Bündner Schwinger auf dem Weissenstein ohne Kranzgewinn

Hartes Brot beissen mussten die beiden am Weissenstein-Schwinget im Einsatz stehenden Bündner Schwinger Mauro Gartmann und Ursin Battaglia, die ohne den am Knie verletzten Armon Orlik auskommen mussten und im Kampf um den Kranzgewinn chancenlos waren.

Dominiert wurde das vierte Bergkranzfest der Saison, das vor 4100 Zuschauern bei kühlem und nebligem Wetter auf dem Festplatz oberhalb von Solothurn ausgetragen wurde, durch den im thurgauischen Ottoberg wohnhaften und derzeit in der Rekrutenschule steckenden Samuel Giger, der sich in allen sechs Gängen souverän durchsetzen und mit 59.50 Punkten den vierten diesjährigen und elften Kranzfestsieg seiner noch jungen Karriere feiern konnte.

 

Neunzig Schwinger, davon fünfzig aus dem nordwestschweizerischen, fünfundzwanzig aus dem nordostschweizerischen und fünfzehn aus dem südwestschweizerischen Schwingerverband sind in ihren Zwilchhosen in einen der drei Sägemehlringe gestiegen, um sich das begehrte Eichenlaub zu sichern. Schliesslich gewannen von den siebzehn angetretenen Eidgenossen aber nur gerade deren acht einen der vierzehn verteilten Auszeichnungen. Weil die Gäste aus der Nordostschweiz das Geschehen von allem Anfang an diktierten, liessen sich Direktduelle schon nach dem dritten Gang nicht mehr verhindern. Trotzdem konnten sie dann sieben, die Südwestschweizer vier und die gastgebenden Nordwestschweizer drei Kränze für sich beanspruchen. 

Samuel Giger war nicht zu stoppen     

Der 20-jährige Thurgauer, der zuerst wegen der Lehrabschlussprüfung und anschliessend wegen eines Arbeitsunfalls für mehrere Wochen ausgefallen war, feierte ein gelungenes Comeback und liess der gesamten Konkurrenz nicht den Hauch einer Chance. Mit Armon Orlik, der anscheinend verletzungsbedingt länger ausfallen dürfte, fehlte wohl der einzige Schwinger, der ihm hätte Paroli bieten können. Im Schlussgang gegen seinen ebenfalls noch ungeschlagenen Verbandskollegen Michael Bless dauerte es auch nur Sekunden, bis er den Appenzeller zu Boden gesprengt und ihn dann auf die Schultern gedrückt hatte.

Seinen allerletzten Wettkampf bestritt der 35-jährige Landwirt und Lokalmatador Bruno Gisler, der auf dem Weissenstein nach einem durchzogenen Wettkampf zwar das Eichenlaub um einen Punkt verpasst, in seiner erfolgreichen Karriere aber 127 Kränze, davon drei eidgenössische, gewonnen hat. 

Ebenfalls ohne Kranzgewinn nach Hause reisen mussten der Flerdener Mauro Gartmann und der Almenser Ursin Battaglia. Mauro Gartmann startete mit zwei blanken Zehnern zwar ausgezeichnet in den Wettkampf, musste sich dann aber nach zwei Niederlagen und zwei gestellten Gängen mit 54.50 Punkten begnügen. Noch wesentlich schlechter erging es Ursin Battaglia, der nach einem Unentschieden und zwei verlorenen Kämpfen sogar um die Qualifikation für den Ausstich bangen musste, sich dann aber zu steigern vermochte und nach zwei Siegen und einem gestellten Gang immerhin noch 54.25 Punkte erreichte. Beide Bündner Schwinger waren somit weit entfernt von einem Kranzgewinn. Die nächste Chance dazu wird aber bestimmt kommen.

 

(Bilder: Twitter)

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