Wir befinden uns in einer aussergewöhnlichen Zeit: unser Leben hat sich schlagartig verändert, Menschen werden in Risikogruppen eingeteilt und der Himmel ist nicht mehr von Kondensstreifen gezeichnet. Der (Arbeits-)Alltag hat sich für alle auf irgendeine Art verändert – sei dies aufgrund von Schutzkonzepten oder weil man gar die Arbeitsstelle verloren hat. Dieser Tage müssen vielerorts Grundsatzentscheide gefällt werden und bei vielen geht es um die Existenz. Die Regierungen sind nun gefordert, diese Leute zu unterstützen. Die Parlamente sind gefordert, tragbare Entscheide zu fällen.

Die Welt wird nach der Krise kaum die gleiche sein, sie wird ein Vakuum hinterlassen. Dieses muss unbedingt klug und nachhaltig bespielt werden. Vielleicht haben Sie das Fake-Video gesehen von Delfinen, die angeblich wieder in Venedigs Kanälen schwimmen, weil das Wasser dank ausbleibender Touristen so sauber ist wie noch nie. Auch wenn es sich um einen Schwindel handelt, stimmt die Tatsache, dass die Natur kurzzeitig aufschnaufen konnte. Und darüber müssen wir uns Gedanken machen: soll nach der Krise alles wieder sein wie davor oder ist eine bessere Welt möglich?

Die von Bund, Kanton und Gemeinden ausgeschütteten Gelder sollen auch dafür genutzt werden, klima- und umweltfreundlichere Projekte zu unterstützen und neu aufzugleisen. Endlich erkennen wir breitflächig, dass man für eine Besprechung nicht um jeden Preis ins Flugzeug oder in den Zug steigen muss. Produktionen werden wieder ins Inland verlagert, um nicht von globalen Handelsströmen abhängig zu sein. Der Konsum von Bioprodukten steigt stark an, weil Menschen mehr Zeit für bewusstes Kochen und einen gesunden Lebensstil haben.

Diese Entwicklungen müssen langfristig gesichert und genutzt werden. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, innovativen Stimmen im Kanton Platz einzuräumen, so Neues für eine bessere Zukunft entstehen zu lassen und Bewährtes noch besser zu machen. Jetzt ist die Zeit gekommen, um Tourismusprojekte zu unterstützen, die uns langfristig nützen und unseren Ressourcen Sorge tragen. Gebäude müssen breitflächig energieeffizient gebaut und unterhalten werden. Unserer Gesundheit und Natur sind wir eine nachhaltige Landwirtschaft und Tierhaltung schuldig.

Schutzkonzepte braucht es nicht nur hinsichtlich des Viren-, sondern auch des Klimaschutzes! Und zum Schluss: mit Klimaschutz können wir das Arbeitsklima in Spitälern und Betreuungseinrichtungen mitgestalten!

 

Im Politforum von GRHeute kommentieren Bündner Politikerinnen und Politiker aller Parteien über aktuelle Themen. Heute: Nora Kaiser, Partei- und Fraktionssekretärin SP Graubünden.

(Bild: GRHeute)