Die Regierung beschliesst, das Projekt „Klimafreundliche Landwirtschaft Graubünden“ finanziell zu unterstützen. Für die von 2021 bis 2025 dauernde Pilotphase stellt sie insgesamt einen Beitrag von 6,4 Millionen Franken in Aussicht. Damit kann die Umsetzung der Pilotphase des Projekts noch diesen Herbst gestartet werden.

Die Landwirtschaft ist schweizweit für rund 13 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Die Reduktion der Treibhausgase (THG) und die Anpassung an den Klimawandel gehören zu den wichtigsten umwelt-, gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Herausforderungen der nächsten Jahre und Jahrzehnte. Die Landwirtschaft verfügt über ein relativ grosses Potenzial zur Reduktion ihrer THG-Emissionen sowie zur langfristigen Bindung von CO2 in den Böden. Entsprechend soll sie auch ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Das steigende Klimabewusstsein der Bevölkerung birgt daneben Chancen für die Landwirtschaft. So kann sich die Landwirtschaft in der klimafreundlichen Produktion von Nahrungsmitteln, im Bereich der Produktion erneuerbarer Energie oder als Akteurin, welche durch Humusaufbau CO2 dauerhaft im Boden speichert, etablieren. Ausserdem steigt das Bewusstsein der Konsumentinnen und Konsumenten für Produkte aus einer klimafreundlichen Landwirtschaft.

Das Projekt und die Ziele

In der Praxis ist die Wirksamkeit der Massnahmen zur Reduktion von THG in der Landwirtschaft kaum erprobt. Erfahrungswerte zur Umsetzbarkeit und Akzeptanz unter Praxisbedingungen fehlen weitgehend. Mit dem Projekt sollen nun einerseits der Wandel zu einer klimaschonenden Landwirtschaft initiiert und andrerseits konkrete Grundlagen für die Bündner Landwirtschaftsbetriebe zwecks erfolgreicher Positionierung im Markt mit klimaschonend produzierten Nahrungsmitteln geschaffen werden. Ziel ist unter anderem, den Ausstoss der Bündner Landwirtschaft von geschätzt 270 000 Tonnen CO2 jährlich um 50 Prozent zu reduzieren. Zur Erreichung dieses Ziels sollen in den Jahren 2021 bis 2025 auf 50 repräsentativen Bündner Landwirtschaftsbetrieben Pilotprojekte und Innovationsmassnahmen zur Reduktion des CO2-Ausstosses umgesetzt und erprobt werden. Ab dem Jahr 2026 sollen die Massnahmen, die sich bewährt und sich als massentauglich herausgestellt haben, auf die ganze Bündner Landwirtschaft ausgedehnt werden.

Förderung durch den Kanton

Die fünfjährige Pilotphase des Projekts mit Kosten von rund 7 Millionen Franken wird seitens des Kantons gestützt auf das kantonale Landwirtschaftsgesetz mit Beiträgen von insgesamt 6,4 Millionen Franken unterstützt. Davon kommen 4,3 Millionen Franken direkt als Förderbeitrag den Landwirtschaftsbetrieben, die mit den zu erprobenden Massnahmen ihren CO2-Ausstoss reduzieren, zugute. Im Durchschnitt werden 120 Franken pro Jahr und Tonne eingespartem CO2 ausgerichtet. Die restlichen Mittel sind für die Ausbildung, Kommunikation, Projektleitungs- und Controllingaufgaben nötig.

Die für die Pilotphase ausgewählten Landwirtschaftsbetriebe sind verpflichtet, an einem Programm zur Erlangung des erforderlichen Grundlagenwissens teilzunehmen. Anschliessend setzen sie Pilotprojekte um und erproben innovative Massnahmen, mit denen möglichst viel CO2 reduziert werden kann.

(Bild: pixabay.com) 

Open Popup