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Der HC Davos ist auch nach dem Rücktritt von Trainer-Legende Arno del Curto auf der Verliererstrasse: Nach der 2:4-Heimniederlage von Samstag gegen Genf-Servette unterlagen die Bündner am Samstag auch beim SC Bern, diesmal mit 1:4. Die Hoffnungen auf ein Hockey-Wunder schwinden. Die Fakten vom Wochenende. 

1. «Wir wollen beide Spiele gewinnen. Wir brauchen die Punkte»

Das die Worte von René Müller, neuer Assistent des Interims-Coach Michel Riesen vor dem Wochenende. Wollen ist das eine, können das andere. Man kann dem HCD nicht vorwerfen, sich mit aller Kraft gegen das drohende Schicksal aufzulehnen. Am Ende resultierten aber erneut nur drei Tore und acht Gegentreffer und zwei weitere Niederlagen.

2. Déjà vu

Die beiden Niederlagen ähnelten sich: Am Freitag starteten die Bündner gegen Genf stark, lagen bis ins Mitteldrittel mit 2:0 vorne und mussten das Spiel doch noch aus der Hand geben. Und am Samstag war der HCD lange die bessere Mannschaft beim SC Bern, vermasselte aber zahlreiche Chancen, nur um vom SCB im Mitteldrittel mit einem Doppelschlag innert 15 Sekunden vorgeführt zu bekommen, was Effizienz im Abschluss bedeutet.

 

3. Die Gründe

Neues Wochenende, alte Probleme. Vorne unglücklich und ineffizient, hinten fehleranfällig mit haarsträubenden Aussetzern, die zu Gegentreffern führen – in Bern sündigten Youngster Julian Payr und Routinier Magnus Nygren. Dazu ein Anders Lindbäck im Kasten, der im bisherigen Saisonverlauf keine Verstärkung war und in beiden Spielen «Haltbare» kassierte. Schwierig, so Spiele zu gewinnen.

4. Die Nachwehen von AdCs Rücktritt 

Davos wurde letzte Woche vom sofortigen Rücktritt von Arno del Curto richtiggehend durchgeschüttelt. Am Freitag verabschiedeten sich die Fans von ihrer Legende. Ein schönes Bild, das aber auch die hässliche Seite der desolaten Tabellensituation zeigt. Die Reihen lichten sich, weniger als 4000 Zuschauer wollten sich Spiel 1 nach der Ära del Curto in der Vaillant Arena ansehen. Die Zahlen dürften im weiteren Verlauf der Regular Season nicht besser werden.

5. Wie soll AdC gewürdigt werden?

Am Freitag wurde der Öffentlichkeit erstmals die neue Trainingshalle neben dem Eispalast gezeigt. Wird sie zukünftig den Namen Arno del Curtos tragen? Oder erhält der Engadiner eine Statue vor der Vaillant Arena (das Stadion selbst ist aufgrund der Naming-Einnahmen durch Sponsor Vaillant kein Thema)? Die GRHeute-Leser haben eine klare Meinung: Zuerst einmal muss del Curtos «Jersey» zu den anderen Legenden ans Stadiondach. Dahinter sind auch die Statue und die Trainingshalle hoch im Kurs. 

6. Wie gehts weiter an der Bande?

Nach der turbulenten letzten Woche und den beiden Weekend-Niederlagen kann man Riesens und Müllers Arbeit natürlich noch nicht bewerten. Immerhin kann ihnen zugute gehalten werden, dass der HCD auch nach dem Trainer-Schock viel Kampf in die Waagschale warf. An der Coaching-Front gibt es derweil nichts Neues. Obwohl die Sportkommission des HC Davos mit Hochdruck an der Evaluation einer neuen Coaching-Staff arbeitet, will man «sich die nötige Zeit nehmen, die richtige Entscheidung zu treffen», wie auf der Webseite des Rekordmeisters zu lesen ist.

7. HCD kann die Abstiegsrunde planen

Letzte Woche schrieb GRHeute, wieviel Punkte der HCD in der verbleibenden Regular Season realistischerweise noch holen muss, um es doch noch irgendwie in die Playoffs zu schaffen. Nach den neuerlichen Niederlagen dürfte dieser Traum endgültig geplatzt sein. Der Rückstand auf Platz 8 (Genf) beträgt 15 Punkte, um die für eine Playoff-Quali wahrscheinlich nötigen 66 Punkte zu erreichen, müsste Davos in den verbleibenden 27 Spielen 46 Punkte erreichen. Das sind 1,7 Punkte pro Spiel. Nur Bern, Biel und Zug haben bisher in dieser Saison mehr Punkte pro Spiel geholt. 

8. Verletzte Söldner zurück

Nach ihren Verletzungspausen kehrten am Wochenende neben Nygren auch Stürmer Anton Rödin ins Lineup der Bündner zurück. Der Schwede skorte am Samstag in Bern seinen dritten Treffer. In beiden Spielen stand er aber auch bei einem Gegentreffer auf dem Eis.

9. «Eine schwierige Zeit»

Die Worte von Marc Wieser nach dem 1:4 in Bern gegenüber SRF sagen alles. «Es ist eine schwierige Zeit, aber wir sollten uns jetzt nicht zu viel auf die Resultate konzentrieren. Ich bin der Meinung, dass Mich Riesen und René Müller eine gute Arbeit geleistet haben, wir haben kleine Fortschritte gemacht. Aber die Resultate stimmen nicht. Man merkt halt schon, dass es eine angeschlagene Mannschaft ist, da lässt man schnell den Kopf hängen. Die Negativspirale ist drin.»

10. Was nun?

Die Coaching-Frage hängt in der Luft und am nächsten Wochenende wartet erneut eine harte Nuss auf den HCD: In der Doppelrunde gegen den EV Zug tritt der HCD am Samstag auswärts, am Sonntag um 15.45 Uhr in der Vaillant Arena an. 

 

 

(Bilder: Screenshot My Sports)