Eine wöchentliche Hockey Kolumne mit den zehn allerwichtigsten Meldungen der Woche. (Ein Ranking, das man nicht zu ernst nehmen sollte.)

10. Lawson Crouse braucht nur eine Hand.

Der Erstrunden-Draft Pick der Florida Panthers zaubert bei den Junioren.

 

9. Schlechtes Eis

Die NHL hat eine Umfrage bei allen Spielern gemacht: Welches Stadion hat die schlechteste Eisqualität? Das Resultat ist wenig überraschend. Die Teams im Süden (allen voran die Florida Panthers, gefolgt von den Anaheim Ducks und den LA Kings) belegen die Spitzenplätze. Das AHL Team San Diego Gulls musste letzte Woche ein Spiel unterbrechen – die warmen Temperaturen führten zu starkem Nebel auf dem Eis. Ein Problem, das in Graubünden unbekannt ist. Eher kämpft man mit Minustemperaturen, zum Beispiel in der kältesten Halle der Welt – Grüsch. Womit wir in Graubünden angekommen sind:

8. Der HC Prättigau-Herrschaft rollt weiter.

Drei Spiele, drei dominante Siege: Nach der 9:0 Demontage von Dielsdorf haben die Nordbündner ein Torverhältnis von 22:3. Goalie Umberto Seiler und seine Hintermannschaft sind seit 143 Minuten unbezwungen, eine starke Leistung.

7. Setoguchi ist angekommen.

In seinem ersten Spiel brauchte die Neuverpflichtung gerade mal zwei Shifts, um zum ersten Mal zuzuschlagen. Und auch im zweiten Auftritt überzeugt der Kanadier. Nach zwei Spielen lesen sich seine Statistiken gut: 2 Spiele, 2 Tore, 4.5 Schüsse pro Spiel. Weiter so. Dieser Vertrag wird sich auszahlen.

6. Nino on Track für 30 Tore…

Nino Niederreiter bucht ebenfalls seinen zweiten Treffer und zeigt sich zu Saisonstart in guter Form. Nach fünf Spielen ist er auf einer Pace von 32.8 Saisontoren – das wäre phänomenal.

 

5. …und (bald) einen neuen Vertrag

Natürlich ist die Saison noch viel zu jung, um eine solche Prognose zu wagen, trotzdem mal der Vergleich: Nino’s Vertrag läuft Ende nächster Saison aus, und es ist klar, dass Minnesota viel von ihm hält. Der Churer spielt nun um eine mögliche Verlängerung, und die könnte sich sehen lassen.

 

Niederreiter ist momentan im zweitletzten Jahr seines Bridge-Contract. Diese Art von Vertrag dient als eine Art Brücke zwischen dem Junioren-Vertrag und dem ersten richtig dicken Profi-Vertrag. Diese Bridge-Contracts sind ein zweischneidiges Schwert: Die Clubs wollen noch nicht den Geldbeutel öffnen, und verzögern so den grossen Zahltag. Die Rechnung kann aufgehen. Stagniert der Spieler in seiner Entwicklung, so sind die Clubs nicht lange gebunden. Schlägt ein Spieler aber während des Bridge-Contracts ein, so wird es für die Clubs richtig teuer.

 

Das letzte Beispiel dafür ist P.K. Subban von den Montreal Canadiens. Montreal war 2012 noch nicht vollends überzeugt vom Jungtalent Subban. Subban wollte einen Vertrag über 6-8 Jahre und 5-6 Millionen Dollar. Die Canadiens gaben ihm einen Bridge-Contract: Zwei Jahre à 2.9 Millionen Dollar. Im ersten Jahr startete Subban durch und wurde zum besten Verteidiger der NHL ausgezeichnet. Im darauffolgenden Sommer blätterten die Canadiens 8 Jahre à 9 Millionen Dollar hin, um das Talent halten zu können.

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Nino hat die Chance, einen richtig fetten Zahltag rauszuholen. Momentan gibt es eine Handvoll Spieler, die in einer ähnlichen Situation stehen. (Das ist kein Vergleich mit seiner Draft Klasse, dieser kann hier nachgelesen werden.) Diese Flügelspieler sind 22-24 Jahre alt und stehen im letzten oder zweitletzen Jahr des Bridge-Contracts.

 

NameYearPickTeam$$$
Brayden.Schenn20095PHI2.5
Chris.Kreider200919NYR2.475
Jaden.Schwartz201014STL2.35
Jonathan.Huberdeau20113FLA3.25
Nino.Niederreiter20105MIN2.667
Tomas.Tatar200960DET2.75
Tyler.Toffoli201047L.A3.25

 

Alle sieben Jungtalente wurden in den ersten beiden Runden gepickt. Huberdeau ist ein Jahr jünger, Tatar, Kreider und Schenn sind ein Jahr älter als Nino. Alle Spieler verdienen irgendwo zwischen 2.35 – 3.25 Millionen pro Jahr – Schenn, Schwartz und Kreider stehen im letzten, die anderen Spieler im zweitletzten Vertrags-Jahr.

