Unter dem Titel «Zuwanderung sinkt weiter» publizierte die Südostschweiz am 05.08.2020 die neuen Zahlen der Zuwanderungsstatistik. Dabei wird erwähnt, dass im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zur Vorjahresperiode 5,7 Prozent weniger Leute in die Schweiz einwanderten. Die Auswanderungen seien ebenfalls um 14,4 Prozent zurückgegangen. Der Beitrag erweckt den Anschein, als wäre das Thema Einwanderung vom Tisch. Dem ist allerdings nicht so. Denn beim Thema Einwanderung ist der Wanderungssaldo (eingewanderte abzüglich ausgewanderter Personen) der ausschlaggebende Wert. Dieser zeigt nämlich auf, ob die Zahl der Schweizer Wohnbevölkerung steigt oder sinkt. Hier die Fakten: Im ersten Halbjahr 2020 beträgt der Wanderungssaldo 25’995 Personen. Dies ist im Gegensatz zur Vorjahresperiode ein Plus von 5,4 Prozent! Die Zahl der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz ist also bereits im ersten Halbjahr 2020 wieder um weitere 25’000 Personen gestiegen, was vergleichbar mit der Wohnbevölkerung der Region Landquart ist. Es wird Zeit, die Einwanderungszahlen nicht mehr schönzureden, sondern der Wahrheit ins Auge zu blicken. Die Schweiz wird spätestens bis 2050 eine ständige Wohnbevölkerung von 10 Millionen Personen erreichen. Wir müssen dieses Bevölkerungswachstum jetzt stoppen, wenn wir auch in Zukunft unseren Wohlstand beibehalten wollen. Deshalb sage ich Ja zur Begrenzungsinitiative am 27. September 2020.

 

Marco Kalberer, Churer Gemeinderatskandidat, Liste 6