Im vierten Finalspiel des 1.-Liga-Finals im Exil auf der Lenzerheide hat Ost-Meister EHC Arosa gegen West-Champion SC Lyss mit 0:4 – und damit die Serie mit 1:3 – verloren. Damit endet eine starke Saison für den Traditionsverein mit einer leisen Enttäuschung. 

Für den EHC Arosa ist der Frust nach der entscheidenden Niederlage im Final um den Schweizer Eishockey-Amateur-Meistertitel natürlich gross. Insgesamt war die 1.-Liga-Saison für die Bündner mit dem Ostschweizer Meistertitel und dem angestrebten Aufstieg in die MySports League aber sicher ein Erfolg. In der Finalserie gegen Lyss fanden die Bündner am Ende zwar ihren verdienten Meister, viel vorwerfen müssen sich die Aroser aber nicht. Die umkämpften Playoff-Serien gegen Bellinzona und Wetzikon waren letztlich wohl zu kräfteraubend, um gegen die starken Berner auch im Final noch nachhaltig entgegen halten zu können. Abgesehen vom 2:1-Auswärtssieg vom Dienstagabend war Lyss in der Finalserie insgesamt die etwas bessere Mannschaft. 

Am Dienstagabend musste der EHC Arosa in die Eishalle Dieschen zum Partnerteam Lenzerheide ausweichen, weil das heimische Sportzentrum besetzt ist. Dies schlug auch etwas auf die Stimmung, die nicht an die bisherigen Hexenkessel in Arosa herankam. Ob dies auch der Grund war, dass es im Spiel 4 nicht mit dem Toreschiessen klappte, bleibe dahingestellt. Die Emotionen schienen jedenfalls nicht mehr ganz so nah am Siedepunkt wie zuvor in der Serie, in der vor allem Lyss seinen Ruf als «böser Bube» mit vielen Strafen bekräftigt hatte. Keine Fehler machen, aus einer sicheren Defensive heraus zu spielen, schien die Devise beider Teams. Chancen auf Tore gab es für Arosa aber genug, auch wenn die Lysser erneut die etwas stilsichere Equipe stellten.

Die 510 Zuschauer mussten bis ins zweite Drittel warten, ehe Sascha Aeschlimann in der 23. Minute das erste Tor des Abends für Lyss erzielte. Knapp drei Minuten später doppelte Dominic Lüthi mit dem 2:0 nach, der EHC Arosa stand nun endgültig mit dem Rücken zur Wand. Die Bündner rannten verzweifelt gegen die cleveren Lysser an, abgesehen von einigen hochkarätigen Chancen – die grösste durch Loris Weber, der alleine vor dem erneut herausragenden Gäste-Keeper Kevin Geissbühler scheiterte – schaute aber nichts heraus. 

Mit einem 0:2-Rückstand stiegen die Aroser ins Schlussdrittel, die Devise von Marc Haueters Team hiess nun endgültig «Alles oder Nichts». Yannick Bruderer kam kurz nach Wiederbeginn zu einer grossen Chance, in der Folge gaben sich die Gäste aber keine Blösse und konzentrierten sich auf die Defensive – mit Erfolg. Lyss blieb mit Kontern gefährlich und verleitete Arosa dabei auch zu Strafen und Unbeherrschtheiten, was die Chancen auf ein Comeback natürlich weiter schmälerte.

Das Gegenteil traf ein: Zehn Minuten vor Schluss machte der SC Lyss bei einer doppelten Überzahl durch Jonas Schmid den Sack mit dem 3:0 endgültig zu und sicherte sich damit den Schweizer Eishockey-Amateurtitel, das 4:0 eine Sekunde vor Schluss ins leere Aroser Tor war für die Lysser nur noch das Sahnehäubchen auf eine grossartige Saison.

 

 

(Bilder: Screenshot Facebook EHC Arosa)

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