Die Vorbereitungsarbeiten für den Internationalen Naturpark Rätikon sind auf der Zielgeraden: im Herbst liegt im Prättigau der Managementplan vor. Anfang März 2021 stimmen die zehn Prättigauer Gemeinden ab.

Die Erarbeitung der Grundlagen für die Errichtung des Internationalen Naturparks Rätikon konnte in den letzten Monaten im Prättigau trotz Corona weitgehend wie geplant vorangetrieben werden. Ein erster Entwurf steht, er wird nun weiter ausgearbeitet und mit den verschiedenen Interessensgruppen abgeglichen. Ende September soll der Managementplan den Gemeinden und dem Kanton vorgestellt werden. Dann entscheiden die Stimmberechtigten, ob der Internationale Naturpark Rätikon im Prättigau ab 2022 errichtet werden kann oder nicht: in jeder Gemeinde wird einzeln über die Vorlage abgestimmt.

Stimmt eine Gemeinde Ja, so ist sie mit ihrem ganzen Gemeindegebiet beim Naturpark dabei, bei einem Nein nicht. Eine Gemeinde kann also nicht von anderen Gemeinden überstimmt werden, das Gesamtresultat ist nicht massgebend.$

Umfassendes regionales Entwicklungsprojekt

Die Idee für den Internationalen Naturpark Rätikon entwickelt sich immer mehr zu einem umfassenden regionalen Projekt. Vom Park, seinen Projekten und Strukturen können Natur, Landwirtschaft, Kultur, Gewerbe, Bildung und Tourismus nachhaltig profitieren. Nach der Zustimmung der Gemeinden, des Kantons und des Bundes soll der Naturpark für vorerst drei Jahre errichtet werden (Inbetriebnahme, Aufbau); für den definitiven Betrieb von 2025 bis 2034 wäre erneut die Zustimmung der Gemeinden notwendig.

In der dreijährigen Errichtungsphase für das Schweizer Teilprojekt wird mit einem Jahresbudget von rund 1 Mio. Franken geplant, im späteren Betrieb dann mit rund 1,5 Mio. Franken.

Weil der Naturpark aber verschiedene Aufgaben übernehmen soll, die heute über Prättigau Tourismus oder die Region getragen werden, würde der Park für die meisten Gemeinden zu keinen Mehrausgaben führen.

Internationale Koordination

Zusammen mit den zehn Prättigauer Gemeinden sind alle elf Gemeinden des Fürstentums Liechtenstein sowie neun Gemeinden in Vorarlberg beim grenzübergreifenden Naturpark-Projekt dabei. Die 30 Gemeinden aus drei Ländern weisen zusammen eine Fläche von über 1100 Quadratkilometern auf. Mit diesen Dimensionen wäre der Naturpark Rätikon der grösste Naturpark im Alpenraum.

(Bild Viehtrieb auf der Alp Rona, Furna: Marietta Kobald)