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Der HC Davos ist auch in der Doppelrunde gegen den EV Zug ohne Punkte geblieben: Nach dem 0:2 vom Samstagabend in der Bossard-Arena unterlagen die Bündner auch am Sonntagnachmittag vor eigenem Anhang trotz einer Aufholjagd mit 3:4. Die Fakten vom Wochenende. 

1. Ein trauriger Rekord

Nach dem 3:4 gegen den EVZ hat der HCD zum zehnten Mal in Serie zu Hause verloren. Eine Horror-Bilanz, wie sie der Rekordmeister seit dem Wiederaufstieg in die NLA 1993 nie erlebt hat.

2. Ein Hattrick für die Statistik…

Nachdem der designierte Davoser Skorer vom Dienst, Marc Wieser, zu Saisonbeginn bezüglich Form und Abschlussglück meilenweite von seinem Können entfernt war, kommt der Kübliser nun besser in Fahrt. Nach dem Hattrick gegen den EVZ am Sonntagnachmittag hat Wieser in den letzten sieben Spielen fünf Tore erzielt.

3. …und der entscheidende Fehler

Bezeichnend für den HCD, dass es Wieser war, der gegen den EVZ für den Matchwinner zu Ungunsten von Davos besorgt war. 13 Minuten vor Schluss verlor der 31-Jährige im Powerplay den Puck penibel vor dem eigenen Tor – die Zuger staubten zum vorentscheidenden 1:4 ab.

4. Und doch wäre noch was dringelegen

In der letzten Minute hatten die Davoser nach zwei Ausschlüssen gegen Zug noch die Gelegenheit, den Ausgleich mit 6 gegen 3 Feldspieler zu erzwingen. Das Wettkampfglück war dem HCD aber einmal mehr nicht hold, die Gäste konnten den knappen Vorsprung über die Zeit retten.

5. Michel Riesen wartet weiter auf den ersten Punkt

Die Landwassertaler sind auch im vierten Spiel unter Interimstrainer Michel Riesen weiter sieglos. Immerhin hat sich die Abwehr in dieser Zeit etwas stabilisiert, wenn auch nicht deutlich: Die 14 erhaltenen Gegentreffer – oder durchschnittlich 3.5 pro Spiel – sind durchschnittlich gerade mal 0.2 Gegentore weniger, als der HCD in den 21 Spielen zuvor unter Arno del Curto einkassierte.

6. Lindbäck auf der Bank

Anders als AdC, der seinen ausländischen Keeper Ander Lindbäck auch bei und nach schwachen Auftritten immer wieder forcierte, hat Riesen offenbar weniger Geduld mit seinem schwedischen Keeper. Am Wochenende kam darum erstmals in dieser Saison Gilles Saison zu zwei Einsätzen in Serie. Und er machte seine Sache gut.

7. Es rechnet niemand mehr

Der HCD wird die Playoffs 2018/19 nicht schaffen, das steht nach der Hälfte der Regular Season nun (so gut wie) fest. Letzte Woche haben wir ausgerechnet, wieviele Punkte Davos für eine «Mission Impossible» doch noch brauchen würde. 66 Zähler müssten insgesamt wahrscheinlich her, um über dem Strich zu landen. Für die verbleibenden 25 Spiele bräuchte der Rekordmeister somit noch 46 Punkte (1,84 pro Spiel). Nur Bern und Zug haben in der ersten Saisonhälfte mehr geschafft.

8. Die Hoffnung lebt

Am traditionellen Greenhope-Wochenende trat der HC Davos (und auch der EVZ) am Charity Weekend in unüblichen grünen Jerseys an. Und nein, der HCD trug sie nicht, um sich selbst etwas Hoffnung zu geben. Die Greenhope Foundation setzt sich für den Kampf gegen Krebserkrankungen von Kindern ein. Eine gute Sache, die selbst die HCD-Krise mehr als relativiert.

 

9. Enzo Corvi und der EV Zug

Erneut nicht zum Einsatz kam am Wochenende Enzo Corvi, der seit einigen Spielen verletzt fehlt. Offenbar wurde der Churer aber während der Nati-Pause in Zug gesichtet. Der EVZ richtet für die Zukunft bekanntlich mit der grossen Kelle an und hat bereits Bern-Goalie Leonardo Genoni und Lugano-Stürmer Gregory Hoffmann für die nächste Saison verpflichtet. Reicht das Geld, um auch auf Corvi Jagd zu machen? Gemäss sport.ch habe der EVZ dementiert, dass die Innerschweizer stark an den Diensten Corvis interessiert seien. Andernorts liess sich aber – vor Hoffmans Verpflichtung – Sportchef Reto Kläy zitieren, dass es «durchaus schon Gespräche» mit beiden Kandidaten gegeben haben soll. Ob Zug, Bern oder Lugano, es dürfte wohl schwierig werden für den HCD, den Nationalspieler, dessen Vertrag in Davos Ende Jahr ausläuft, zu halten.

10. So gehts weiter

Davos bekommt nun zwei Wochen Pause, das nächste Spiel steht erst am 22. Dezember (in Fribourg) auf dem Programm. Bereits letzte Woche rechnete GRHeute aus, dass der HCD die Abstiegsrunde planen kann und es nun nur noch um den Ligaerhalt geht. Diese Prognose hat sich nach diesem Wochenende leider zementiert.

 

(Bild: Twitter HC Davos)