Chur 97 musste in der 16. Runde der interregionalen 2. Liga-Meisterschaft einen zwar nicht zwingenden, dafür aber umso schmerzhafteren Rückschlag in Kauf nehmen, musste es sich doch am Samstagnachmittag vor einer wiederum ansehnlichen Kulisse von 350 Zuschauern auf dem Sportplatz Ringstrasse gegen den äusserst solid auftretenden FC Bazenheid durch einen in der 83. Minute gefallenen Gegentreffer etwas unglücklich mit 0:1-Toren geschlagen geben.

Spielertrainer Maximilian Knuth konnte erneut auf seine derzeit stärksten Kräfte zählen und stellte eine personell unveränderte Mannschaft auf. Die Partie war stark von der Taktik geprägt, enthielt somit kaum Torszenen und riss die erwartungsfrohen Zuschauer nicht gross von den Sitzen. Das Spielgeschehen wickelte sich hauptsächlich im Mittelfeld ab, zumal sich die beiden Kontrahenten durch ihre vorsichtige Spielweise weitgehend neutralisierten.

Die einzige wirklich erwähnenswerte Aktion in der ersten Halbzeit ereignete sich in der 19. Minute. Serkan Karamese köpfelte einen Eckball der fast nur auf Konter bedachten Gäste an die Querlatte des eigenen Gehäuses, wobei Torhüter Marko Zuvic geschlagen gewesen wäre. Deshalb blieb es beim torlosen Unentschieden.

Nach der bei den fast sommerlichen Temperaturen wohlverdienten Halbzeitpause ging es vorerst im gleichen Stil weiter, wobei nun vor allem die Platzherren zu vereinzelten Torchancen kamen, die sie aber allesamt vergaben. In der 68. Minute musste dann Churs Goalie Zuvic nach einem schnell vorgetragenen Angriff der Bazenheider zur Ecke klären. In der 78. Minute kam der eingewechselte Ridvan Kardesoglu nach einem schönen Durchspiel aus rund 20 m Distanz frei zum Schuss, zielte aber klar darüber. Dies hätte eigentlich der Führungstreffer für die Einheimischen sein müssen.

Mangelnde Chancenauswertung rächt sich

Wer die Tore vorne nicht macht, bekommt sie hinten. Diese uralte Fussball-Weisheit bewahrheitete sich, sehr zum Leidwesen des Stadtclubs, in der 83. Minute. Walid Sekkour schloss nämlich einen blitzschnellen Konter unhaltbar zum 1:0 für die cleveren und effizienteren Gäste ab, denen danach alle erdenklichen Mittel recht waren, um diesen knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen. Dies gelang ihnen ohne grosse Mühe, sodass die drei Punkte ins Toggenburg gingen.

Es war zwar absolut verständlich, dass die Spieler von Chur 97 mit diesem Spielausgang, den sie allerdings selbst zu verantworten hatten, haderten, zumal vor allem in der Offensive nicht allzu viel zusammenpasste. Zudem verstrickten sich die talentierten Rafael Deplazes und Livio Krättli oft in unsinnige Dribblings, weil sie den Ball nicht rechtzeitig abspielten und deshalb früher oder später unsanft von den Beinen geholt wurden. Trotz der zweifellos etwas bitteren Niederlage scheint der Stadtclub unter der Führung seines Spielertrainers Maximilian Knuth im Kampf um den Ligaerhalt aber auf gutem Weg zu sein.

Die nächste Chance auf einen Punktgewinn bietet sich den Churern bereits in einer Woche, wenn sie beim FC Uzwil, gegen den sie in der Vorrunde eine 1:2-Heimniederlage erlitten haben, zu Gast sind. 

  

Chur 97 – FC Bazenheid  0:1  (0:0)
Sportplatz Ringstrasse – 350 Zuschauer – SR Feusi
Tore: 83. Walid Sekkour 0:1.
Chur 97: Zuvic; Gruber, Kral, Karamese, Sljivar; Bearth (78. Gür); Deplazes, Krättli, Knuth, Garcia (66. Kardesoglu); Emuejeraye.
Bemerkungen: Chur 97 ohne Pola, Klaas, Forster (verletzt), Plozza, Gjorgjievski, Topcu, Cazzato. Verwarnungen: Kral, Deplazes; Kessler, Baumann, Früh. Gute Schiedsrichterleistung!

 

(Bilder: GRHeute)