Unter Anwesenheit von Regierungsrat Mario Cavigelli wird die grösste Photovoltaik-Anlage des Kantons Graubünden eingeweiht.

Bei perfektem Solarwetter hat die Rhiienergie AG am 30. Juni 2020 ge- meinsam mit den weiteren Aktionären der Calanda Solar AG sowie der Fanzun AG, CRESTAGEO AG, Planeco GmbH und mit rund 30 geladenen Gästen das Energieleuchtturmprojekt im ehemaligen Steinbruch Calinis in Felsberg einweiht. «Mit dieser beachtlichen Menge an erneuerbarer Energie werden wir langfristig mithelfen, das Einzugsgebiet von rhiienergie als eine der ersten Regionen der Schweiz netto CO2-frei werden zu lassen», führt Markus Feltscher, Verwaltungsratspräsident der Calanda Solar AG, in seiner Eröffnungsrede aus. Die grösste Solaranlage Graubündens wird jährlich 1.6 Gigawattstunden sauberen Strom aus der Region für die Menschen dieser Region liefern.

Regierungsrat Mario Cavigelli bezeichnet das neue Solarkraftwerk aufgrund seiner hohen Produktion und selbstbewussten Platzierung am Fusse des Calandas als «Leuchtturm und Akzelerator für die Sonnenenergie als Technologie». Es lege im Bereich der erneuerbaren Stromproduktion eine Spur für den auch von Bund und Kanton anvisierten Weg. Denn auch der Kanton Graubünden unterstütze die Wasserkraft und die Solarenergie, fährt Cavigelli fort, «wo immer er es darf». Der Kanton stelle deshalb auch zugunsten der Solarkraft einiges an Ressourcen, finanziellen Anreizen und Informationsgrundlagen bereit.

Mit der Fertigstellung der Grosssolaranlage wird ein Projekt umgesetzt, welches vor über 10 Jahren ins Leben gerufen wurde. Damals hatten Architekturstudierende der HTW Chur anlässlich eines Gestaltungswettbewerbes für die Umnutzung des stillgelegten Steinbruchs Calinis die Idee, daraus eine PV-Anlage zu machen. Sie wählten den Titel «Energie statt Wyy», der noch heute benutzt wird und auf die landschaftlich ähnliche Form wie der Felsberger Weinberg hinweist. Das Projekt wurde von einer breiten Öffentlichkeit als innovativ und nachhaltig bezeichnet. Es folgten einige Herausforderungen wie die Finanzierung, die Beschaffung der beachtlichen Menge von 270’000 Kubikmeter Schüttgut für die Böschung und schlussendlich die Umsetzung der Anlage. Denn aufgrund der Hangneigung und dem damit verbundenen erschwerten Zugang war der Einsatz eines Helikopters notwendig. Durch die Vorfabrikation und den Helikoptereinsatz war die Montage jedoch speditiv und eine gute ökologische Bilanz war trotz des Helikopters gewährleistet. Das Ausführungskonzept wurde von der Arbeitsgemeinschaft der Planeco GmbH und der CRESTAGEO AG entwickelt. «Wir sind froh, dass wir sämtlichen Herausforderungen positiv begegnen konnten und heute eine Pionieranlage einweihen dürfen», freut sich Urs Simeon, Projektleiter der Fanzun AG.

Und auch die Freude der Standortgemeinde Felsberg ist gross. «Als Energiestadt-Gemeinde sind wir stolz, dass ein solch innovatives Solarprojekt unsere Gemeinde ziert und damit eine beachtliche Menge Solarstrom in Felsberger Gebäude fliesst» führt Peter Camastral, Gemeindepräsident von Felsberg, aus. Neben Felsberg werden auch die weiteren rhiienergie-Versorgungsgemeinden Rhäzüns, Bonaduz, Tamins und Domat/Ems künftig mindestens 50 % ihres gemeindeeigenen Stroms aus dem Kraftwerk am Fusse des Calandas beziehen. «Mit der PVA Calinis erhöht sich unsere Solarstrom- produktion auf 10 GWh pro Jahr. Wir belegen damit einen Spitzenplatz bei der Produktion von erneuerbarer Ener- gie und verhelfen auch unseren Kundinnen und Kunden mit innovativen Photovoltaik-Angeboten zur eigenen Solaranlage», freut sich Christian Capaul, Geschäftsleiter von rhiienergie. Damit befindet sich rhiienergie auf einem guten Weg, eine der ersten netto CO2-freien Regionen der Schweiz entstehen zu lassen.

Technische Daten: Gesamtinvestition: CHF 2.3 Mio.

(ohne Vorarbeiten und Schüttung)

Durchschnittlicher Jahresenergieertrag: 1‘600‘000 kWh ➔ Menge entspricht ca. Strombedarf

von 450 Haushaltungen
➔ Produktion ist ca. 4.5 x mehr als

Produktion der PVA A13 Leistung der Anlage: 1‘500 kWp

Anzahl Solarmodule:

3’720 Stk. à 390 Wp

Fläche Solaranlage:

7’440 m2 (1 Fussballfeld)

Beteiligte Unternehmungen:

▪ Calanda Solar AG (Aktionariat: Rhiienergie AG 70 %, Per Sandven 20 %, Bürgergemeinde Felsberg 10 %)

▪  Fanzun AG

▪  CRESTAGEO AG

▪  Planeco GmbH

(Bild: rhiienergie.ch)