Das Coronavirus bringt uns zusammen. Wir helfen einander, gehen füreinander einkaufen und unterstützen unsere Nachbarn. Dazu sind Plattformen Chur hilft Chur entstanden. Auch ich merke, dass ich mich wieder vermehrt auf das Lokale besinne. Ich entdecke neue regionale Kulturschaffende, kaufe Brot bei meinen Quartierbäcker und unterstütze kleine regionale Lädeli. Die Region bietet so vieles. Das war mir natürlich auch schon vor der Coronakrise bewusst, nur habe ich mir noch nie so bewusst Gedanken darüber gemacht wie jetzt. Über die Leute, die ihr Blumenquartierlädeli mit viel Herzblut aufgebaut haben und ihr Lebensunterhalt damit verdienen. Die Nachfrage nach nachhaltigen und regionalen Produkten steigt schon länger. Auch ich steige wann immer ich kann von einem «herkömmlichen» auf ein regionales und nachhaltiges Produkt um. 

Wertschätzung der Kunden

Das zweite Mal, als ich in «meinen» Zero-Waste-Laden ging, wurde ich mit einem «Hallo, Du warst schon einmal hier, oder? Du kommst mir bekannt vor», begrüsst. Als Kundin fühlte ich mich extrem wertgeschätzt und willkommen. Wenn ich das Bild von meiner Tätowiererin auf Instagram kommentiere, weiss ich, mit wem ich kommuniziere und habe immer ihr strahlendes Gesicht vor Augen, als ich ihr nach dem tätowieren noch Trinkgeld für das Feierabendbier gab. Es sind diese Momente, die mir noch lange bleiben und durch die ich eine Art Verbundenheit zu diesen Menschen und ihren Produkten spüre. Genau wegen dieser Verbundenheit unterstütze ich sie in dieser Momentan schwierigen Lage. Von meiner Tätowiererin habe ich zum Beispiel eine wunderschöne Zeichnung bestellt, die ich in meiner Wohnung aufhängen werde. Ich weiss nur noch nicht wo… Vorschläge? 

 

Auch wenn nun schon Hoffnung aufkommt, dass die Corona-Krise bald überstanden ist, möchte ich mir die Angewohnheit, meine Mitmenschen so gut wie möglich zu unterstützen, beibehalten. Für mich ist das bewusste lokale Einkaufen zu einem Lebensstandard geworden. Wo kaufen Sie das nächste Mal ein?

(Bild: Pexels)