Die Schweizer Nino Schurter und Lars Forster haben das Mehretappenrennen Swiss Epic Graubünden gewonnen. Die Schweizer bestimmten auch den letzten Tag und gewinnen vier von fünf Etappen. Die Dänin Annika Langvad und die Amerikanerin Haley Batten dominierten das Rennen bei den Frauen; sie gewannen alle fünf Etappen. Das Rennen durch Graubünden fand unter einem strikten Corona-Schutzkonzept statt. Es war der erste Mountainbike-Anlass von internationaler Bedeutung dieses Sommers.

Zum Abschluss des zweiten Swiss Epic Graubünden demonstrierten Nino Schurter und Lars Forster (SCOTT-SRAM) noch einmal ihre Dominanz: Bereits im ersten Aufstieg nach dem Start übernahmen sie die Führung und gaben ein Tempo vor, das nur die Italiener Fabian Rabensteiner / Samuele Porro (TREK Pirelli) mithalten konnten. Die Italiener konnten bis zur letzten Abfahrt folgen, am Ende fuhren die Schweizer dann aber wieder mit einem Vorsprung von 44 Sekunden im Ziel in Davos ein.

In der Endrangliste liegen die Schweizer 10:32 Minuten vor den Italienern. Den dritten Platz verteidigten die Tschechen Kristian Hynek/Martin Stosek (Future Cycling Northwave). Sie hatten neben Schurter/Forster als einziges Team eine Etappe gewinnen können.

«Herausforderung und Abenteuer zugleich.»

Die fünf Tage in Graubünden machten Superstar Nino Schurter sichtlichen Spass. «Es hat Freude gemacht, zuhause in Graubünden zu fahren. Die Trails der ersten beiden Tage kannte ich ziemlich gut. Trotzdem hatte ich am ersten Tag auch am meisten Mühe. Die langen Aufstiege sind für uns eine grosse Umstellung.» Auch für Lars Forster waren die beiden ersten Etappen am härtesten. «Die Aufstiege waren beinhart, das Panorama und die Abfahrten dann aber eine sehr schöne Belohnung. Die Woche in Graubünden war eine Herausforderung und ein Abenteuer zugleich.» Schurter lobte seinen Partner in den höchsten Tönen: «Lars hat nie eine Schwäche gezeigt – er ist der beste Partner, den man sich wünschen kann.»

«Jede Menge Drama» bei den Frauen

Mit mehr als einer halben Stunde Vorsprung war das führende Frauenteam in die letzte Etappe gestartet. Annika Langvad und Haley Batten (Specialized Racing) hatten bereits die ersten vier Etappen gewonnen und alles andere als ein fünfter Tagessieg wäre eine Überraschung gewesen. «Aber das Rennen ist erst zu Ende, wenn es zu Ende ist», hatte die Dänin am Freitag noch gesagt. Sie sollte Recht behalten: Nach 20 Kilometern fing sie sich einen schleichenden Plattfuss ein. Die Leaderinnen verloren viel Zeit und mussten die Führung zeitweise an die sehr stark fahrenden Ariane Lüthi (Schweiz) und Alice Pirard (Belgien) (Andermatt Spur) abgeben.

10 Kilometer vor dem Ziel – die Gesamtleaderinnen hatten die Führung wieder zurückerobert – hatte Haley Batten dann ebenfalls einen schleichenden Plattfuss. Die Dominatorinnen der Woche konnten das Abenteuer Swiss Epic Graubünden aber dennoch mit dem fünften Etappensieg krönen. «Es war jede Menge Drama», fasste die Siegerin Annika Langvad den letzten Tag zusammen. «Swiss Epic war fantastisch. Ein grossartiges Abenteuer!»

Umfassendes Covid-19 Schutzkonzept

Die Covid-19-Pandemie war auch am Swiss Epic Graubünden präsent. Als Teil der Schutzmassnahmen galt eine umfassende Maskenpflicht, die Teams mussten die ersten 100 Meter jeder Etappe mit Masken fahren und in den Start- und Zielräumen durften sich die Zuschauer nicht mit den Teilnehmern mischen. Das Schutzkonzept hatte der Veranstalter zusammen mit dem Kanton Graubünden und den Etappenorten entwickelt.

CEO Felix Eichenberger zieht eine positive Schlussbilanz: «Der Aufwand hat sich gelohnt. Die Athleten, Betreuer und Freiwilligen haben sich sehr gut an die Vorschriften gehalten. Die Stimmung unter den Teams war sehr gut und alle fühlten sich sicher. Swiss Epic Graubünden hat gezeigt, dass grosse, internationale Ausdauerwettkämpfe unter entsprechenden Schutzkonzepten möglich sind.»

Ein Eindruck, den die Siegerin Haley Batten bestätigt: «Das Schutzkonzept war auf jeder Stufe durchdacht und wurde bis zum Ende durchgezogen. Schon vor dem Rennen wussten wir, was uns erwartet und was von uns erwartet wurde. So konnten wir mit einem Gefühl des Vertrauens zum Wettkampf antreten. Swiss Epic war ausgezeichnet.»

Das Abenteuer geht 2021 weiter

Sportlich und touristisch könne das zweite Swiss Epic Graubünden wieder als grosser Erfolg gewertet werden, sagte Reto Branschi, CEO der Destination Davos Klosters, der das Rennen nach Graubünden geholt hatte. «Swiss Epic Graubünden ist das grösste Bike-Abenteuer der Alpen. Auch in diesem Jahr war es wieder anspruchsvoll und enorm abwechslungsreich. Wo ich auch hinblicke, sehe ich nur zufriedene Teilnehmer.»

Im kommenden Sommer wird das Mehretappenrennen in St. Moritz starten. Nach einer Etappe nach Poschiavo (mit knapp 1’000 Metern Meereshöhe der am tiefsten gelegene Etappenort in der Geschichte des Swiss Epic) geht das Rennen dann nach Davos, wo noch zwei weitere Etappen gefahren werden. Swiss Epic Graubünden 2021 findet vom 17. bis 21. August 2021 statt.

 

(Bilder: zVg./Marius Holler)