2016 war ein Jahr voller unerwarteter und oft auch erschreckender Ereignisse. Kampfkunst ist ein Weg, um ein sicheres Gefühl zu bekommen. Deshalb stellt GRHeute das Angebot der Budoschule Haru Chur vor und ergänzt es durch ein Interview mit Christoph Jakober, Leiter Judo.

Die Churer Budoschule Haru bietet Kurse in Jiu-Jitsu, der waffenlosen Selbstverteidigung, Kobudo, der Kunst mit traditionellen japanischen Waffen, Judo, dem Training für Fitness, Körper, Geist und Seele sowie Selbstverteidigung an. Gut ausgebildete und kompetente Instruktoren unterstützen die Teilnehmer auf ihrem persönlichen Budoweg.

Jiu-Jitsu

Jiu-Jitsu, die „sanfte Kunst“, ist eine von den japanischen Samurai stammende Kampfkunst. Es ist die wirksamste Kunst des Angriffs und der waffenlosen Selbstverteidigung ohne Kraftanwendung. Ein bewaffneter oder unbewaffneter Angreifer soll möglichst effizient unschädlich, das heisst unter Kontrolle gebracht oder zumindest kampfunfähig gemacht werden. Dies kann durch Schlag-, Tritt-, Stoss-, Wurf-, Hebel- und Würgetechniken geschehen. Dabei soll nicht Kraft gegen Kraft, sondern möglichst viel Kraft des Angreifers gegen diesen selbst verwendet werden. Wenn heute von Jiu-Jitsu als Kampfkunst gesprochen wird, ist damit immer der von verschiedenen anderen Kampfsportarten beeinflusste moderne westliche Stil gemeint und nicht das traditionelle Jiu-Jitsu japanischer Herkunft. Authentisches Jiu-Jitsu ist kein Sport oder gar ein Wettkampfsport, sondern entsprechend dem Vorbild der japanischen Samurai eine körperlich-geistige Übung und Kunst, welche die Persönlichkeit formt. Es ist somit eine von besonderen ethischen Grundsätzen geprägte Form, sich ganz allgemein mit der Welt auseinanderzusetzen. Das Training umfasst die drei Teile Aufwärmen, Rollen und Fallen sowie Techniken (Jiu-Jitsu, Judo und Karate). In den Anfängerkursen werden zuerst Schritt für Schritt die grundlegenden Roll- und Falltechniken und anschliessend Abwehrtechniken gegen verschiedene Angriffe vermittelt. Die Trainer im Jiu-Jitsu sind Jürg Martinelli (6. Dan Goshin), gleichzeitig Vorsitzender Budoschule Haru, Stefan Rupp (4. Dan Goshin), Pierre-André Buschauer (2. Dan Goshin) und Manuel Scussel (2. Dan Goshin).

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Kobudo

Kobudo bezeichnet die Kampfkunst mit Bauernwerkzeugen. Nachdem die Ryu-Kyu-Inseln, welche zwischen Japan und Taiwan liegen, durch die Japaner besetzt worden waren, verboten diese der einheimischen Bevölkerung das Tragen von Waffen. Um sich gegen die Samurais verteidigen und sich vor Räubern und Wegelagerern schützen zu können, funktionierten die Bauern und Fischer
landwirtschaftliche Geräte, Alltagsgegenstände und Werkzeuge zu Waffen um. Im Kobudo werden Sai, Bo, Nunchaku, Tonfa, Kama, Eku, Timbe, Säbel, Schwert, Lanze, Nuntibo, Kue und Sansetsukon verwendet. So wurde beispielsweise der Dreschflegel zum Nunchaku, der Stock zum Bo und das Tonfa wurde als Kurbel an Mühlsteinen verwendet. Da sich Kobudo, das ein Gefühl für runde fortlaufende Bewegungen vermittelt, parallel zum Karate entwickelte, entsprechen die Stellungen, Angriffe und Blockbewegungen denen des Karate. Im Kobudotraining, das in der Turnhalle Türligarten stattfindet, lernen die Schüler den Umgang mit den Waffen Bo, Sai, Tonfa und Nunchaku. Dabei geht es darum, die Techniken zu perfektionieren. In den Anfängerkursen, in denen als Trainingswerkzeug der Bo zur Verfügung gestellt wird, werden Schritt für Schritt die Grundlagen in der Handhabung des Bauernwerkzeuges vermittelt.
Die Instruktoren im Okinawa Kobudo sind Gian Franco J. Arnold-Keller (6. Dan), Flavio Gartmann (2. Dan) und Eliane Lüthi (1. Dan).

 

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