Im Vergleich zu anderen Ländern ist der Klimawandel in der Schweiz besonders deutlich zu erkennen. Das liegt an den schmelzenden Gletschern und an den sichtbaren Veränderungen der Artenvielfalt. Dem versucht die Schweiz mit verschiedenen Massnahmen entgegen zu wirken.

Die Schweiz und die Umweltabkommen

In den vergangenen dreissig Jahren hat sich die Schweiz an zahlreichen Umweltabkommen beteiligt, um ein Zeichen für mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz im Land zu setzen. Insgesamt waren es rund 45 Verträge, die die Schweiz ratifiziert hat. Es handelt sich dabei sowohl um bilaterale wie auch multilaterale Abkommen.

Ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung war die Unterzeichnung des Vertrages zur Genfer Konvention von 1979 bezüglich der grenzüberschreitenden Luftverschmutzung. Im Jahr 1985 schloss sich die Schweiz der Wiener Konvention zum Schutz der Ozonschicht an und im Jahr 1992 der Klimakonvention von Rio. Zuletzt stimmte die Schweiz für die Energiestrategie 2050 ab.

Der Stand der Dinge

Die Schweiz zeigt sich sehr ambitioniert, was die Umsetzung von Massnahmen für mehr Umweltschutz und Nachhaltigkeit betrifft. Erst vor wenigen Monaten hat das Volk für die Energiestrategie 2050 gestimmt und damit die Energiewende vorangetrieben. Doch dem Energiewende-Index zufolge reicht das noch lange nicht aus.

Dieser Index erfasst den aktuellen Stand der Energiewende und benennt sieben Hauptindikatoren. Erst, wenn alle Indikatoren bei 100 Prozent angelangt sind, befindet sich die Schweiz auf Zielkurs. Im Dezember 2017 zeigten aber vier der sieben Hauptindikatoren eindeutig zu niedrige Werte von 10 Prozent (Atomausstieg) bis 27 Prozent (Biodiversität) auf.

Dennoch gibt es einige kleinere Indikatoren, die sich durchaus positiv entwickeln. So wird durch die Stilllegung einiger Atomkraftwerke deutlich weniger Atommüll produziert. Auch die Energieeffizienz verbessert sich, befindet sich allerdings immer noch auf einem recht niedrigen Level.

Massnahmen und Pläne in Graubünden

In der ganzen Schweiz wurden bereits vielerlei Vorkehrungen getroffen, um die Umwelt und das Klima nachhaltig zu schützen. So auch im Kanton Graubünden.

Das Amt für Natur und Umwelt (kurz: ANU), das in Chur ansässig ist, hat im Jahr 2015 eine Klimastrategie für Graubünden herausgebracht. Diese verfolgt Massnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel und hat zehn Handlungsschwerpunkte für Graubünden erarbeitet.

Dazu gehört es, die fossilen Energieträger durch erneuerbare zu ersetzen, die Ressourceneffizienz zu steigern und präventive Massnahmen gegen gesundheitliche Risiken durch Hitze zu ergreifen.

Allgemein sind die Gemeinden dazu angehalten, ihre Aufgaben in den Bereichen Abfall, Abwasser, Bodenschutz, umweltgefährdende Stoffe sowie Lärm und Erschütterung zu erfüllen.

Die Vereinigung Bündner Umweltorganisationen (kurz: VBU) ist die Dachorganisation verschiedener Umweltorganisationen, die in Graubünden tätig sind. Darunter sind Pro Natura, WWF, Naturfreunde und ÄrztInnen für Umweltschutz. Die VBU ist ein deutliches Zeichen dafür, dass Umweltschutz in Graubünden grossgeschrieben wird.

Das tun die Unternehmen

Die Schweizer Wirtschaft geht in Sachen Klimaschutz mit gutem Beispiel voran. Freiwillige Massnahmen für mehr Umweltschutz haben dazu beigetragen, dass die CO2-Emissionen schon deutlich reduziert werden konnten. Diesen guten Kurs wollen die Unternehmen auch zukünftig beibehalten.

So hat es sich das Unternehmen Onlineprinters zur selbsterklärten Aufgabe gemacht, sämtliche Abläufe möglichst umweltverträglich und nachhaltig zu gestalten. Auf diese Weise ist auch die Produktion nachhaltig. Gleichzeitig ist es das Ziel von Onlineprinters, sich in Sachen Umweltschutz immer wieder zu verbessern und neue Möglichkeiten zu nutzen.

Auch die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (kurz: MEM-Industrie) spricht sich für mehr Umweltschutz aus. Dazu gehört ein nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen, die im Unternehmensalltag verbraucht und für die Herstellung der Produkte benötigt werden. Bei der Produktion geht es unter anderem darum, die Emissionen zu verringern und die Verwendung von solchen Stoffen zu vermeiden, die möglicherweise gefährlich sind.

Ein weiteres Beispiel für ein umweltbewusstes Unternehmen in der Schweiz ist Hewlett und Packard (kurz: HP). Hier haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, sich über ein Programm in virtuellen Studios von jedem Standort weltweit aus zusammenzufinden, etwa für Konferenzen. Dadurch sind weniger Geschäftsreisen nötig, was wiederum CO2-Emissionen einspart. Diese und weitere Massnahmen tragen effektiv zu mehr Umweltschutz bei, so auch die Rücknahme und das Recycling von IT-Geräten.

Das Bundesamt für Umwelt

Energie so effizient wie möglich nutzen – so lautet das Ziel des Bundesamtes für Umwelt (kurz: BAFU). Das BAFU beschäftigt sich in sechs verschiedenen Bereichen mit dem Energie-Aspekt und hat diesbezüglich Massnahmen für die Nutzung erneuerbarer Energien ausgearbeitet. Diese betreffen unter anderem die Luft, das Wasser, den Holzverbrauch und das Klima.

Neben vielen anderen Regionen ist auch der Kanton Graubünden stark auf den Tourismus in den Wintermonaten angewiesen. Doch aufgrund des Klimawandels verringern sich die Eisflächen an den Bergen immer mehr, die Gefahr für Hochwasser in den Tälern steigt – nicht gerade förderlich, um Besucher in die Wintersportgebiete zu locken.

Umso wichtiger ist es, die Gletscher vor weiterer Schmelze zu schützen. Dazu wurden die Gletscher mit Kunststoff-Vlies abgedeckt und tatsächlich lässt sich ein Teil des Eises damit retten. Allerdings sind damit die Ursachen des Klimawandels nicht behoben.

Einer der grössten Verursacher von umweltschädlichen Treibhausgasen ist der Strassenverkehr. Schon seit einigen Jahren sind Massnahmen des Bundesamtes für Verkehr in Kraft, um die Emissionen zu reduzieren. Neben einem Luftreinhalteplan für den Schienen-, Schiffs- und Flugverkehr gibt es auch CO2-Emissionsvorschriften für Personenwagen.

Um die Biodiversität in der Schweiz ist es aktuell nicht gut bestellt. Ein Grossteil der Ökosysteme sowie Tier- und Pflanzenarten sind bedroht. Diesen Zustand versucht das BAFU mit verschiedenen Massnahmen zum Positiven zu wenden. Dazu gehört der Schutz der Schweizer Wälder und die Einhaltung der Naturschutzgebiete in den einzelnen Kantonen. Allein in Graubünden gibt es mehrere hundert Naturschutzgebiete und Naturreservate.

 

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