 

Niederreiter, Kreider und Schenn bringen ein physisches Spiel, Huberdeau und Tatar gelten eher als filigrane Spieler. Schwartz, Schenn und Tatar kommen mehrheitlich in der Offensive zum Einsatz, Nino muss als Einziger klar mehr defensive Aufgaben erfüllen und bucht dementsprechend auch am wenigsten (25 Punkte bei 5 gegen 5).

4. Wo Nino im Vergleich gut ist:

NamePenDCF%PSh%ZSO%Rel
Brayden.Schenn349.79.897.27
Chris.Kreider-749.7810.443.99
Jaden.Schwartz252.810.979.76
Jonathan.Huberdeau1052.2810.45-0.63
Nino.Niederreiter951.6711.03-9.29
Tomas.Tatar659.1312.265.94
Tyler.Toffoli357.38.75-0.64

PenD = Verhältnis Strafen/rausgeholten Strafen – CF% = Corsi For %, PSh% = Persönlische Trefferquote, ZSO%Rel = Zone Starts. Verhältnis von Bullies im gegnerischen Drittel/Bullies im eigenen Drittel

 

  • Zone Starts/CF%: Nino spielt so viel wie kein anderer im eigenen Drittel, und er schlägt sich dafür verdammt gut. Einfach gesagt: Nino muss im eigenen Drittel anfrangen, generiert aber mehr Chancen als der Gegner. Zum Vergleich: Brayden Schenn spielt viel öfters im gegnerischen Drittel, am Schluss resultieren aber mehr Chancen für den Gegner.
  • Penalties Drawn: Nino hat mit +9 das zweitbeste Strafenverhältnis. Er ackert, und kann oft nur mit Fouls gestoppt werden. Am anderen Ende ist Chris Kreider, ein jähzorniger Spieler mit -7.
  • Personal Shooting %: Mit 11.03% hat Nino die zweitbeste Trefferquote. Zum Vergleich: Brayden Schenn trifft nur mit 9.89%.
  • Hits: Nino spielt ein physisches Spiel, nur Kreider (221) und Schenn (188) haben mehr Hits. Zum Vergleich: Schwartz hat nur 56 Hits, Huberdeau nur 65.
  • Erfahrung: Mit 228 Spielen hat Nino am zweitmeisten Spiele von allen. Zum Vergleich: Tyler Toffoli hat erst 151 NHL Spiele auf dem Buckel.

3. Wo Nino im Vergleich noch nicht gut ist:

NameNHL GamesNHL PointsNHL PPG
Jaden.Schwartz2111380.65
Brayden.Schenn2781370.49
Jonathan.Huberdeau2001140.57
Tomas.Tatar1851040.56
Chris.Kreider174880.51
Tyler.Toffoli151840.56
Nino.Niederreiter228770.34
  • P/60: Nino macht pro 60 Minuten Eiszeit 1.36 Punkte, das ist der tiefste Schnitt. Zum Vergleich: Spitzenreiter Toffoli bucht 2.45 P/60.
  • P, PPG: Nino hat nur 77 Karrierepunkte, bzw. 0.34 Punkte pro Spiel. Das sind beides Tiefstwerte, wobei hier die Zeit bei den Islanders das Bild etwas verfälscht. Am anderen Ende ist Schwartz mit 138 Punkten (0.65 PPG).

 

2. Schläpfer weint.

Drama. Tragödie. Der geniale Schweiz-Schweizer Kevin Schläpfer darf nicht zur Nati gehen. Alle weinen.

Nochmals: Muss es wirklich ein Schweizer Coach sein? Das schränkt die Auswahl an kompetenten Coaches ein, und ist eigentlich ein Rezept zum Scheitern. Die Nati sollte den fähigsten Mann auf dem Markt einstellen, egal woher dieser kommt. (Einzig Coaches, die Johann Morant auf’s Eis schicken, sind ausgeschlossen. Der 29-jährige Verteidiger des EV Zug mag ein zwäger Typ sein. Aber mal ehrlich: Wenn einer in 14 Spielen 55 Strafminuten sammelt, sollte er besser „Johnny Moron“ heissen. Die Schuld liegt nicht einmal bei Morant – man weiss mittlerweile, was man mit ihm kriegt. Nein, die Schuld liegt an den Coaches, die solchen Spielertypen immer wieder Eiszeit geben. Morant, verprügle mich jetzt bitte nicht.)

1. Del Curto bleibt.

Die wichtigste Meldung der Woche. Seit zwei Tagen sickert überall durch, dass Arno ein weiteres Mal beim HCD unterschreiben wird. Der HCD kann trotz vielen auslaufenden Verträgen optimistisch in die Zukunft blicken. Bleibt der Maestro, und bleiben die Spieler, so stehen Davos weitere goldene Jahre bevor. Nati-Nebenamt hin oder her.

Womit wir beim Kommentar der Woche wären. Zu verdanken haben wir den Geistesblitz Martin V. Danke Martin.

Jesses Marei

jesses Marei. AdC wird Natitrainer. Der schlechteste Entscheid seit Menschengedenken! Was hat dieser arrogante Nurmelifi…r denn svhon erreicht? Fragen über Fragen.

(Bild: Marc Schumacher/EQ Images)