Die Calanda Broncos bleiben in der NLA der Schweizer Football-Meisterschaft an der Tabellenspitze: Nach einem zerfahrenen Spiel setzten sich die Bündner am Samstagabend in Winterthur knapp mit 23:20 durch und können sich nun auf den Europacup-Kracher vom nächsten Samstag in Chur gegen den serbischen Meister Kragujevac Wild Boars konzentrieren.

Der Winterthurer Deutweg war einmal mehr ein schwieriges Pflaster für die Calanda Broncos: Trotz den klaren Vorzeichen in der Tabelle wurde die «Pflichtaufgabe» bei den Warriors zum nicht unerwarteten «Trap Game». Dabei startete das Spiel nach Wunsch für die Broncos: Die Gastgeber mussten den Ball umgehend mit einem Punt den Bündnern zukicken, und nur wenige Spielzüge später skorten die Broncos nach einem langen Pass von Quarterback Conner Manning auf Severin Murk zur 7:0-Führung.

Fahriges zweites Quarter

Auch in der Folge dominierten die Broncos und kamen durch ein Field Goal von Erik Rageth zur komfortablen frühen 10:0-Führung. Die Warriors steckten aber nicht auf, im Gegenteil: Sie profitierten von diversen Strafen der zunehmend undisziplinierten Bündner und kamen durch einen Touchdown von Pascal Rüegg zum 6:10 ins Spiel zurück. Die Broncos brachten im zweiten Quarter gar nichts Zählbares mehr zustande und mussten durch Rüeggs zweiten Touchdown gar den ersten Rückstand des Spiels einstecken. Das Momentum war auf Seiten der Gastgeber gekippt. Ein weiterer Ballverlust, Strafen und ein missglückter Field-Goal-Versuch später gingen die beiden Teams mit einer 13:10-Führung für die Warriors in die Pause. Bereits im Hinspiel in Chur hatten die Broncos gegen Winterthur in der ersten Halbzeit Mühe gehabt, sich letztlich aber klar durchgesetzt.

Wintis Verletzungen auf der QB-Position

Am Samstagabend konnten sich die Bündner allerdings nicht über fehlendes Wettkampfglück beklagen: Winterthurs Spielmacher Richard Wartmann, seinerseits eigentlich «nur» Backup Quarterback des verletzten Amerikaners Spenser Lewis, fiel verletzt aus und damit nicht genug: Als sich zu allem Übel auch noch sein Ersatz, Finn Seidelmann, verletzte, waren die Winterthurer bei ihrem nominell vierten Quarterback angelangt. Jonas Pflüger, im Grunde Running Back bei den Warriors, tankte sich gleichwohl durch die Broncos Defense und sorgte im dritten Viertel für eine bedrohliche 20:10-Führung für die Warriors. So leicht wollte sich der Schweizer Meister dann aber doch nicht geschlagen geben. Noch im dritten Viertel verkürzten die Bündner durch Adrian Sünderhauf auf 16:20, die ersatzgeschwächten Winterthurer mussten ihren Verletzungen nun endgültig Tribut zollen: Und so war es im Schlussviertel Broncos-Running Back Tino Muggwyler, der aus kurzer Distanz zur 23:20-Führung für die Broncos verwertete. Die Warriors hatten nun nichts mehr im Köcher, die Offense brachte kein Comeback mehr zustande, so dass sich Calanda letztlich nach einem zwar spannenden, aber auch zerfahrenen Spiel mit 23:20 durchsetzte. 

«Zum Glück fanden wir gegen Schluss noch den Rhythmus», so Broncos-Running Back Erik Rageth nach Spiel-Ende, «wir hatten heute vielleicht nicht grad unser bestes Spiel, aber das ist keine Entschuldigung. Winti hat sehr gut gespielt, trotz den vielen Verletzten. Sie haben gekämpft und alles reingeworfen.» Ob die Bündner bereits das kapitale Europacup-Spiel vom nächsten Samstag gegen den serbischen Meister Kragzujevac Wild Boars im Kopf hatten oder nicht: Der Sieg war für die Broncos äusserst wichtig, drohte im Fall eine Niederlage doch den für die Playoffs nicht unwesentliche Rückfall auf den zweiten Platz. 

 

(Bild: Facebook)