Am vergangenen Wochenende fand die erste Generalversammlung vom Verein Ice Stupa International in Pontresina statt. Der im letzten April gegründete Verein blickt auf ein intensives und erfreuliches Jahr zurück und steckt sich neue Ziele für die Zukunft.

Bereits Ende 2016 entstanden die ersten Ice Stupas im Val Roseg. Diese sorgten für grosses Interesse und mediale Berichterstattungen weit über die Landesgrenzen hinaus. «Die Ice Stupas besitzen ein hohes Anziehungspotenzial für Touristen. Wir wollen damit aber in erster Linie für die Themen Wasser, Klimawandel und Welternährung sensibilisieren», so Dr. Felix Keller, Präsident des Vereins und Glaziologe. Weiterhin konnte die Machbarkeitsstudie Mortalive mit einem positiven Ergebnis erstellt werden. In der Studie wurde untersucht , ob die künstliche Erhaltung des Morteratschgletschers als Süsswasserspeicher für kommende Generationen machbar ist.

Ausserdem wurde auf der Diavolezza in Kooperation mit der Universität Utrecht (Niederlande) mittels Beschneiung versucht einen «Babygletscher» zu erhalten. Auch dieses Experiment verlief positiv. Keller sorgte mit der Vorstellungen dieser Projekte an der Weltwasserwoche 2017 in Stockholm für reges Interesse. «Teilnehmer aus Südamerika und Zentralasien zeigten sich stark interessiert an dem Gletscherrettungsverfahren am Morteratsch. Wir konnten das Projekt zudem Vertretern der Schweizer Direktion für Entwicklungszusammenarbeit vorstellen», zeigt sich Keller zufrieden. Für das kommende Jahr soll die Finanzierung dieser über 30 Jahre dauernden Gletscherprojekte angegangen werden.

SAC Hütten sind betroffen
Die Existenz vieler SAC Hütten im Alpenraum ist unmittelbar vom Gletscherschwund betroffen. In einem Pilotprojekt wird mit dem SAC Unterengadin versucht die Wasserversorgunsproblematik der Lischanahütte mit einer Ice Stupa zu lösen. Um die Finanzierung aufzustellen wird Keller nach Deutschland reisen, um das Vorhaben verschiedenen Rotaryclubs vorzustellen. «Die Arbeit im Vorstand war im vergangenen Jahr mit sechs Sitzungen und unzähligen Arbeitseinsätzen intensiv», berichtet Keller. Deshalb sei er froh, wenn es in naher Zukunft eine personelle Unterstützung geben wird. Seraina Pestalozzi, Studentin an der höheren Fachschule für Tourismus Graubünden in Samedan, absolviert in den kommenden Monaten ihr Berufspraktikum in Ladakh. Sie wird anschliessend den Vorstand bei den zahlreichen Aufgaben unterstützen. Bereits jetzt laufen die Planungen für das Ice Stupa Dorf in Morteratsch im kommenden Winter. Um das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und die Direktion für Entwicklungszusammenarbeit (DEZA) mit in das Projekt zu integrieren «braucht es viel Arbeit, die so von dem kleinen Verein nicht mehr zu leisten sein wird».

Fotos: Mayk Wendt