Die Bündner Weltklasse-Schneesportler haben ein wechselhaftes Wochenende hinter sich: Neben dem grandiosen Skicross-Erfolg von Niederer gab es sonst mehrheitlich «Abschiffer».

Top: Bündner Skicrosser rocken!

Bündner Doppelsieg im Skicross-Weltcup: Der Prättigauer Armin Niederer holte sich im italienischen Mals am Samstag seinen dritten Sieg im Skicross-Weltcup und dabei den ersten Podestplatz seit seinem 2. Platz im kanadischen Nakiska vor einem Jahr. «Dieser Sieg tut sehr gut», sagte Niederer gegenüber Swiss Ski, «ich fühle mich schon die ganze Saison gut und bin fit – aber wenn man das resultatemässig nicht zeigen kann, nützt das nichts. Umso mehr bin ich nun erleichtert.» Der zweite Bündner am Start, Alex Fiva, scheiterte im Viertelfinal, legte dafür am Sonntag mächtig zu und sicherte sich den zweiten Weltcup-Sieg der Saison. «Mir kam heute sicher entgegen, dass der Kurs/Schnee härter war als gestern und dass ich wusste, dass ich hier am Start schnell aus den Gates komme», erklärte Alex Fiva seine Leistung gegenüber Swiss Ski. 
 
Erneut zu überzeugen konnte am Sonntag auch Niederer. Der 29-Jährige vom Skiclub Madrisa gelang nach seinem Sieg am Samstag erneut der Sprung auf das Podest. Nach einem missglückten Start im Final gelang es dem Bündner im Finish, den französischen Weltcup-Führenden Jean-Frédéric Chapuis abzufangen. «Ich bin extrem happy über den 3. Rang von heute, den ich mir erkämpfen konnte – zwei Podestplätze in zwei Tagen, das macht mich sehr glücklich!», so der Prättigauer im Ziel.

Bündner Snowboarderinnen starten stark

Im ersten Slopestyle-Weltcup des Winters sicherte sich die 29-jährige Flimserin Sina Candrian den zweiten Rang. Die Unterengadinerin Elena Könz untermahlte mit ihrem vierten Schlussrang die starke Leistung der Schweizerinnen.

Snowboard

Kompliment an die «Ski-Macher» von Savognin

Ein internationales Athletenfeld stand in den vergangenen drei Tagen bei FIS-Rennen und dem National Junior Race in Savognin am Start. Am Ende gab es nur Sieger: Besonders gelobt wurde die Piste, die die Organisatoren trotz der grossen Schneefälle mit grossem Einsatz perfekt hinbekamen. Den Bericht dazu gibt es hier.

Laurien van der Graaff mit WM-Quali

Beim Weltcup-Sprint der Langläufer in Toblach verpasste Laurien van der Graaff in der freien Technik den Finaleinzug knapp. Im Kampf um Rang 2 in ihrem Halbfinal verlor die Davoserin das Duell gegen die Slowenin Vesna Fabjan nur gerade um 8 Hundertstel. Im Rahmen der Tour de Ski hatte Laurien van der Graaff im Val Müstair noch Platz 5 heraus gelaufen. Der Formaufbau hinsichtlich der Weltmeisterschaften in Lahti, wo die von der Schweizerin bevorzugten Skating-Ski angeschnallt werden, stimmt.  Van der Graaff gelang gestern überdies in der wenig bekannten Duos-Disziplin beim Team-Sprint in Toblach die WM-Qualifikation für Lahti.

Biathlon: Selina Gasparin als Lichtblick

Das Schweizer Biathlon-Frauenteam konnte beim Weltcup-Sprint in Ruhpolding nicht in den Kampf um die Weltcuppunkte eingreifen. Einzig die Bündnerin Selina Gasparin qualifizierte sich als 49. nach drei Fehlern, alle im Stehendanschlag, für die Verfolgung vom Sonntag, wo sie sich immerhin noch auf den 29. Platz verbesserte.

Janka und Caviezel vom Schnee geschlagen

Ein Ski-Wochenende zum Vergessen aus Bündner Sicht: Zwar jubelten am Freitag in der Kombination die Schweizer Fans noch ob des Sensationssiegs von Niels Hintermann, für die Bündner endete die Wetterlotterie hingegen im Frust. Nach dem Slalom sah’s super aus, Carlo Janka war mit Platz 7 auf Podestkurs mit Siegeschancen, und auch Mauro Caviezel hatte als 10. berechtigte Chancen. Die guten Slaloms spülten die Bündner aber wie auch die anderen Topfahrer in der Schnee-Abfahrt nach hinten. Caviezel wurde noch beachtlicher 12., Janka fiel auf Platz 17 zurück. Beide haben aber gezeigt, dass sie im Grunde auch in der Abfahrt solide unterwegs sind. Schade, dass der Abfahrtsklassiker in Wengen am Samstag abgesagt werden musste, da wäre was für die Bündner dringelegen. Nächste Chance: Am kommenden Wochenende bei der grossen Kitzbühl-Party…

Neuer Bündner Punktefahrer

Beachtlich: Mit Gian-Luca Barandun hat Graubünden einen neuen Weltcup-Punktefahrer. Der 22-jährige Beveriner verbesserte sich nach dem Slalom (33.) in der Abfahrt, fuhr schneller als die grossen Janka und Caviezel und holte sich mit dem 28. Rang in seinem allerersten Weltcup-Rennen die ersten drei Weltcup-Punkte. 

 

(Bild: Armin Niederer nach seinem Skicross-Sieg/EQ Images/Oliver Lerch/Swiss Ski)