Kürzlich sind zwei Informationen an die Öffentlichkeit gelangt, die vielerorts nicht nur Stirnrunzeln, sondern verbreitet auch Kopfschütteln verursacht haben. In beiden Fällen wird nämlich auf mehr oder weniger elegante Art und Weise versucht, unbescholtene Leute für dumm zu verkaufen bzw. sie über den Tisch zu ziehen. Diese Vorkommnisse haben mich bewogen, mir ein paar Gedanken über den ethischen Grundsatz „Fairness auch im Sport“ zu machen.

Betrug am Publikum?

Die eine Nachricht war, dass man im Schweizer Eishockey auf die Ligaqualifikation zwischen den SC Rapperswil-Jona Lakers und dem SC Langenthal verzichten würde, weil die Langenthaler als Sieger des Playoff Finals und als designierter Meister der Swiss League nicht aufsteigen könnten. Begründet wird dies damit, dass deren Eishalle, das Kultstadion Schoren, den Anforderungen der National League auch mit infrastrukturellen Anpassungen nicht genügen würde. 

Dieser Entscheid ist zwar absolut nachvollziehbar, nicht aber der Zeitpunkt. Ist es nicht Betrug am Publikum, in der National League eine Ranking Round und einen Playout Final zu spielen, wenn es dann noch offen ist, ob der Meister der Swiss League überhaupt aufsteigen kann? Und hätte man diese Frage nicht vor den Playoffs der Swiss League oder zumindest nach dem Ausscheiden des aufstiegswilligen EHC Oltens klären können?

Versprechen nicht eingehalten?

Die zweite Nachricht betraf die Erneuerung und den Ausbau der Sportanlagen auf der Oberen Au in Chur. Ursprünglich hatte man den Churer Leichtathletinnen und Leichtathleten versprochen, sie würden in der Zuschauertribüne einen 60 m langen Sprintkorridor erhalten, wenn sie dafür auf die 400 m-Rundbahn verzichten würden. 

Nun baut man gemäss Masterplan nebst einer Bocciaanlage und einem Skatepark noch mehrere Rasenplätze und eine Trainingseishalle, während die Leichtathletik völlig leer ausgeht. Man hat für gewisse Sportarten anscheinend so grosszügig geplant, dass es für eine 400 m-Rundbahn keinen Platz mehr hätte. Es scheint aber nicht nur am Platz zu fehlen, sondern vor allem am guten Willen, denn man will nun wieder den Bau der Sportanlagen Ried in Landquart finanziell unterstützen. Für die Churer Leichtathletinnen und Leichtathleten ist das blanker Hohn!

 

(Symbolbild: Pixabay)

Open Popup