen wichtig. Dazu gehören auch die musikalische Erziehung und die Pflege des heimischen Kulturgutes. Darauf können sich kulturelle Vereine weiterentwickeln und einem Ort oder einer Region ein Gesicht geben. Eine funktionierende Vereinskultur ist eine Belebung und Identität für eine Region. Auch wenn dies schliesslich nur ein Puzzlestück ist, kann gerade auch eine solch sinnstiftende Freizeitbeschäftigung seinen Teil zu «guten Rahmenbedingungen» beitragen und der Entvölkerung entgegenwirken. Der ökonomische Nutzen von Dorfvereinen mag vielleicht auf den ersten Blick nicht immer erkennbar sein – der soziale und gesamtwirtschaftliche Nutzen ist allerdings mehr als vorhanden und sollte nicht unterschätzt werden!

Bild: GRHeute

Am 20. Oktober wird in der Schweiz das neue Parlament gewählt. Im Politforum von GRHeute diskutieren bis zu den Wahlen verschiedene Kandidaten über Themen, die ihnen unter den Nägeln brennen. Heute: Gian-Reto Trepp, Vorstandsmitglied und Nationalratskanditat Junge BDP GR