Im siebten NLA-Spiel des Jahres hat es auch die Calanda Broncos erwischt: Die Bündner unterlagen am Sonntag auswärts den Winterthur Warriors mit 20:22.

Es wurde das erwartet schwere Spiel für die Calanda Broncos auswärts bei den Winterthur Warriors: In den letzten Jahren hatten die Bündner im Stadion Deutweg mehrere epische Duelle bestritten, die in Last-Second-Entscheidungen endeten. So auch am Sonntag, als die Zürcher den viel umjubelten 22:20-Sieg mit einem Touchdown in den Schlussminuten  einfuhren. «Wir können uns nicht viel vorwerfen», meinte Broncos-Running Back Tino Muggwyler nach dem Spiel, «die Warriors haben sich den Sieg verdient, haben gut und clever gespielt.» Das Spiel hatte aus Sicht des bis anhin ungeschlagenen Tabellenführers gut begonnen. Broncos-Quarterback Clark Evans skorte in der ersten Halbzeit den Führungs-Touchdown (Kick Ramon Hutter) zum 7:0, mehr Punkte sah das lautstarke Publikum in Winterthur allerdings nicht. Vor allem die Broncos haderten mit der Effizienz: Zwei Interceptions und ein vergebens ausgespielter vierter Versuch in der Redzone machten alle weiteren Punktechancen für die Bündner zunichte. «Wir waren einfach zu wenig konsequent, dazu fehlte uns sicher auch ein Quentchen Glück», so Muggwyler, der zwar einlief, wegen einer Leistenverletzung allerdings seinen Ballträger-Kollegen Nate Fellberius und Erik Rageth «den Vortritt liess».

Die Winterthurer legten in der zweiten Halbzeit zu und hatten vor allem mit dem Laufspiel vermehrt Erfolg. Punkte fielen aber erst wieder im dramatischen Schlussviertel. Dem zwischenzeitlichen Ausgleich des Warriors-Quarterbacks Holt Claiborne setzten die Broncos zwar – erneut durch einen Run Evans’ – postwendend das 14:7 entgegen, die Winterthurer Offense war nun aber in Fahrt gekommen. Warriors-Passfänger Timo Schneckenburger und eine folgende Two-Point-Conversion brachte die Gastgeber erstmals mit 15:14 in Front. Die Broncos waren aber nicht geschlagen, zwei Minuten vor Schluss fing Leon Fehr einen Pass von Clark Evans zum umjubelten 20:15 – der folgenschwere 2-Punkte-Versuch misslang allerdings. Und so war es an Winterthur-Quarterback Claiborne, für die Entscheidung zu sorgen: Nach einem spektakulären Lauf übers halbe Spielfeld wurde der Amerikaner erst kurz vor der Endzone zu Boden gebracht, kurz darauf passte er den entscheidenden Touchdown auf Wide Receiver Moritz Boller zum 22:20. Der letzte Verzweiflungspass der Broncos endete in der dritten Interception Evans’ des Tages – die Bündner gingen erstmals in dieser Saison als Verlierer vom Feld.

Auf dem Papier hat die Niederlage für die Bündner wenig Folgen, in der Tabelle stehen sie immer noch solo an der NLA-Spitze. «Dass man mal verliert, kommt vor», so Muggwyler nach dem Spiel, «vielleicht tut uns das auch gut, das war ein ‚Wachrüttler‘, damit wir im Training wieder mehr Gas geben, mit mehr Konzentration und Disziplin.»

In den weiteren NLA-Spielen besiegten die Bern Grizzlies die Basel Gladiators mit 26:13, die Lausanne Owls – am nächsten Samstagabend Gast an der Churer Ringstrasse – rangen die Geneva Seahawks im Westschweizer Derby mit 24:16 nieder.

 

(Bild: Facebook Calanda Broncos)