«Das Leben ist zu kurz für einen langweiligen Job.» Das hören wir von vielen jungen Berufsleuten und Lehrabgängern. Die «Generation Y» ist nicht mehr bereit, tagein tagaus den gleichen Job zu machen. Dafür ist sie flexibel und offen für Neues. Kurz: Sie will etwas erleben. Was könnte mehr Abwechslung und Abenteuer bieten als zwei verschiedene Jobs an den schönsten Orten der Schweiz?

«Unser grösstes Problem ist, genügend gutes Personal zu finden.» Das hören wir andererseits von vielen Unternehmern aus Hotellerie, Gastronomie und dem Tourismus. Gerade im Saisontourismus ist der Fachkräftemangel besonders spürbar. Nachwuchskräfte für den eigenen Betrieb zu begeistern, ist daher zentral. Dazu braucht es neue Wege in der Personalarbeit. Doch wie?

Diese Ausgangslage bewegt mich dazu, die heutige Kolumne einem Projekt zu widmen, das mir nicht nur sehr am Herzen liegt, sondern das auch für eine neues, zeitgemässes Arbeitsmodell im Saisongeschäft steht: Mitarbeiter-Sharing.

Neues Online-Portal Jobs2share.ch

Die Idee des Mitarbeiter-Sharings ist einfach: Unternehmen mit saisonalen Schwankungen arbeiten zusammen und bieten ihren Angestellten je einen Teil eines Sommer-Winter-Jobpakets. Während viele Hotels und Gastronomiebtriebe in Grabünden einem Teil ihrer Mitarbeitenden nur befristete Saisonstelle bieten können, so ist es in einem Kooperationsverbund von Sommer- und Wintersaisonbetrieben möglich, dem Mitarbeitenden eine Perspektive über die einzelne Saison hinaus zu offerieren. Um dies effizient zu ermöglichen, wurde die Sharing-Economy-Plattform jobs2share.ch entwickelt. Sie wurde so konzipiert, dass Mitarbeitende sich spannende Ganzjahrespakete, bestehend aus Sommer- und Wintersaisonstellen, zusammenzustellen können. Das Arbeitsmodell Mitarbeiter-Sharing lebt das Motto «Im Sommer am See, im Winter im Schnee» und ist eine attraktive Alternative für junge Berufsleute und Fachkräfte, die Abwechslung und Herausfoderung suchen. Für Unternehmen, die Saisonstellen anbieten, tut sich ein neuer Weg bezüglich Rekrutierung und Mitarbeiterbindung auf.

Und auch für die Zwischensaisons gibt es Lösungen

Zwei Jobs ergeben nicht immer ein ganzes Jahr. Gerade der Monat November bereitet Probleme, weil dann nirgends in den Schweizer Ferienregionen so richtig die Post abgeht. Viele Mitararbeitende haben dann eine Lücke, die auch mit zwei Saisonjobs nicht gedeckt werden kann. Dank jobs2share und dem Mitarbeiter-Sharing-Programm gibt es nun Lösungen. Zum einen können Mitarbeitende in den Kantonen Graubünden und Tessin die Zwischensaisons leicht überbrücken, in dem sie Arbeitslosengeld bis zu 6 Wochen pro Jahr erhalten, ohne Arbeitsbemühungen gegenüber dem RAV nachweisen zu müssen. Möglich ist dies dank einem Pilotversuch des SECO, der ab dem 1. Januar 2019 drei Jahre durchgeführt wird. Profitieren können Mitarbeitende, deren beider Arbeitgeber auf jobs2share.ch registriert sind und die über ein Jobpaket Sommer/Winter verfügen, das auf der Plattform eingetragen ist. Für Mitarbeitende auch von anderen Kantonen gibt es zudem verschiedene Möglichkeiten, Weiterbildungen in den Zwischensaisons zu besuchen. Die Angebote werden künftig in Zusammenarbeit mit dem Branchenverband hotelleriesuisse und Hotel- und Gastro Formation weiter ausgebaut.

Weitere Informationen: www.jobs2share.ch

Die Tourismus-total-Expertenrunde von GRHeute berichtet und kommentiert einmal wöchentlich über aktuelle Tourismusthemen für Graubünden.

Heute für Sie unverblümt und direkt von der Front: Brigitte Küng, Leiterin KMU-Zentrum Graubünden.